Ein Titel für die Geschichtsbücher

Ahlhorns U 19-Faustballerinnen freuen sich über eine Meisterschaft, die es eigentlich gar nicht gibt

Deutscher U 19-Meister: Lea Delitzscher (h. v. l.), Jolene Brockmann, Nancy Mahmood, Talea Köhler-Schwartjes (v. v. l.), Mieke Kienast und Jordan Nadermann vom Ahlhorner SV. Auf dem Bild fehlen Trainerin Bianca Nadermann und Betreuerin Brigitte Delitzscher.
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Deutscher U 19-Meister: Lea Delitzscher (h. v. l.), Jolene Brockmann, Nancy Mahmood, Talea Köhler-Schwartjes (v. v. l.), Mieke Kienast und Jordan Nadermann vom Ahlhorner SV. Auf dem Bild fehlen Trainerin Bianca Nadermann und Betreuerin Brigitte Delitzscher.

Ahlhorn/Brettorf – Der Ahlhorner SV hat wieder einmal Faustballgeschichte geschrieben. Mit ihrem Sieg bei den Titelkämpfen in Vaihingen/Enz werden die U 19-Juniorinnen des Vereins als erster und voraussichtlich einziger deutscher Meister dieser Altersklasse in die Annalen eingehen. Weil 2020 coronabedingt viele Veranstaltungen ausgefallen waren, hatte das Präsidium der Deutschen Faustball-Liga (DFBL) nach einer Initiative aus Sachsen entschieden, in diesem Jahr einmalig eine U 19-DM auszutragen. Ahlhorns männliche U 19 holte Bronze. DM-Silber gab es für die U 14-Mädchen des ASV sowie die U 14-Jungen des TV Brettorf.

Weibliche U 19

Zwar zählten die Ahlhornerinnen zum Favoritenkreis, allerdings waren die personellen Voraussetzungen nicht gerade rosig. Trainerin Bianca Nadermann musste auf zwei Leistungsträgerinnen verzichten. Zuspielerin Tamika Köhler-Schwartjes und Abwehrspielerin Hannah Nordbrock fielen krankheitsbedingt aus. Für sie sprang Nancy Mahmood ein. „Nancy hat ganz toll gespielt“, lobte Bianca Nadermann die U 16-Akteurin. Aber auch Lea Delitzscher, Jolene Brockmann, Talea Köhler-Schwartjes, Mieke Kienast und Jordan Nadermann gaben alles für die beiden daheimgebliebenen Teamkolleginnen. Mit Erfolgen über den SV Energie Görlitz (11:7, 11:6), ihren „ewigen Rivalen“ SV Düdenbüttel (9:11, 11:9, 12:10), den TSV Karlsdorf (11:3, 11:4) und den TV 1865 Waibstadt (15:13, 11:7) holten sich die Ahlhornerinnen in der Vorrunde den Gruppensieg und zogen somit direkt ins Halbfinale ein. Dort wartete erneut der SV Düdenbüttel, der sich in der Qualifikation mit 11:5, 9:11, 11:8 gegen den späteren Fünften Wardenburger TV durchgesetzt hatte. Erneut ging es über drei Sätze, und erneut ging der ASV als Sieger vom Platz (12:10, 9:11, 11:6). Im Endspiel gegen Gastgeber TV Vaihingen/Enz lief zunächst alles nach Plan: Ahlhorn holte sich den ersten Durchgang mit 11:6 und führte im zweiten schon mit drei Bällen. Trotzdem schaffte Vaihingen den Satzausgleich (12:10). Doch im Entscheidungssatz hatte der ASV die größeren Kraftreserven und schnappte sich durch das klare 11:3 die Goldmedaille. „Der Erfolg ist hart erarbeitet“, verdeutlichte Bianca Nadermann.

Männliche U 19

Die ASV-Trainer Nils-Christoffer Carl und Sven Wilke mussten auf den kranken Anton Brod verzichten. Deshalb seien die „Erwartungen nicht so hoch“ gewesen, erläuterte ASV-Faustballabteilungsleiter Ulrich Meiners. Unter diesen Voraussetzungen habe sich das relativ junge Team in Dresden jedoch „sensationell verkauft“. Mit Siegen über den TSV Lola (9:11, 11:9, 11:9), den SSV Heidenau (11:6, 12:14, 11:5) und den TB Oppau (11:8, 11:4) bei einer Niederlage gegen den TV Vaihingen/Enz (7:11, 9:11) musste der ASV als Gruppenzweiter ins Qualifikationsspiel. Dort besiegten Hiep Tran, Luc Tran, Ole Kaltenhauser, Luca Nienaber und Ole Wilke die Berliner TS mit 11:9, 11:8. Im Halbfinale war der spätere deutsche Meister TV Segnitz trotz einer Satzführung am Ende eine Nummer zu groß (11:8, 4:11, 4:11). Für ihre tolle kämpferische Leistung im Spiel um Platz drei gegen den TV Vaihingen/Enz belohnten sich die Ahlhorner mit dem Gewinn der Bronzemedaille (13:15, 11:8, 12:10).

Weibliche U 14

Freuen sich über DM-Silber: Trainerin Edda Meiners (h. v. l.), Minh Anh Tran, Thuong Nguyen, Sophia Macht, Betreuer Andrej Macht, Anastasia Will (v. v. l.), Lea Meidenstein und Fenja Delitzscher. Ahlhorns U14-Faustballerinnen mussten sich nur dem MTV Wangersen geschlagen geben.

Mit dem 11:7, 11:3 über den Favoriten MTV Wangersen setzte der Ahlhorner SV gleich zum Turnierauftakt in Essel ein dickes Ausrufezeichen. Auch in den weiteren Vorrundenpartien gegen die TG Biberach (11:3, 11:1), den VfL Kellinghusen (11:6, 11:4) und den ESV Schwerin (11:3, 11:3) blieb die Mannschaft von Trainerin Edda Meiners ohne Satzverlust. Vor allem die Abwehrspielerinnen Minh Anh Tran und Thuong Nguyen, die teilweise unmögliche Bälle herausholten, spielten ganz groß auf. Im Halbfinale gegen die TS Thiersheim wurden sie und ihre Teamkolleginnen Sophia Macht, Anastasia Will, Lea Meidenstein und Fenja Delitzscher jedoch vor eine harte Bewährungsprobe gestellt. Mit 9:11, 1:4 lag der ASV bereits in Rückstand, kämpfte sich aber zurück und gewann tatsächlich noch mit 11:7, 11:5. Im Endspiel kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit dem MTV Wangersen, der sich nach einem packenden Match und gut 50-minütiger Spieldauer mit 11:9, 1:11, 11:6 für die Vorrundenniederlage revanchierte.

Männliche U 14

Wirksames Trostpflaster: Micha Kufeld (v. l.), die beiden Trainer Tobias Kläner und Tom Hartung, Laurence Lüschen, Ole Behm, Bjarne Horn, Ahmed Khadrawi, Joey Bieniek, Lucas Praß sowie Bastian Steenken vom TV Brettorf bejubeln den Gewinn der Silbermedaille bei der deutschen U 14-Meisterschaft.

Ungeschlagen marschierte der TV Brettorf in Wakendorf durch die Vorrunde. Nach Siegen gegen den TV Unterhaugstett (11:9, 11:9), die TG Baden-Baden (7:11, 11:9, 11:4), den Güstrower SC 09 (11:6, 8:11, 11:5) und den SV Kubschütz (11:8, 11:6) hatte es das Team des Trainerduos Tobias Kläner/Tom Hartung als Gruppenerster direkt ins Halbfinale geschafft. Wieder hieß der Gegner SV Kubschütz. Doch diesmal wurde es ein Drei-Satz-Krimi (9:11, 11:7, 11:9). Im Endspiel gegen den MTV Rosenheim standen Micha Kufeld, Laurence Lüschen, Ole Behm, Bjarne Horn, Ahmed Khadrawi, Joey Bieniek, Lucas Praß und Bastian Steenken beim 3:11, 9:11 allerdings auf verlorenem Posten. Doch wie sich zeigen sollte, war auch die Silbermedaille ein äußerst wirksames Trostpflaster.

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