Badminton-Punktspiele sollen im Bezirk nun am 17. Januar starten / Nur Rückrunde

Federbälle bleiben in den Dosen

Nachvollziehbar: Holger Fink vom SC Wildeshausen findet die Aussetzung des Spielbetriebs „absolut verständlich“.
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Nachvollziehbar: Holger Fink vom SC Wildeshausen findet die Aussetzung des Spielbetriebs „absolut verständlich“.

Wildeshausen/Harpstedt – Immer nur Trainingsmatches mit den eigenen Vereinskollegen machen auf Dauer keinen Spaß. „Wir hätten große Lust gehabt, auch mal wieder gegen andere zu spielen“, sagt Holger Fink. Damit dürfte der Badmintonabteilungsleiter des SC Wildeshausen vielen Aktiven aus der Seele sprechen. Doch momentan müssen die Federbälle wieder einmal in den Dosen bleiben.

Denn seit Wochenbeginn gilt wegen der stark angestiegenen Coronainfektionszahlen deutschlandweit ein vierwöchiges Amateursportverbot. Deshalb kann die erste Mannschaft des SC Wildeshausen auch nicht wie geplant an diesem Wochenende in die Bezirksliga starten. „Das hatten wir schon erwartet“, sagt Fink. Der Niedersächsische Badminton-Verband (NBV) hat seinen Spielbetrieb in allen Ligen vorerst unterbrochen, verbunden mit der Hoffnung, die ausgefallenen Spiele im Frühjahr nachholen zu können. „Dafür haben wir die Möglichkeit geschaffen, die Punktspielsaison bis in den April/Mai 2021 zu verlängern“, schreibt der Verband auf seiner Internetseite.

Der NBV-Bezirk Weser-Ems ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen. So hat der Bezirksspielausschuss während einer Onlinesitzung beschlossen, die Hinrunde in allen Bezirksligen und Bezirksklassen auszusetzen. Stattdessen soll die Saison am 17. Januar 2021 direkt mit der Rückrunde beginnen. „Sollte es aufgrund der Coronapandemie zu weiteren Saisonunterbrechungen kommen, kann die Saison bis Ende Mai ausgedehnt werden“, erläutert Bezirkspressewart Markus Bennewitz.

„Schade! Wenn wir wie üblich im September angefangen wären, hätten wir jetzt schon ein paar Spiele gemacht“, hält Fink mit seiner Enttäuschung nicht hinterm Berg. Doch letztlich sei die Entscheidung „absolut verständlich“, findet der 49-Jährige. Genauso sieht es auch Carsten Kröcher, der mit Bezirksklassen-Aufsteiger SG Ganderkesee/Harpstedt an diesem Sonntag eigentlich in Vechta aufschlagen sollte. „Es gibt Schlimmeres im Leben, auch wenn wir uns auf tolle Spiele gefreut hatten. Natürlich ist das ein bisschen ärgerlich, aber wir kommen damit klar. Wenn wir Glück haben, können wir in vier Wochen zumindest wieder trainieren“, sagt der SG-Kapitän.

Um der besonderen Situation Rechnung zu tragen, hatte der NBV-Spielausschuss auch seine Spielordnung geändert. So muss ein Team bei einem Mannschaftswettkampf nun nicht mehr aus mindestens vier Herren und zwei Damen bestehen. Stattdessen ist es auf Kreisebene, in den Bezirksstaffeln und in den Verbandsklassen jetzt „zulässig, dass mit einer Mindestanzahl von drei Herren und einer Dame gespielt wird“. Außerdem muss am Ende der Serie 2020/2021 keine Mannschaft absteigen. Dafür dürfen die Staffelsieger aufsteigen, wenn sie wollen. „Verzichtet eine Mannschaft auf den Aufstieg, kann sie weiterhin in der Spielklasse bleiben, in der sie in der laufenden Punktspielrunde gespielt hat“, heißt es in den aktualisierten Statuten.

Um eine mögliche Coronainfektion beim Sport zu vermeiden, verzichten sowohl beim SC Wildeshausen als auch bei der SG Ganderkesee/Harpstedt Akteure auf Wettkämpfe. „Bei uns sind einige selbstständig. Die wollen das Risiko nicht eingehen. Aber das finde ich okay“, meint Carsten Kröcher.

Dafür treibt den 46-Jährigen, der auch Badmintonabteilungsleiter und Nachwuchstrainer beim Harpstedter TB ist, etwas anderes um. „Wir sind erwachsen und können damit umgehen. Für die Jugendlichen tut es mir viel mehr leid“, sagt Kröcher. Vor dem ersten Lockdown im März hatte er „45 Leute auf dem Zettel, die regelmäßig zum Training gekommen sind – mindestens 30 waren immer in der Halle“. Nachdem die Zwangspause vorbei war, haben sich zehn bis 15 Jugendliche nicht mehr blicken lassen. „Je länger das dauert, desto mehr wenden sich ab – das ärgert mich am meisten“, sagt Kröcher.

Als die Hallen im Frühjahr geschlossen waren, versorgte der SC Wildeshausen seinen Nachwuchs via Messenger mit Trainingsvideos. „Während wir Älteren mal nichts gemacht und entschleunigt haben, haben sich die Kids gefreut, dass was passiert ist“, berichtet Holger Fink. Doch Filme können Wettkämpfe nun mal nicht adäquat ersetzen. „Die Jugendlichen wollen spielen, auf Turniere gehen und sich die Hörner reiben“, unterstreicht Kröcher. Gelegenheit dazu bietet das D-Ranglistenturnier im Schülereinzel, das am 6. Februar in Wildeshausen steigen soll – so es die Lage denn zulässt. Coronabedingt hat der Bezirk Weser-Ems den Turnierkalender der Erwachsenen bereits zusammengestrichen: Die Bezirksmeisterschaften in den Altersklassen O 19 und O 35 bis O 75 sind abgesagt.

Von Sven Marquart

Sorgt sich um den Nachwuchs: Carsten Kröchers Trainingsgruppe beim Harpstedter TB ist seit dem ersten Lockdown um fast ein Drittel geschrumpft.

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