Fußballer vor zukunftsweisendem Schritt / Comeback der alten Bezirksklasse

Sechs Kreise vor der Fusion: Jetzt entscheiden die Vereine

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Kreisvorsitzender Hartmut Heinen (M.). dankte Horst Rickels (r.) und Manfred Walde für ihr ausgearbeitetes Konzept.

Kirchhatten - Von Wildeshausen bis Wangerland, von Nordenham bis Westerstede – ein Gebiet aus sechs Kreisverbänden mit mehr als 1200 Mannschaften: Diesen Entwurf zur Strukturreform bekamen die Delegierten der Clubs aus dem Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst am Montagabend während ihrer Frühjahrstagung im Kirchhatter Schützenhof vorgestellt. Erst vor zwei Wochen hatten Horst Rickels und Manfred Walde aus dem Fußballkreis Oldenburg-Stadt den von ihnen erarbeiteten Entwurf zur Strukturreform fertig. Aus fünf Kreisen erhielten sie bereits Zustimmung. Nun müssen die Vereine aus dem Landkreis Oldenburg und Delmenhorst abstimmen – bis Ende Februar. Denn schon ab Sommer 2016 soll der Ball in den neuen Ligen rollen.

Der angestrebte Verbund vereint die Kreise Ammerland, Friesland, Oldenburg-Stadt, Oldenburg-Land/Delmenhorst, Wesermarsch und Wilhelmshaven, in den wiederum bis zum Start der Kreis Wittmund aufgeht.

Oldenburgs Kreisvorsitzender Hartmut Heinen hatte während der Frühjahrstagung vor rund zwölf Monaten von den Clubs den Auftrag bekommen, in die Fusionsgespräche zu gehen. Jetzt warb er um Zustimmung zur Umsetzung dieses vom DFB aufgestellten Masterplans für einen zukunftsfähigen Fußball an der Basis: „Nehmt das Konzept mit, diskutiert es mit euren Entscheidungsträgern und zerredet es nicht“, forderte er die Vereinsvertreter auf. Er stellte klar, dass „unser Kreis überall gut aufgestellt ist – jedenfalls noch. Deshalb sagt mein Bauchgefühl, dass wir auch so weitermachen können. Aber mein Verstand sagt, wir sollten dieser neuen Form beitreten.“

Wohl auch, weil er der Fusion gelassen entgegenblicken dürfte. Denn mit aktuell 420 Mannschaften im Männer-, Frauen- und Jugendfußball wäre seinem Verband die dominierende Rolle sicher. „Aber wir nehmen jeden mit – keiner muss befürchten, über Bord zu gehen“, unterstrich Heinen. Die Ansprechpartner der bisherigen Ausschüsse in den jetzigen Kreisen blieben dieselben, „wenn sie denn weitermachen wollen“. Zudem hob er hervor, dass kein Kicker aus den unteren Klassen nun weite Fahrten befürchten müsse: „Sowohl im Senioren- als auch im Juniorenbereich ändert sich erstmal nichts.“ Denn die neuen Staffeln ähneln in ihrer Zusammensetzung stark den bisherigen Kreisligen und Kreisklassen.

Längere Distanzen ergäben sich erst in der künftigen höchsten Liga des neuen Kreises, die in der Powerpoint-Präsentation am Montagabend noch den Arbeitstitel „Fusionsliga“ trug. Heinen verglich sie mit der früheren Bezirksklasse, und Rickels nannte den wohl größten Vorteil – einen „weicheren“ Übergang in die höhere Leistungsstufe: „Schon oft sind Kreismeister und andere Aufsteiger gleich wieder aus dem Bezirk abgestiegen.“

Trotzdem kamen Bedenken hinsichtlich der Entfernungen auf. „Das reicht ja fast bis nach Holland“, meinte Marco Castiglione vom TV Jahn Delmenhorst, als Manfred Walde die Planungen für den Bereich des A- bis C-Jugend-Spielbetriebs erläuterte. Walde erklärte zwar, dass solche Touren die Ausnahme seien, räumte allerdings ein, dass nach jetzigem Stand die A-Jugend der SG DHI (Dünsen-Harpstedt-Ippener) zum FSV Jever 105 Kilometer zurücklegen müsste.

Trotzdem scheint an einer größeren Ebene kein Weg vorbeizuführen, wenn überall weiter ein geordneter Wettbewerbsbetrieb für alle Kicker bestehen soll. Die Alternative wären kleinere Ligen mit häufigeren Duellen derselben Teams: „Dann spielt man nicht zweimal, sondern dreimal gegeneinander – und manche werden sagen: ,Schönen Dank‘“, schilderte Walde.

Der bereits von Heinen skizzierte demografische Wandel, die Nachwuchssorgen ab der C-Jugend aufwärts, aber auch organisatorische Vorgaben wie die eines DFB-Stützpunkts, eigener Sportgerichtsbarkeit und ausreichender Trainerfortbildung ließen laut Heinen keine andere Wahl als die zur Fusion. Im Jugendbereich funktioniere die Zusammenarbeit mit gemeinsamen Kreisligen von Teams aus dem Ammerland, der Wesermarsch, der Städte Oldenburg und Delmenhorst sowie des Kreises Oldenburg bereits: „Es war und ist eine gute Lösung.“ Und eins gab er den Delegierten noch mit auf den Weg: „Nur gemeinsam sind wir in der Lage, diesen Plan umzusetzen.“

ck

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