Sven Apostel freut sich auf seine Rolle als spielender Co-Trainer des VfL Wildeshausen

Flexibles Laufwunder mit der Schwäche für Fast Food

Die Wildeshauser Fußballer wie Janek Jacobs (rechts) kennt Sven Apostel (links) noch aus den Bezirksliga-Spielen mit dem TSV Ganderkesee. Ab Sommer ist er ihr spielender Co-Trainer. - Foto: mar

Wildeshausen - Donnerwetter – doch noch mal was Neues für Sven Apostel! „Stimmt“, grinst der 39-Jährige, der im Sommer zum Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen wechselt: „Bei dem Verein war ich noch nicht. Und davon gibt es ja nicht mehr so viele...“ Apostel nimmt damit all jenen den Wind aus den Segeln, die ihn als Wandervogel bezeichnen.

Doch seit 2012 sind diese Zeiten vorbei, als das Ausdauerwunder nach elf Clubs in zwölf Jahren – fast alle aus der Oberliga – beim TSV Ganderkesee festmachte. Jetzt will es der Vollblut-Fußballer aber noch einmal wissen: Der Familienvater verlässt den Bezirksligisten zum eine Klasse höher geführten Kreisstadt-Club, um dort die Rolle des spielenden Co-Trainers einzunehmen.

Die Position auf dem Rasen ist ihm egal – nur spielen will der Ganderkeseer. „Da bin ich flexibel – und ich möchte niemandem den Platz wegnehmen, der besser ist.“ In Ganderkesee gab er mal den Rechts- und mal den Linksverteidiger, stand auch in der Innenverteidigung, agierte meistens aber im Mittelfeldzentrum. Oder etwas offensiver auf der rechten oder linken Außenbahn – „nur als Stoßstürmer muss es nicht mehr unbedingt sein“, gesteht der fast 40-Jährige.

Doch selbst den Job als einzige Spitze müsste er nicht fürchten, denn Apostel rennt vielen seiner Teamkollegen und Gegner nach wie vor davon. „Tja, im Ausdauer- und Sprintbereich habe ich noch keine Schwierigkeiten“, schildert der Mann mit fast 150 Oberliga-Einsätzen für den BV Cloppenburg, FC Oberneuland, SC Weyhe, Eintracht Nordhorn und VSK Osterholz-Scharmbeck. „Da kommt mir zugute, dass ich nie großartige muskuläre Probleme hatte.“ Auch sonst blieb der Vater zweier Kinder von Verletzungen weitgehend verschont – von einem Innenbandriss vor gut 17 Jahren und einem Unterarmbruch im vergangenen Sommer mal abgesehen. Großartig ackern für den Fitness-Erhalt musste der drahtige 1,80-Meter-Mann nicht sehr – vom Mannschaftstraining mal abgesehen. „Es könnte an meiner guten Veranlagung liegen“, schmunzelt er. Früher joggte er zusätzlich und hielt sich mit Kräftigungsübungen in Form, „denn ernährt habe ich mich immer katastrophal: Döner, Pizza – eben dieses ganze ungesunde Zeug. Gut, dass meine Frau so ausgewogen kocht.“ Und seitdem die Familie zu viert ist, „wäre für Zusatzschichten auch gar keine Zeit mehr.“

Trotzdem will der Rechtsfuß ab Sommer sein Pensum wieder hoch schrauben. „Diese drei Einheiten wöchentlich mit Wildeshausen anstatt der nur zwei in Ganderkesee reizen mich schon. Wenn ich mehr trainiere, bekomme ich auch wieder mehr Power fürs Spiel.“

Dies, gepaart mit der Nähe zu seinem Wohnort und dem Ansporn, sich noch einmal in der sechsten Liga zu beweisen, gaben für Sven Apostel den Ausschlag. Vor gut fünf Wochen hatte VfL-Abteilungsleiter Ottmar Jöckel den Routinier kontaktiert und ihm das Amt des Co-Trainers an der Seite von von Chefcoach Marcel Bragula angeboten. Dessen Trainer-Partner Marco Elia zieht sich im Sommer bekanntlich aus familiären und beruflichen Gründen zurück (wir berichteten). Der Firmenkundenbetreuer der AOK Niedersachsen weiß, dass er in große Fußstapfen tritt, „denn Marco genießt bei den Jungs ein hohes Ansehen.“ Aber er will niemanden kopieren und seinen eigenen Weg finden. Gerüstet scheint der 39-Jährige bestens: Voraussichtlich im August hat er seine A-Lizenz in der Tasche – und Erfahrungen mit zig höherklassigen Übungsleitern bringt er zur Genüge mit. „Das heißt aber nicht, dass Trainer aus der Oberliga automatisch besser sind als in der Bezirksliga.“ Doch er weiß, welchen Stil er übernehmen und wie er es gar nicht machen würde. „Man sollte nicht nur seine eigene Meinung durchdrücken, ohne auf Stimmen aus der Mannschaft zu hören. Andersherum darf man nicht alle 17 von 20 Meinungen im Team berücksichtigen.“

Positiv stimmt den Noch-Coach der Ganderkeseer Bezirksliga-A-Junioren, dass „ich kein absolutes Neuland betrete. Die meisten aus der VfL-Mannschaft kenne ich.“ Entweder aus den Bezirksliga-Duellen gegeneinander, in den „solche Jungs wie Janek Jacobs und Maximilian Seidel natürlich auffielen“. Oder aus gemeinsamen Zeiten in vorherigen Vereinen – etwa VfL-Kapitän Sebastian Pundsack, der damals als Nachwuchs-Torwart mit ihm beim BV Cloppenburg spielte. „Jetzt hoffe ich nur, dass mich die Jungs so nehmen, wie ich bin.“ Aber es scheint zu passen. In der Fairness-Tabelle dürfte der Spieler Apostel die Kreisstädter jedenfalls nicht nach unten ziehen. Nur eine Ampel- und eine Rote Karte in mehr als zwei Jahrzehnten Herrenfußball sprechen für ihn. Und die Schwäche für ungesundes Fast Food wird ihm sein neuer Boss Bragula schon austreiben...

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