Österreichs U 16-Coach lobt Trainingsmöglichkeiten in Wildeshausen

Entwicklung hat für Stadler Priorität

Ihm entgeht nichts: Aufmerksam beobachtet Österreichs Nationalcoach Hermann Stadler (l.) das Geschehen. Foto: Nadig

Wildeshausen - Von Nico Nadig. Es ist kurz nach 11 Uhr, als der graue Bus vorfährt. Wenige Sekunden später trudeln die U 16-Nationalspieler Österreichs im Wildeshauser Fitnessstudio „Auszeit“ ein. Die Nachwuchskicker flachsen und lachen. Allerdings wirkt der eine oder andere doch ein wenig müde. Verständlich. Immerhin trafen die Österreicher am Donnerstagabend im Delmenhorster Stadion auf die deutsche Auswahl. Das intensive Testspiel entschieden die Gäste vor 1314 Zuschauern durch den Treffer von Nikolas Sattlberger (55.) mit 1:0 (0:0) für sich. „Vom Ergebnis her bin ich zufrieden“, sagt Österreichs Trainer Hermann Stadler, schränkt aber ein: „In der zweiten Hälfte hat mir die Defensive und überhaupt das Spiel gegen den Ball nicht gefallen. Da hatten wir Glück.“

Bis Sonntag hat er nun Zeit, mit seinem Team daran zu feilen. Dann steht nämlich das zweite Testspiel gegen Deutschland in Rotenburg an (11 Uhr). Mit dieser Partie endet auch das Trainingslager der Alpenkicker in Wildeshausen. „Wir sind sehr angetan vom Ambiente und der Gastfreundschaft“, lobt Stadler. Die Trainingsmöglichkeiten seien top genauso wie die Verpflegung. „Und hier im Fitnessstudio können wir alle Maßnahmen ergreifen, damit sich die Spieler regenerieren können“, sagt der Coach. Solche Partien sind laut Stadler dabei extrem wichtig für die Entwicklung der Spieler. Schließlich agiere Deutschland auf dem höchsten Niveau und diene daher als gute Standortbestimmung.

Ortswechsel: Ein Teil der Mannschaft ist wieder in den Bus gestiegen. Die Rasenplätze des Krandelstadions liegen dabei mehr oder weniger um die Ecke. Für die Spieler, die im Testspiel nur kurz oder gar nicht zum Einsatz gekommen sind, steht eine kleine Einheit an. Mittelfeldspieler Tolgahan Sahin trinkt noch einen Schluck, bevor es losgeht. „Ich möchte gut spielen, ich will mich weiterentwickeln. Es ist ein Traum für mich“, sagt Sahin. Er spielt wie vieler seiner Teamkollegen für den FC Red Bull Salzburg, dessen Akademie die beste Adresse im österreichischen Nachwuchsfußball ist.

Mit ein paar Runden Rondo wärmen sich Talente auf, ehe sie auf einem Kleinfeld kicken. Stadler beobachtet das Geschehen aufmerksam. „Das Problem bei so einem Teamlehrgang ist, dass man eigentlich gar nicht viel trainiert. Nach unserer Ankunft hatten wir eine lockere Trainingseinheit. Donnerstag haben wir gespielt, Freitag steht dann Regeneration an und Samstag bereiten wir uns wieder vor“, erklärt der 58-jährige Ex-Profi. Trotzdem versuchen er und sein Betreuerstab das ganze Potenzial aus den Spielern herauszukitzeln. Aber keinesfalls um jeden Preis. „Natürlich geht es um Leistung, aber das Ergebnis ist erstmal zweitrangig. Sie sollen sich weiterentwickeln“, betont der Trainer.

Bei dem Lehrgang geht es aber um mehr als die fußballerische Weiterentwicklung der Nachwuchstalente. „Mit unserem Sportpsychologen erarbeiten die Jungs, was es bedeutet, Nationalspieler zu sein und welche Werte und welches Verhalten dafür angebracht sind“, erläutert Stadler. Letztlich sollen die Akteure auf und neben dem Platz zu Persönlichkeiten heranwachsen. Gerade diese Entwicklungsschritte zu begleiten und mit Tipps zu unterstützen, bereitet Stadler große Freude. So betreut er ein Team immer vier Jahre lang, von der U 15 bis zur U 19. Sobald er seine Kicker in die U19 geführt hat, übernimmt er dann gleichzeitig einen neuen jungen Jahrgang. Und das ist durchaus eine große Umstellung. Stadler: „Am Anfang sind das noch Kinder, später dann schon grobfertige Spieler, die teilweise bei Topclus kicken.“

Apropos Topclubs: Einige Akteure, die er in der Jugend-Nationalmannschaft trainiert hat, haben den Sprung in den Profibereich geschafft, darunter klangvolle Namen wie David Alaba, Marko Arnautovic und Julian Baumgartlinger. „Was mich stolz macht, ist, wenn man sich dann nach zig Jahren wiedersieht und die Spieler einen mit ‚Hey Trainer‘ begrüßen und umarmen.“

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