Ob Initiator von Schul-AGs oder Fahrdienste schieben: Nils Klaassen hat sich dem HTB verschrieben

Ein FSJler für alle Fälle

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Seit Sommer 2013 bestimmt der HTB Nils Klaassens Leben.

Harpstedt - „Fußball ist unser Leben, der König Fußball regiert die Welt“, sangen schon die deutschen WM-Helden um Franz Beckenbauer anno 1974.

Zwei Zeilen, die auch auf den Lebensalltag von Nils Klaassen zutreffen. Der 18-Jährige kennt den Fußball aus allen Sichtweisen – als Jugendtrainer beim HTB, als Rechtsaußen beim VfL Oldenburg oder als Schiedsrichter.

Seit Sommer 2013 macht Klaassen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Harpstedter TB. Klaassen kommt gebürtig aus Groß Ippener, ist ein bekanntes Gesicht beim HTB, spielte lange in der SG DHI Harpstedt Fußball, ist Chef-Coach der D-Jugend-Kicker, Co-Trainer der E-Junioren und als Schiedsrichter aktiv. Zudem kennt Klaassen seinen FSJ-Vorgänger Hendrik Sandkuhl gut. Man tauschte sich aus, eine unkomplizierte Bewerbung folgte, und schon war der 18-Jährige als FSJler beim Harpstedter TB im Einsatz.

„Ich würde es jederzeit wiedermachen. Bei uns im Verein gibt es noch ein menschliches Miteinander“, sagt Klaassen, der trotz seiner Jugend erstaunlich reif wirkt. Im Frühjahr 2013 hat er in Wildeshausen Abitur gemacht, danach habe er sich in einer „Findungsphase“ befunden. Das FSJ beim HTB sei für ihn perfekt, einen Einstieg in das Berufsleben zu finden und gleichzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Die Arbeit als FSJler beim HTB sei ein ständiges Geben und Nehmen, sagt Klaassen, jeder habe für den anderen ein offenes Ohr. Der 18-Jährige könne einerseits anderen helfen, ihnen das Leben abwechslungsreicher zu gestalten. Andererseits stärke der Umgang mit allen Altersschichten seine eigenen sozialen Kompetenzen.

„Zudem investiert der Verein auch in mich. Er gibt mir Chancen, mich auch anderweitig weiterzubilden.“ So hat Klaassen bereits die C-Fußballtrainerlizenz in der Tasche. „Da hat der Verein viel Verständnis aufgebracht, denn ich war dreimal für eine Woche zu Lehrgängen unterwegs.“

Außerdem besucht der 18-Jährige im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres Seminare – beispielsweise zu Fitness- und Gesundheitsfragen. Dort gehe es nicht nur um fachliches Wissen: „Uns wird dort auch gezeigt, wie man als Übungsleiter aufzutreten hat, wie ich es schaffe, ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen“, erklärt der Harpstedter FSJler. Die Arbeit mit Kindern sei schließlich kein Pappenstiel. „Die Charaktere sind sowas von unterschiedlich. Die einen kommen direkt an, wollen geknuddelt werden. Andere sind zurückhaltener, brauchen Zeit, um sich zu öffnen“, weiß Klaassen. Auch „Unruhestifter“ gebe es, „aber noch musste ich niemanden auf die ‚stille Bank‘ schicken“, sagt der 18-Jährige schmunzelnd.

Wichtiger als Sanktionen auszusprechen, sei es, Verständnis zu entwickeln und auf die Kinder zuzugehen. „Gerade beim Schwimmen ist das wichtig. Da müssen die vier- bis fünfjährigen Kinder extremes Vertrauen spüren, bevor sie das erste Mal Kontakt mit dem Wasser haben“, erklärt Klaassen. Im Rahmen der „Wassergewöhnung“ leistet er Hilfestellungen, passt auf, „dass die Kleinen nicht untergluckern und Spaß an diesen Bewegungsangebot entwickeln“.

Es ist eine Aufgabe neben etlichen anderen. So hat der 18-Jährige eine Fußball-AG in Harpstedt sowie eine Ball-AG in der Dünsener Grundschule initiiert, sorgt jeweils einmal die Woche dafür, dass die Kinder sich richtig austoben können und dabei noch etwas lernen. Abseits der Kinderbetreuung fährt der 18-Jährige dreimal die Woche Senioren zum Funktionstraining.

Auch Vereinsarbeit am Schreibtisch ist gefragt. Beispielsweise Beitrittserklärungen entwerfen, verschicken, auswerten, abheften. „Doch das ist eher die Ausnahme in meinem Stundenplan. Ich bin meistens unterwegs, die Leute warten schließlich auf mich“, sagt Klaassen und ist bereits auf dem Sprung zum nächsten Termin. · wie

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