Frank Stephanis härtestes Rennen

Triathlet des Harpstedter TB trotzt in Andorra Kälte, Hitze und Höhenluft

HTB-Triathlet Frank Stephani reckt beim Zieleinlauf in Andorra la Vella den reichten Zeigefinger in die Höhe.
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Erschöpft, aber glücklich: HTB-Triathlet Frank Stephani beim Zieleinlauf in Andorra la Vella.

Harpstedt – Frank Stephani hat in seiner bisherigen sportlichen Laufbahn schon einiges mitgemacht. Der 56-Jährige aus der Triathlonabteilung des Harpstedter TB absolvierte neben diversen Marathons und Bergläufen auch schon die volle Distanz eines Ironman. Doch das war nichts im Vergleich zum „Ironman 70.3 Andorra“, den der Bassumer nun im Rahmen seines Südfrankreich-Urlaubs bestritt.

„Im Nachhinein betrachtet, war es das härteste, aber auch das schönste Rennen. Die traumhaften Aussichten, die Landschaft und die Freundlichkeit der Menschen an der Strecke waren phänomenal“, berichtete Stephani nach dem Mitteldistanz-Wettkampf. Für die 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und 21 Kilometer laufen benötigte er 6:57:51 Stunden – das bedeutete Platz elf in der Altersklasse M 55 sowie Rang 337 in der Gesamtwertung.

Zur Vorbereitung radelten Stephani und seine Lebensgefährtin, ebenfalls Triathletin, in der Provence und in den Cevennen 900 Kilometer und meisterten dabei etwa 15 000 Höhenmeter. In Andorra la Vella, der in den östlichen Pyrenäen auf knapp über 1000 Metern höchstgelegenen Hauptstadt Europas, waren die Steigungen jedoch noch extremer.

„Die Organisation dieses allerersten Ironman in Andorra war tadellos“, schwärmte Stephani. Die etwa 750 Athletinnen und Athleten wurden mit Reisebussen zum auf etwa 1650 Metern gelegenen See Lac d’Engolasters gebracht. Erst unmittelbar vor dem Sprung ins Wasser durfte der Mund-Nasen-Schutz abgelegt werden.

Ein vorheriges Einschwimmen war nicht möglich, somit mussten die Teilnehmenden sprichwörtlich ins 14 bis 15 Grad Celsius kalte Wasser springen. Für Stephani ein großes Problem, denn der HTB-Mann konnte nach einigen Kraulbewegungen kaum noch seine Arme aus dem Wasser heben. Er begann zu hyperventilieren. Auf den ersten 400 Metern musste Stephani mehrfach kurz ans rettende Ufer, um seinen Puls und die Atmung wieder zu beruhigen. Dabei spielte er mit dem Gedanken aufzugeben. Wie er beobachten konnte, kämpfte er nicht allein mit diesen Schwierigkeiten. Auf den zweiten 400 Metern konnte sich der 56-Jährige wechselweise im Brust- und Kraulstil mühsam voran arbeiten. Dann hatte sich sein Körper offenbar an die Bedingungen gewöhnt, und er schaffte es, diese zweite Runde durchzukraulen.

Vom Schwimmen ziemlich erschöpft, ging es dann aufs Rad. Trotz klammer Finger und kalter Beine meisterte Stephani seine Lieblingsdisziplin ohne Probleme. Im Gegensatz zur Konkurrenz: „Mindestens ein Athlet ist in einer 180-Grad-Kurve geradeaus gefahren und verunfallt“, erzählte Stephani.

Nachdem er das Rad gegen die Laufschuhe getauscht hatte, setzte ihm beim abschließenden Halbmarathon nicht nur die dünne Höhenluft, sondern auch die Temperatur von 33 Grad Celsius zu. Doch Stephani hielt durch und erreichte erschöpft, aber glücklich das Ziel.

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