VfL-Torjäger vergibt beim 1:2 gegen Melle Foulelfmeter in der Nachspielzeit

Feldhus’ fataler Fehlschuss

Die erste Chance des Spiels: Maximilian Seidel (vorne) zieht ab. Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Der Heimnimbus des VfL Wildeshausen ist gebrochen! Allerdings musste schon der Tabellenführer der Fußball-Landesliga kommen, um dem Aufsteiger nach zuvor fünf Siegen und einem Unentschieden die erste Saisonniederlage im Krandelstadion beizubringen. Kleiner Trost: Die Wittekind-Crew ist auch nach dem 1:2 (1:1) gegen den SC Melle 03 mit bislang 16 Punkten weiterhin die beste Mannschaft vor eigenem Publikum.

Dabei war die Pleite gegen den Spitzenreiter durchaus vermeidbar. Denn in der Nachspielzeit war VfL-Torhüter David Lohmann mit nach vorne gestürmt und im Strafraum von Jannik Reineke zu Fall gebracht worden. Schiedsrichter Kai Steffens (TuS Esens) entschied auf Foulelfmeter. Eigentlich war Jan Lehmkuhl als Schütze eingeteilt. Doch der Mittelfeldspieler, der beim 3:0-Erfolg über den SV Holthausen-Biene einen Foulelfmeter verschossen hatte, fühlte sich gegen seinen Ex-Club nicht sicher. Lehmkuhl reichte den Ball an Lennart Feldhus weiter. Doch Florian Munz parierte den Schuss des Wildeshauser Torjägers nicht nur, sondern hielt den Ball sogar fest. Höchststrafe!

„Trotzdem kein Vorwurf an Lennart, auch wenn der schwach geschossen war – der Keeper lag ja schon“, meinte Marcel Bragula. Nicht nur wegen des Malheurs tat dem VfL-Coach die Pleite „richtig weh“. Ihn schmerzte besonders der Umstand, dass seine Mannschaft „ein wirklich gutes Heimspiel gemacht“ hatte. „Es ist natürlich bitter für Wildeshausen, dass sie die Chance nicht nutzen. Ein Unentschieden wäre sicherlich das gerechte Ergebnis gewesen. So sind wir froh, dass wir drei Punkte mitnehmen können“, gestand Melles Trainer Roland Twyrdy.

Die Gäste aus dem Osnabrücker Land wirkten sehr abgeklärt und ließen nur wenige Wildeshauser Chancen zu. Offensiv enttäuschte das beste Auswärtsteam der Liga jedoch, zumal Twyrdy seinen mit sieben Saisontreffern besten Torschützen zunächst auf der Bank gelassen hatte. Doch nur neun Minuten nach seiner Einwechslung bereitete Yakup Akbayram dann Melles Siegtor vor: Seinen Freistoß hämmerte Jonas Strehl zum 2:1 in die Maschen (86.). Was Bragula ärgerte: „Dem 2:1 ging eine klare Fehlentscheidung voraus. Das war ein normaler Zweikampf und kein Foul!“ Der VfL-Coach fühlte sich „jetzt schon zum dritten oder vierten Mal in dieser Saison klar benachteiligt“.

Melle wurde nicht oft gefährlich, war aber gnadenlos effizient. Aus vier Möglichkeiten machte der Klassenprimus zwei Treffer. Gleich die erste war drin: VfL-Abwehrchef Marius Krumland konnte Dennis Greiff an der Strafraumgrenze nicht am Abschluss hindern, und der Ball schlug neben dem Pfosten zum 1:0 im Netz ein (13.). „Die kommen einmal vor das Tor – das gibt’s doch nicht!“, haderte Bragula.

Seine Elf hatte bis dahin mehr vom Spiel gehabt und musste sich nach dem Rückstand erst einmal schütteln. Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe Jan Lehmkuhl auf Steven Müller-Rautenberg ablegte. Doch dessen Schuss kam genau auf Munz, wie auch schon der Versuch von Maximilian Seidel in der Anfangsphase (3.).

Zwei Minuten Nachspielzeit hatte Steffens angezeigt. Die 120 Sekunden waren fast schon abgelaufen, als Krumland einen Eckstoß von Michael Eberle mit dem Kopf zum 1:1 in die Maschen rammte (45.+2). Der Ausgleich war zur Pause aus Wildeshauser Sicht glücklich, aber nicht unverdient.

In der zweiten Halbzeit scheiterten Müller-Rautenberg (50.), Lukas Schneider (68./84.) und Robin Ramke (69.) an Munz. Zudem forderten die Wildeshauser nach einem Duell zwischen Malte Moß und Jan Lehmkuhl einen Foulelfmeter. Doch Steffens pfiff nicht (54.).

Stattdessen schlug der Tabellenführer kurz vor Schluss eiskalt zu. Möglicherweise hätte Krumland den Treffer von Strehl verhindern können. Allerdings stand der Innenverteidiger da schon nicht mehr auf dem Platz, nachdem er verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste (74.). „Der Gegenspieler springt ihm mit offener Sohle in die Achillesferse, und das gibt nicht mal Gelb“, echauffierte sich Bragula.

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