„Für uns kommt das nicht infrage“

Tischtennisspieler haben kein Interesse am „Sommer-Team-Cup“

Ein Tischtennisschläger und ein Tischtennisball liegen auf einer Tischtennisplatte.
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„Überflüssig“ und „unausgegoren“? Der „Sommer-Team-Cup“ ruft keine Begeisterungsstürme hervor.

Wildeshausen – Ob sich der jüngste Einfall des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) als großer Wurf entpuppen wird? Zweifel sind angebracht. Denn: Die neueste Idee des Verbandes wird bislang nicht gerade mit Wohlwollen aufgenommen – auch wenn sich in den ersten Tagen der Anmeldephase deutschlandweit bereits fast 250 Mannschaften für den „Sommer-Team-Cup“ registriert haben.

Den Wettbewerb hatten die Tischtennis-Funktionäre ins Leben gerufen, um den Aktiven schon vor dem Start der neuen Saison wieder Matchpraxis zu verschaffen. Unabhängig von Vereinszugehörigkeit und Geschlecht sollen Dreier- bis Sechser-Teams gegeneinander an den Start gehen dürfen. Einzige Einschränkung: Kein Teilnehmer darf einen höheren QTTR-Wert als 1900 Punkte aufweisen – ein Wert, der im Regelfall ab der Verbandsliga zu finden ist.

Die Partien werden im „Sommer-Team-Cup-System“ durchgeführt. Es wird ohne Doppel gespielt, und die Aufstellung ist frei wählbar. Alle Duelle werden ausgetragen, so dass jedem Spieler zwei Einzel garantiert sind. Es wird kein Spielplan vorgegeben. Alle Partien einer Gruppe sind bis zu einem vorgegebenen Termin auszutragen. Die Teams machen untereinander Termin und Spielort aus. Es ist zudem möglich, dass sich mehrere Mannschaften aus einer Gruppe zu einem „Spieltag“ treffen und mehrere oder alle Partien gesammelt bestreiten, wenn dies die jeweiligen Hygienekonzepte zulassen.

Klingt interessant, doch wie bewerten Vertreter aus dem Landkreis Oldenburg dieses Angebot?

Helmut Rang vom Bezirksoberligisten VfL Wildeshausen hat hierzu eine klare Meinung: „Für uns kommt das nicht infrage. Wir haben die Idee des Team-Cups zwar mitbekommen, aber bei uns besteht keinerlei Interesse daran. Wir werden versuchen, nach Pfingsten bei den Erwachsenen langsam wieder mit dem Training anzufangen und uns so auf die neue Saison vorzubereiten.“

Die laut Rang ja „sogar noch in den Sternen steht. Es sind noch viele Fragen offen. Wann darf begonnen werden? Gibt es Hin- und Rückspiele oder nur eine einfache Runde? Darf wieder Doppel gespielt werden? Bei diesen ganzen Unwägbarkeiten halte ich momentan einen Team-Cup für unnötig.“

Ähnlich sieht es die Mannschaftsführerin des Bezirksligisten TTV Klein Henstedt. Auch Silke Meyerholz bezeichnet den DTTB-Vorschlag als „überflüssig. Bislang konnten wir noch nicht einmal zum Training in die Halle, und nun soll es einen bundesweiten Wettbewerb geben? Von uns spielt da garantiert niemand mit. Zumal sich die Coronalage ja gerade erst etwas entspannt.“

Und wie bewertet Stefan Röbbeling als Kapitän der TTG DHI Harpstedt aus der 2. Bezirksklasse das Angebot? Harpstedts Mannschaftsführer wirkt ebenfalls skeptisch: „Ich halte das ganze System des Team-Cups für unausgegoren. Die Fallzahlen sinken zwar endlich, aber Wettkämpfe halte ich momentan definitiv nicht für notwendig. Wir sollten lieber versuchen, langsam Stück für Stück einen regulären Trainingsbetrieb zu ermöglichen. Mit Punktspielen rechne ich auf keinen Fall vor September.“

Drei Vertreter – eine Meinung. Praktisch genauso sieht es übrigens im benachbarten Kreis Diepholz aus. Der „Team-Cup“ wird auch dort unisono abgelehnt.

„Sommer-Team-Cup“: Meldeschluss am 23. Juni, Spielbeginn am 1. Juli

Die Coronapandemie hat die Planungen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) und des Internetportals mytischtennis.de für den „Sommer-Team-Cup“ durcheinander gewirbelt. Eigentlich sollte für den als Ergänzung zum normalen Spielbetrieb in den Sommermonaten gedachten Wettbewerb am 23. Mai Meldeschluss sein. Tatsächlich ist das Meldefenster erst seit vergangenem Dienstag geöffnet und soll es bis zum 23. Juni bleiben. Ab dem 1. Juli soll dann, wo es möglich ist, gespielt werden. Da sich die Pandemielage schnell ändern könne, werde es entscheidend sein, „flexibel auf die unterschiedlichen Situationen zu reagieren“, schreiben die Organisatoren. Die Ausschreibung sei angepasst worden. Daher könne das Austragungssystem je nach den regionalen Pandemie-Rahmenbedingungen variieren. So könne es passieren, dass es in einer Region möglich sein werde, zwei Team-Cup-Runden zu spielen, während in anderen nur eine oder auch keine möglich sein wird. „Sollte der Fall eintreten, dass coronabedingt gar nicht gespielt werden kann, wird das Startgeld natürlich komplett erstattet“, betonen die Organisatoren. Nähere Informationen zum „Sommer-Team-Cup“gibt es auf der Internetseite www.mytischtennis.de/sommerteamcup.de.

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