Eine Frage des Willens

Bragula fordert vor dem Saisonfinale bei Eintracht Oldenburg mehr Entschlossenheit

Felix Dittrich hütet im abschließenden Saisonspiel beim SV Eintracht Oldenburg erneut das Tor des VfL Wildeshausen. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Sie haben es selbst in der Hand: Ein Sieg beim Absteiger SV Eintracht Oldenburg an diesem Freitag, 19.30 Uhr, würde den Bezirksliga-Fußballern des VfL Wildeshausen die Vizemeisterschaft bescheren. „Es ist eine Willensfrage: Was ist die Mannschaft bereit zu investieren, damit wir unser letztes Ziel erreichen?“, sagt VfL-Coach Marcel Bragula.

Denn nach der langen Saison sind die Akkus leer – das war den Krandel-Kickern am Mittwochabend deutlich anzumerken. Beim 3:3 gegen den SV Baris wirkten sie platt und ausgelaugt. „Wir gehen auf dem Zahnfleisch“, bestätigt Bragula. Doch auch die Gastgeber, die im Monat Mai neun (!) Punktspiele absolvieren mussten, dürften an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt sein. Trotzdem rief der Tabellenvorletzte am Mittwoch beim VfL Stenum eine starke Leistung ab und musste sich nur knapp mit 2:3 geschlagen geben.

Überhaupt zeigte sich die Eintracht in der Rückrunde gegenüber der ersten Saisonhälfte verbessert. „Außerdem werden sie sich vor eigenem Publikum anständig aus der Bezirksliga verabschieden wollen“, ahnt Bragula. „Aber ich will den Gegner nicht stark reden. Wir sind Zweiter, Eintracht Vorletzter. Wir sind Favorit und müssen gewinnen – Ausrufezeichen!“

Um den punktgleichen Tabellendritten VfB Oldenburg II auf Distanz zu halten, brauchen die Wildeshauser aber nochmal eine Leistungssteigerung. „Wir müssen besser Fußball spielen und entschlossener sein“, fordert Bragula. Was seine Crew gegen Baris ablieferte, sei vor allem „defensiv indiskutabel“ gewesen: „Das war zu lax!“

Die ungewohnte Besetzung der Viererkette tat das Übrige. Weil Torjäger René Tramitzke gesperrt war, musste Abwehrchef Thorben Schütte in der Sturmspitze aushelfen. Stattdessen bildeten Christoph Stolle und Niklas Heinrich die Innenverteidigung. Den Linksverteidiger gab Timo Höfken, eigentlich ein Offensiver. „Timo hat das gut gemacht, aber er ist nun mal kein Linksfuß“, erläutert Bragula. Deshalb hofft er, dass sich Philipp Finger rechtzeitig gesund meldet. „Philipp hat mir gegen Tur Abdin gut gefallen – wenn er fit ist, wird er spielen“, erklärt der Übungsleiter.

Das Tor hütet erneut Felix Dittrich, der auch beim 7:2 im Hinspiel zwischen den Pfosten stand. „Gegen Baris haben die Jungs Felix immer wieder mit unnötigen Rückpässen in Bedrängnis gebracht – das müssen wir abstellen“, verlangt Bragula. Gleiches gilt für die vielen „dummen Fouls“. Eines davon führte zu jenem Freistoß, den Ümit Igde in der Nachspielzeit zum 3:3 verwertete.

Sicherlich hätte Jannis Oberbörsch, der in der Winterpause vom Hellmskamp in den Krandel gewechselt war, gerne gegen seinen Ex-Verein gespielt. Doch der VfL-Angreifer fällt verletzt aus. Deshalb dürfte Sturmtank Tramitzke nach abgesessener Gelbsperre den Platz in der Spitze einnehmen. Dafür könnte Schütte ins Abwehrzentrum zurückkehren. 

 mar

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