Und ganz nebenbei landet der VfL Wildeshausen seinen ersten Auswärtssieg

Heinrich gibt Startelfdebüt, Kupka feiert Torpremiere

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Vier Mal war Niklas Heinrich in dieser Saison eingewechselt worden. Gegen den TSV Oldenburg kam der Innenverteidiger des VfL Wildeshausen zu seinem Startelfdebüt.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Der Bann ist gebrochen! Sieben Anläufe haben die Fußballer des VfL Wildeshausen gebraucht, um in der Landesliga ihren ersten Auswärtssieg einzufahren. Das 4:1 (0:1) beim TSV Oldenburg war nicht die einzige Premiere bei den Krandel-Kickern.

Von zuvor 17 Punkten hatte der Aufsteiger 15 zu Hause geholt. Lediglich beim VfL Germania Leer (0:0) und beim SV Hansa Friesoythe (1:1) konnten die Wildeshauser Zählbares mitnehmen. „Dem messe ich keine besondere Bedeutung bei“, erklärt Marcel Bragula. „Lange Busfahrten und weite Strecken“ lässt der VfL-Coach dabei nicht als Argumente gelten.

Der Erfolg in Oldenburg kam für ihn – vor allem in der Höhe – „schon überraschend“, räumt Bragula ein. Nach dem 1:1 hätte er nichts dagegen gehabt, wenn Schiedsrichter Manuel Kramer (FC RW Sande) abgepfiffen hätte. „Denn dass es am Ende so kommen würde, war nicht zu erwarten.“ Das 4:1 sei jedoch ein weiterer Beweis dafür, dass im Bezirksoberhaus jeder gegen jeden gewinnen könne: „Bunde ist leicht abgeschlagen, aber der Rest ist ganz dicht beisammen.“

Vier Kurzeinsätze hatte die Statistik vor dem Anpfiff für Niklas Heinrich ausgewiesen. In Oldenburg stand der Innenverteidiger nun erstmals in der Startelf. „Das hat sich in der Vorbereitung abgezeichnet“, berichtet Bragula. In drei von vier Testspielen ließ er den 18-Jährigen über die volle Distanz ran. „Dabei hat er überzeugt und den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gemacht“, lobt der Übungsleiter seinen „Perspektivspieler“, der derzeit auch noch bei den A-Junioren der SG Delmenhorst in der Bezirksliga aktiv ist.

„Ich war vorher schon ein wenig nervös, aber die Mannschaft hat es mir leicht gemacht“, erzählt Niklas Heinrich. Bei einem Eckstoß von Lukas Schneider wäre ihm sogar fast das 1:0 gelungen (36.). Doch sein Kopfball flog haarscharf über den Querbalken. „Das wäre natürlich schön gewesen.“ Stattdessen war Heinrich wenig später das letzte Glied einer Wildeshauser Fehlerkette: Er schlug über den Ball und ermöglichte Thomas Mennicke damit den Oldenburger Führungstreffer (40.). „Das geht auf meine Kappe“, meint der Youngster selbstkritisch.

Weil er sich zuvor bei einem Klärungsversuch gegen Alexander Dreher am Fuß verletzt hatte (31.) und die Schmerzen in der zweiten Hälfte zu stark wurden, war für Heinrich nach 59 Minuten Schluss. „Ich denke aber, dass es spätestens Mittwoch oder Donnerstag wieder geht.“ Weiteren Startelfeinsätzen sollte also nichts im Wege stehen.

„Niklas ist einer, dem bei uns die Zukunft gehört, wenn er weiter an sich arbeitet“, erläutert Bragula. Denn bereits jetzt hat Heinrich dem VfL Wildeshausen für die kommende Saison zugesagt: „Eine schnelle Entscheidung.“ Allerdings plant der Abiturient, ab Oktober für sechs oder sieben Monate nach Australien zu gehen. „Ich werden dann zwar brauchen, um wieder Anschluss zu finden, aber diese Erfahrung möchte ich unbedingt machen.“

Als Niklas Heinrich signalisierte, dass es für ihn nicht mehr weitergehen würde, schossen Bragula „tausend Gedanken durch den Kopf“. Durch die langwierige Verletzung von Jan Gusfeld-Ordemann müssen er und sein Trainerpartner Marco Elia in der Abwehrzentrale permanent umbauen.

Unter anderem boten sie bereits Alexander Kupka als Nebenmann von Abwehrchef Lennart Flege auf. Doch der etatmäßige Mittelfeldspieler saß mit Rückenbeschwerden auf der Ersatzbank und sollte „nur im Notfall“ zum Einsatz kommen. Trotzdem entschieden sich die VfL-Coaches ihn zu bringen – und bewiesen damit ein glückliches Händchen. Denn 17 Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Kupka nach einem Eckstoß von Storven Bockhorn das 1:1. „Ich hatte ungewöhnlich viel Platz, und dann fällt mir der Ball direkt auf die Rübe“, erinnert sich Kupka. Es war sein erstes Pflichtspieltor im Herrenbereich – und dann gleich so ein wichtiges. „Das tat auf jeden Fall gut“, freut sich der 21-Jährige.

„Alex hat bei uns in den vergangenen anderthalb Jahren die größte Entwicklung genommen und ist zum Stammspieler gereift. Er ist ein sehr guter Techniker. Wenn man ihm was vorwerfen kann, dann dass er bis dato zu wenig Torgefahr ausgestrahlt hat“, sagt Bragula über seinen Defensivakteur. Noch vor einem halben Jahr hätte Kupka einem Platz im Mittelfeld gegenüber der Viererkette ganz klar den Vorzug gegeben. „Mittlerweile fühle ich mich auf beiden Positionen wohl.“

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