Wildeshauser Marathon-Veteran hält sich auch in der Coronakrise mit Laufen fit

Fritz Rietkötter lässt Vorsicht walten

Auf zur nächsten Runde: Fritz Rietkötter trainiert auch während der Coronakrise dreimal pro Woche. Foto: Schmitt

Wildeshausen – Mit strengen Ausgangsbeschränkungen versuchen Bund und Länder die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich“, heißt es in dem Beschluss, den Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder gefasst haben. Diesen Passus nutzen offenbar viele Menschen, um zumindest für eine Weile den eigenen vier Wänden zu entfliehen. „Es ist überraschend, wen man jetzt plötzlich alles beim Joggen sieht“, sagt jedenfalls Fritz Rietkötter, der Organisator des Wildeshauser Lauftreffs (WLT) und Mitglied im „100 MarathonClub Deutschland“.

Denn während Turnhallen und Sportplätze deutschlandweit gesperrt sind, können sich Ausdauersportler wie Rietkötter immerhin in der freien Natur fit halten. Wie vor der Coronakrise schnürt der 53-Jährige auch weiterhin dreimal pro Woche seine Laufschuhe: dienstags und donnerstags für etwa zwei, sonntags sogar für dreieinhalb Stunden. Entweder allein oder in Begleitung seiner Lebensgefährtin Maria Schmitt geht es dann meistens von der Kreisstadt in Richtung Harpstedt. „Im Hölscher Holz versuche ich, breite Waldwege zu nehmen, um Abstand zu den Spaziergängern zu halten“, berichtet Rietkötter. Mindestens 1,5 Meter sollen es laut Bundesregierung sein, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Auf spezielle Schutzkleidung verzichtet der Marathon-Veteran aber: „Ich denke, wenn man Vorsicht walten lässt, ist alles in Ordnung.“

Dagegen liegen die sportlichen Aktivitäten des WLT erst einmal auf Eis. „Wir haben alles eingestellt, aber es geht nicht anders. Es wäre grob fahrlässig, sich in Gruppen zu treffen. Wir müssen gucken, wie es weitergeht“, meint Rietkötter.

Auch seine Wettkampfambitionen muss der Prokurist eines Vechtaer Holzhandels bis auf Weiteres hinten anstellen. Eigentlich wollte Rietkötter an diesem Wochenende beim Marathon im belgischen Gent starten. Doch daraus wird nichts. Ebenso wenig aus dem Trip zum Marathon in der serbischen Hauptstadt Belgrad Ende April. „Das ist alles hinfällig. Bis Mai wurde alles abgesagt“, bedauert Rietkötter.

Immerhin ist ihm kein finanzieller Schaden entstanden. Flug nach und Hotel in Belgrad hat er gecancelt. „Das war kein Problem“, erzählt Rietkötter. „Auch für Gent konnte ich alles kostenfrei stornieren.“ Auf die Rückerstattung der Startgebühr für den Elbdeichmarathon wird der Huntestädter indes verzichten. „Das ist mein ,Corona-Beitrag‘, damit die Veranstaltung im nächsten Jahr stattfinden kann“, erklärt er. Gerade kleinere Läufe mit weniger als 2000 Startern bekämen durch die Absagen „echte Existenzprobleme“. Rietkötter ist Stammgast in Tangermünde und hat alle bisherigen zwölf Auflagen des Elbdeichmarathons bestritten.

Für den Rostocker Nachtmarathon (1. August) und den Monschau-Ultra-Marathon über 56 Kilometer (9. August) hat Rietkötter die Hoffnung zumindest noch nicht ganz aufgegeben. „Man muss sehen, wie sich die Lage bis dahin entwickelt“, sagt er. Sollte der Belgrad-Marathon wie geplant im Oktober nachgeholt werden, müsste der Wildeshauser aller Voraussicht nach berufsbedingt passen.

Doch so lange die Ausgangsbeschränkungen gelten, dreht Rietkötter seine Runden zunächst einmal weiter allein oder an der Seite von Maria Schmitt. Dadurch will er in der Lage bleiben, „innerhalb von vier Wochen wieder einen Marathon zu laufen“. Anderen Freizeitsportlern, die in diesen Tagen ihre Liebe zum Laufen entdecken, rät der WLT-Chef, langsam anzufangen: „Viele meinen, gleich Bäume ausreißen zu müssen und laufen dabei Gefahr, sich zu überfordern.“

Rietkötter hofft, dass sich die derzeitige Situation in einem halben oder Dreivierteljahr wieder normalisiert hat. Er schätzt, dass sich dann auch die Jogging-Begeisterung wieder legen wird. „Das hört auf, wenn alles wieder in geregelten Bahnen läuft“, sagt er und grinst.  mar

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