Faustballer des Ahlhorner SV und TV Brettorf mit wenig Fanunterstützung zur DM

„Das ist kein Ferienlager“

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ASV-Schlagmann Christoph Johannes brennt darauf, Bundestrainer Olaf Neuenfeld zu beweisen, dass seine WM-Nichtberücksichtigung ein Fehler war.

Brettorf/Ahlhorn - Auf ihre Fans können sich die Faustballer des TV Brettorf und des Ahlhorner SV normalerweise verlassen. Doch diese Reise ist ihnen dann wohl doch zu weit. Handverlesene 17 Schlachtenbummler werden seine Mannschaft diesmal zur deutschen Meisterschaft begleiten, berichtet Brettorfs Trainer Ralf Kreye. Ein voll besetzter Bus ist auch in Ahlhorn nicht zusammengekommen. 20 Anhänger dürften es sein, schätzt ASV-Coach Thomas Neuefeind: „Aber die Knallharten sind dabei.“

DM-Austragungsort ist am Sonnabend und Sonntag das sächsische Dorf Hirschfelde (Landkreis Görlitz) an der Grenze zu Polen. Entfernung: mehr als 600 Kilometer. Geschätzte Fahrzeit: länger als sechs Stunden. Ein immenser Aufwand – zumal das Turnier für beide Mannschaften bereits morgen Mittag wieder vorbei sein kann. Sowohl der Ahlhorner SV als auch der TV Brettorf müssen zunächst die Qualifikation spielen.

Durch die 1:5-Niederlage am letzten Spieltag der Punktrunde beim VfK 01 Berlin mussten die Ahlhorner den Hauptstädtern den Staffelsieg überlassen. „Sonst wären wir direkt für das Halbfinale qualifiziert gewesen“, ärgert sich Thomas Neuefeind. Bis dahin war er mit dem Verlauf der Feldsaison eigentlich sehr zufrieden, so ist er es nur zu 90 Prozent. „Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass mehr geht. Wir wollen die Saison möglichst mit einer Medaille krönen.“

Die ASV-Crew bekommt es morgen zum Auftakt mit dem Süd-Dritten MTV Rosenheim um Nationalangreifer Steve Schmutzler zu tun. „Ein unberechenbares Kraftpaket“, warnt Neuefeind. „Aber beim Faustball spielen immer Fünf.“ In Christoph Johannes, Tim und Mats Albrecht haben auch die Ahlhorner drei Akteure in ihren Reihen, die zum erweiterten Nationalmannschaftskader zählen und erst bei der letzten Nominierungsrunde den Sprung ins WM-Aufgebot verpasst haben. „Alle sind heiß, alle sind fit, alle haben gut trainiert“, berichtet Thomas Neuefeind. Besonders sein Schlagmann Christoph Johannes brenne darauf, Bundestrainer Olaf Neuenfeld zu beweisen, dass seine Nichtberücksichtigung ein Fehler war.

Der TV Brettorf blickt bisher auf eine äußerst mäßige Feldsaison zurück. „Aber wir fahren nicht umsonst nach Hirschfelde – das ist kein Ferienlager!“, betont Trainer Ralf Kreye. Gleichwohl ist sein Team gegen den Süd-Zweiten TV Schweinfurt-Oberndorf um Nationalmannschaftsmittelmann Fabian Sagstetter nur Außenseiter. Zwar bezwangen die Brettorfer die Unterfranken zuletzt im Bronzematch bei der Hallen-DM in Oldenburg (3:1). „Aber das ist ein ganz anderes Spiel. Drinnen gibt es keinen Auslauf, draußen fehlt uns die Durchschlagskraft“, erläutert Kreye. Diesbezüglich sieht er seinen Schlagmann Tobias Kläner gegenüber Oliver Bauer im Nachteil. „Wir müssen ihn zum Hecheln bringen“, sagt Kreye und fordert von seinen Mannen einen mutigen Auftritt. „Damit hinterher keiner rumheult und sagt, wir hätten nicht alles versucht.“

Bei den Frauen hält in diesem Jahr lediglich der SV Moslesfehn die Fahne des Landkreises Oldenburg hoch. Das Team der Trainerinnen Doris Schmertmann und Sabine Grüning trifft in der Qualifikation auf Ausrichter FSV Hirschfelde. Der amtierende deutsche Hallenmeister und DM-Dauergast Ahlhorner SV verpasste als Nord-Sechster das Ticket für die Titelkämpfe.

mar

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