Wildeshauser Oberliga-Volleyballer ausgebremst

Frank Gravel befürchtet Saisonaus

Zwei VfL-Spieler im Trikot
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Angeschlagen: Maik Backhus (l.) laboriert an einer Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen, Frederik Bartelt (r.) plagen Knieprobleme.

Wildeshausen – In dieser Woche hat Frank Gravel dem Sportgeschäft seines Vertrauens einen Besuch abgestattet. Das Objekt seiner Begierde: neue Laufschuhe. „Ich bin immer schon mal joggen gegangen, aber im Moment ist es das Einfachste, was man machen kann, um fit zu bleiben“, sagt der Spielertrainer des Volleyball-Oberligisten VfL Wildeshausen. Denn aufgrund der aktuellen Coronaverfügungslage sind Gravel und seine Crew momentan zur Untätigkeit verdammt. Teamtraining ist noch mindestens bis zum 30. November untersagt. Überdies hat der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband (NWVV) den Spielbetrieb für den Rest dieses Jahres ausgesetzt.

„Aber so wie sich die Infektionszahlen entwickeln, kann ich mir nicht vorstellen, dass es noch in diesem Jahr wieder losgeht“, gibt sich Gravel pessimistisch. Er selbst wird als Polizist im Dienst tagtäglich mit den Auswirkungen der Pandemie konfrontiert. Auch seine Mannschaft war zwischenzeitlich betroffen: Zwei VfL-Spieler mussten in Quarantäne.

Zu Beginn des neuerlichen Lockdowns wurde in der teaminternen WhatsApp-Gruppe noch fleißig geschrieben, inzwischen herrsche dort fast völlige Flaute, berichtet Gravel: „Wir können ja auch nur abwarten, wie es weitergeht.“ So lange der Trainings- und Spielbetrieb ruht, arbeiten die Wildeshauser individuell an ihrer körperlichen Verfassung. „Die Jungs wissen, wie sie sich fit halten können“, bestätigt Gravel. Außerdem haben Frederik Bartelt (Knieprobleme) und Maik Backhus (Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen) nun hinreichend Zeit, um ihre Verletzungen auszukurieren. „Die beiden brauchen die Pause, vor allem Maik“, sagt Gravel. Ohne das Duo würde es im Mittelblock ziemlich dünn.

Klar ist aber auch: „Der zweite Lockdown macht das kaputt, was wir uns zuvor erarbeitet haben. Ich fürchte, dass wir im neuen Jahr wieder bei null anfangen“, ärgert sich Gravel. Denn der Saisonstart war eigentlich verheißungsvoll: Aus den beiden Heimspielen gegen den TV Baden II (2:3) und Vizemeister TuS Bersenbrück (3:1) hatten die Wildeshauser am ersten Oktober-Wochenende satte vier Punkte geholt. „Damit bin ich absolut zufrieden! In der vergangenen Saison haben wir zuhause sowohl gegen Baden als auch Bersenbrück mit 1:3 verloren“, unterstreicht Gravel.

VfL-Spielertrainer Frank Gravel

Damals hatte der VfL aber auch noch nicht Jakub Brys. Der ehemalige Zweitliga-Akteuer war vor der Serie vom Drittliga-Absteiger VfL Lintorf in die Kreisstadt gewechselt. Als zweiter Neuzugang hatte sich Außenspieler Marek von der Mehden (SC Twistringen) den Wildeshausern angeschlossen. „In den ersten beiden Sätzen gegen Baden hat ,Kuba‘ ein bisschen überdreht, aber gegen Bersenbrück war er ganz klar der Matchwinner“, lobt Gravel den Diagonalspieler. Brys eröffnet der Wittekind-Crew ganz neue Möglichkeiten. Mit dem 31-Jährigen ist jetzt auch eine 5-1-Formation drin. „Sonst haben wir mit zwei Zuspielern gespielt. Ich glaube nicht, dass wir mit dem alten System vier Punkte geholt hätten“, meint Gravel.

Mit ihrer Ausbeute haben sich die Huntestädter in der Tabelle vorerst hinter dem TV Baden II (8 Punkte) und der VSG Ammerland II (6) auf Rang drei einsortiert. Allerdings hat das Spitzenduo auch schon jeweils drei Begegnungen bestritten. Vier andere Konkurrenten haben erst eine Partie absolviert, während die VG Delmenhorst/Stenum und der FC Schüttorf 09 II bislang überhaupt noch nicht im Einsatz waren. Wenn es ganz schlecht laufen sollte, könnte es dabei bleiben. „Ich befürchte, dass wir in dieser Saison gar nicht mehr spielen werden, zumal wir die Saison nicht nach hinten verlängern können, um den Beachvolleyball-Turnieren nicht in die Quere zu kommen“, ahnt Gravel: „Wenn überhaupt, dann spielen wir nur die Hinserie. Eine Rückrunde kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“

Wie fast alle Amateursportler, die in einer Mannschaft aktiv sind, dürfen auch die Wildeshauser Volleyballer momentan nicht ihrem Hobby nachgehen. Doch der NWVV-Spielausschuss arbeitet an möglichen Szenarien für eine Rückkehr in den Spielbetrieb ab Januar 2021. „Ziel wird es sein, im kommenden Jahr ein attraktives und wettkampforientiertes Spielbetriebsmodell zu entwickeln und anzubieten“, heißt es auf der Internetseite des Verbandes. Im Dezember will das NWVV-Präsidium die Situation und die Auswirkungen der Coronapandemie neu bewerten.

Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs direkt nach dem Jahreswechsel lehnt Gravel ab. „Wir können nicht gleich Anfang Januar loslegen. Mit viel Bauchschmerzen zur Mitte des Monats, aber eigentlich erst gegen Ende Januar“, meint der 54-Jährige. Dann blieben nach seinem Dafürhalten gut zwei Monate Zeit, um das Restprogramm inklusive Relegation durchzuziehen. „Die Relegation erst nach den Osterferien zu spielen – das will doch keiner“, verdeutlicht der VfL-Coach.

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