Bundesligisten können nicht starten / DFBL hofft auf Spielbetrieb ab Januar

Faustballer im Wartestand

Ach, war das schön: In der vergangenen Hallensaison waren noch ausgelassene Freudentänze erlaubt. Durch Corona und Kontaktbeschränkungen sehen sich die Faustballer des TV Brettorf aktuell nur bei ihren Online-Trainingseinheiten.
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Ach, war das schön: In der vergangenen Hallensaison waren noch ausgelassene Freudentänze erlaubt. Durch Corona und Kontaktbeschränkungen sehen sich die Faustballer des TV Brettorf aktuell nur bei ihren Online-Trainingseinheiten.

Brettorf/Ahlhorn – Ausgeklügelte Hygienekonzepte und der Verzicht auf Zuschauer hätten trotz steigender Coronainfektionszahlen eine Hallensaison möglich machen sollen. Doch die Beschlüsse von Bund und Ländern kassierten die Pläne. „Dadurch wurde uns die Entscheidung abgenommen“, sagt Ulrich Meiners, der Präsident der Deutschen Faustball-Liga (DFBL). Die Dachorganisation hat inzwischen den kompletten Spielbetrieb in ihrem Zuständigkeitsbereich ausgesetzt. Damit entfällt auch der für dieses Wochenende avisierte Start in den Bundesligen. „Nun heißt es abwarten, ob der Lockdown Wirkung zeigt und die Zahlen runtergehen“, sagt Meiners.

Aktuell ist ungewiss, ob es überhaupt noch eine Hallensaison geben wird. „Vielleicht können wir im Januar spielen. Dann wäre eine einfache Spielrunde denkbar. Das wäre zeitlich noch gut zu machen“, sagt Meiners mit Blick auf die geplanten DM-Endrunden der Frauen (6./7. März in Gärtringen) und Männer (13./14. März in Ötisheim): „Aber das steht jetzt noch völlig in den Sternen!“

Der Ahlhorner und seine Präsidiumskollegen wollen nun „die Entwicklung beobachten und am 25. November, eventuell auch schon früher, beraten, in welche Richtung es gehen könnte“. Viele Vereine hätten den Wunsch geäußert, zu spielen, so es die Vorgaben gestatten. Vor allem für den Nachwuchsbereich wäre ein Spielbetrieb wichtig. „Wenn die Kinder und Jugendlichen keinen Anreiz haben, wird es schwer, sie bei der Stange zu halten“, weiß Meiners aus seiner Erfahrung als Faustballabteilungsleiter des Ahlhorner SV.

Zumindest bis Ende November müssen die Faustbälle im Netz bleiben. Eventuell auch länger. „Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr noch spielen“, ist Tim Albrecht pessimistisch. Der Spielertrainer wäre mit dem Erstligisten Ahlhorner SV an diesem Sonnabend daheim gegen den SV Armstorf in die Saison gestartet. „Wir hätten schon großen Spaß gehabt zu spielen – aber es ist halt so wie es ist“, sagt Albrecht. Stattdessen hat er seinen Teamkollegen aufgetragen, sich individuell fit zu halten, „damit wir nicht bei null anfangen müssen, wenn es wieder losgeht – das dürfte kein Problem sein“.

Außer Tim Albrecht und seinem Bruder Mats gehören noch Erik Grotelüschen, Andrej Macht, Jan Gißler und Jan Hermes zum ASV-Aufgebot. Schlagmann Christoph Johannes steht wegen anhaltender Knieprobleme weiterhin nicht zur Verfügung. „Christoph hat durchblicken lassen, dass das nichts wird – dafür habe ich volles Verständnis“, erklärt Tim Albrecht. Sollte doch noch eine Hallenrunde ausgetragen werden, könnte sich der Nationalspieler neben einer einfachen Punktrunde auch Turniere mit vier Mannschaften vorstellen, wie es sie schon in der Feldsaison gab.

Der TV Brettorf hätte zum Auftakt beim TK Hannover antreten müssen. Die Fahrt in die Landeshauptstadt kann sich die Crew um Kapitän Malte Hollmann nun sparen. „Die ganze Truppe hatte sich auf den Spieltag gefreut“, berichtet Trainer Klaus Tabke, „aber wenn man sieht, wie die Infektionszahlen nach oben gehen, ist es nur logisch, dass der Sport hinten anstehen muss.“

Obwohl: Ohne Leibesertüchtigung geht es natürlich auch bei den Brettorfern nicht. Gleich dreimal wöchentlich schalten sich Tabke und sein Team über das Internet zusammen. Dann stehen Gymnastik-, Dehn- und Kräftigungsübungen auf dem Plan. „Das Programm arbeiten die Jungs selbst aus. Der eine oder andere hatte auch schon Muskelkater“, erzählt der Coach. An den Wochenenden absolvieren seine Spieler zusätzlich noch Laufeinheiten. Das Pensum überwacht Tabke via App: „Das haben wir im Frühjahr schon so gemacht. Ich habe keine Lust, erst an den Grundlagen zu arbeiten, wenn es wieder losgeht.“ Ja, wenn. „Dafür müsste sich die Situation grundlegend ändern. Im Moment gibt es wichtigere Dinge als Faustball“, betont Tabke.  mar

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