Ippener trennt sich vom bisherigen Coach Michael Lamke und holt B-Lizenzinhaber aus Bassum

Fischer soll TSV in der 1. Kreisklasse etablieren

Zurück auf dem Fußballplatz: Der Bassumer Frank Fischer ist neuer Trainer des TSV Ippener.
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Zurück auf dem Fußballplatz: Der Bassumer Frank Fischer ist neuer Trainer des TSV Ippener.

Groß Ippener – Punkte wurden in der 1. Fußball-Kreisklasse schon lange nicht mehr vergeben. Trotzdem hat sich der TSV Ippener inmitten der seit dem 8. Oktober andauernden Zwangspause von seinem bisherigen Coach Michael Lamke getrennt. Als Nachfolger verpflichtete der Tabellendreizehnte den Bassumer Frank Fischer.

„Wir waren mit der Entwicklung in den letzten sechs Monaten nicht zufrieden. Ein Großteil der Mannschaft hat sich nicht mehr wohlgefühlt. Deshalb mussten wir etwas verändern“, begründet TSV-Fußballfachwart Dieter Märtens den überraschenden Trainerwechsel. Lamke hatte den Übungsleiterposten an der Dorfstraße im Juli 2019 von Thorsten Sander übernommen. In der vergangenen Spielzeit führte der 39-Jährige den TSV Ippener zur Vizemeisterschaft in der 2. Kreisklasse und dem damit verbundenen Aufstieg. Der Harpstedter Samtgemeindeclub profitierte davon, dass durch den Saisonabbruch die Quotientenwertung zur Anwendung kam.

In der aktuellen Serie lief es für den Neuling jedoch weniger gut. Aus fünf Partien holte der TSV lediglich fünf Punkte. Allerdings war den Ippeneranern mit dem 4:1 über den Delmenhorster BV unmittelbar vor der Aussetzung des Spielbetriebs der erste Saisonsieg gelungen. Doch der Erfolg bewahrte Lamke offensichtlich nicht vor dem Verlust seines Postens. „Wir hatten das Gefühl, dass wir was verändern und einen neuen Weg einschlagen müssen. Deshalb haben wir aus voller Überzeugung diesen Schritt gemacht“, bestätigt Märtens.

„Das ist das gute Recht des Vereins. Wir hatten ein super erstes Jahr. Aber auf Dauer haben sich die Kleinigkeiten summiert, und es hat sich gezeigt, dass es wohl doch nicht 100-prozentig zusammenpasst“, schlägt Lamke ähnliche Töne an. Die Coronapandemie habe zusätzlich auf die Stimmung gedrückt. „Jetzt habe ich einen Ticken mehr Zeit für mich. Wenn etwas Interessantes kommt, höre ich mir das gerne an“, meint der Bremer.

Lamkes Nachfolger auf der TSV-Bank ist im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst ein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Dafür ist Frank Fischer im Nachbarkreis Diepholz umso bekannter. Den Kontakt stellte der stellvertretende TSV-Vorsitzende Marcel Trojan her, dessen Lebensgefährtin im selben Kreditinstitut arbeitet wie Fischer. „Wir haben uns mehrmals zusammengesetzt, und Frank hat uns zu 100 Prozent überzeugt“, berichtet Märtens, der deshalb auch „keinen weiteren Kandidaten“ ansprach. Fischers Aufgabe werde es sein, den TSV Ippener „in der 1. Kreisklasse zu etablieren“. Dazu wünscht sich Märtens eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem neuen Übungsleiter: „Wir planen definitiv über das Saisonende hinaus.“

Fischer würde am liebsten sofort anfangen. Doch das aktuell geltende Amateursportverbot hindert ihn daran. „Ein merkwürdiger Beginn“, findet er. Doch nach den „guten Gesprächen“ mit den TSV-Verantwortlichen ist er sich sicher, dass der TSV Ippener zu ihm passt und umgekehrt. „Das ist ein schöner Dorfverein mit prima Jungs“, schildert der 55-Jährige seine ersten Eindrücke.

Bis zum 30. Juni dieses Jahres trainierte Fischer im Gespann mit Stefan Rosenthal den hannoverschen Bezirksligisten FC Sulingen. „Danach wollte ich eigentlich aufhören“, berichtet der B-Lizenzinhaber. Doch nach einem Coronasommer mit Hausrenovierung und einer mehrwöchigen Wohnmobiltour durch Kroatien habe ihm seine Frau unlängst gesagt: „Du musst wieder raus auf den Platz.“ Da kam das Angebot des TSV Ippener wie gerufen. „Es ist die Liebe zum Fußball, die einen immer wieder zurücktreibt. Schließlich ist das doch unser aller feinstes Hobby“, schwärmt Fischer.

In seiner aktiven Zeit spielte der Bankkaufmann auf sämtlichen Positionen. „Torwart war ich aber nur in der E-Jugend, weil ich mit 1,74 Metern zu klein bin“, scherzt er und wird gleich wieder ernst: „Ich glaube, dass ich ein sehr mittelmäßiger Fußballer war. Als Trainer kann ich mehr bewirken.“ In der Tat arbeitete Fischer bei fast all seinen Stationen ziemlich erfolgreich. Vor seinem Engagement beim FC Sulingen war er unter anderem bei seinem Heimatverein TSV Bassum, beim SV Bruchhausen-Vilsen, beim TuS Syke, beim SV Heiligenfelde und beim TVE Nordwohlde tätig.

„Im Kreis Diepholz habe ich viel erlebt. Jetzt reizt mich das Neue. Ich finde es megaspannend, in einen anderen Kreis reinzuschauen und neue Sportplätze kennenzulernen“, freut sich der Coach und hofft, „dass wir bald loslegen können“. Dabei legt Fischer großen Wert auf Fairness. „Meine Mannschaften sind dafür bekannt, dass sie die Bälle ablaufen und nicht grätschen“, unterstreicht er. Wichtig werde es sein, „dass erstmal die Defensive stimmig ist“. Außerdem möchte Fischer aus dem Wissens- und Reaktionsvorsprung bei Standardsituationen Nutzen ziehen: „Ideen für offensive Standards zu entwickeln, ist ein kleines Steckenpferd von mir.“

Von Sven Marquart

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