Drozdowski krönt turbulente Dötlinger Aufholjagd

Strafstoß für Dötlingen: Gerrit Schüler (l.) holt den Foulelfmeter heraus, den Bartosz Drozdowski anschließend über das Hasberger Tor setzte. Foto: Richter

Landkreis – Vier Rote Karten, zweimal Gelb-Rot, drei Foulelfmeter und dann noch sieben Treffer – Schiedsrichter Nico Menke (TV Munderloh) hatte im Spiel zwischen den Fußball-Kreisligisten TuS Hasbergen und TV Dötlingen alle Hände voll zu tun. Dass die Dötlinger nach einem 1:3-Rückstand noch mit 4:3 gewannen und so ihren ersten Saisonsieg feierten, geriet angesichts der Ereignisse fast schon zur Nebensache.

FC Huntlosen – VfR Wardenburg 0:3 (0:2): Gegen die offensivstarken Wardenburger hatte Maik Seeger seiner Crew eine etwas defensivere Taktik verordnet als üblich. „Aber der Schuss ging nach hinten los“, musste der FCH-Coach zugeben. Bereits in der dritten Minute unterlief sein Keeper Hauke Büsselmann einen Eckstoß, und Nino Oeltjebruns erzielte das 1:0 für die Gäste. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld versuchte Nils Heimann den folgenden Wardenburger Angriff durch ein taktisches Foul zu unterbinden. Doch Schiedsrichter Horst „Blacky“ Dräger (SV Atlas) entschied auf Vorteil, den Sebastian Vogelsang zum 2:0 nutzte (17.). „Danach haben wir dann etwas offensiver gespielt, um Wardenburg zu beschäftigen“, erläuterte Seeger: „Das hat auch gut geklappt. Wir haben nur unsere Chancen nicht genutzt.“ Sebastian Merz, Felix Dalichau, Lyroy Schallock, Jan Deters und Simon Mohn konnten den starken VfR-Keeper Dominik Nitsche allesamt nicht überwinden. Stattdessen vollendete Lukasz Jarosiewicz kurz vor Schluss einen Konter zum 3:0 (88.). „Die Leistung war in Ordnung. Es ist ärgerlich, wenn du so viel Aufwand betreibst und dich nicht belohnst“, meinte Seeger.

VfL Wildeshausen II – VfL Stenum II 0:1 (0:1): Die Krandel-Kicker waren im Aufsteigerduell zwar feldüberlegen, bissen sich an der gut sortierten Stenumer Defensive aber immer wieder die Zähne aus. „Bei Stenum hat einer für den anderen gekämpft. Das hat bei uns gefehlt. Wir waren immer einen Tick zu langsam“, monierte Wildeshausens Übungsleiter Mete Döner. So wie beim einzigen Treffer der Partie: Pascal Zoll durfte am linken Strafraumeck ungehindert Maß nehmen und traf platziert zum 1:0 (10.). „Wir haben alle nur zugeguckt. Bis wir schalten, ist der Ball schon im Netz“, schimpfte Döner. Im Angriff agierten seine Schützlinge nicht zielstrebig genug. Bisweilen fehlte ihnen aber auch das nötige Fortune, so wie bei den Pfostentreffern von Hauke Glück (39.) und Mika Ostendorf (90.+1).

TuS Hasbergen – TV Dötlingen 3:4 (1:1): „Der Schiedsrichter hat das Spiel kaputt gemacht. Er kann nicht jede Kleinigkeit bestrafen. Aber wir sind selbst Schuld, wenn wir die Tore nicht machen“, ärgerte sich Chawkat El-Hourani. Hasbergens Trainer sah ebenso glatt Rot (90.+3) wie seine Spieler Houssein Hazimeh (90.) und Hayri Sevimli (90.+5). Sevimli bespuckte den Referee nach seinem Platzverweis auch noch. Zudem handelten sich die Hasberger Bediryan Bektas (66.) und Zana Ibrahim (88.) Gelb-Rot ein. Auf Dötlinger Seite erwischte es Philipp Karthäuser wegen einer Notbremse (45.). „Der Schiedsrichter war nicht schlecht. Hasbergen hätte sich nicht beschweren können, wenn sie die Karten schon eher bekommen hätten“, meinte Dötlingens Trainer Joachim Puchler. Sein Team war durch Bartosz Drozdowski in Führung gegangen: Nach Foul an Niclas Schemionek verwandelte der Abwehrchef den fälligen Strafstoß zum 1:0 (23.). Einen weiteren Foulelfmeter setzte Drozdowski dann weit über das Hasberger Tor (35.). Stattdessen glich Zana Ibrahim kurz vor der Pause zum 1:1 aus (42.). „Da hätten wir schon 5:1 führen müssen, aber wir haben unsere Angriffe einfach nicht gut zu Ende gespielt“, monierte Puchler. Stattdessen hieß es zehn Minuten nach dem Seitenwechsel 1:3 aus Sicht der Gäste: Zana Ibrahim hatte zwei schöne Einzelleistungen erfolgreich abgeschlossen (47./54.). Doch Dötlingen zeigte Moral, verkürzte durch Gerrit Schüler auf 2:3 (71.) und kam durch einen von Benjamin Bohrer im zweiten Anlauf verwandelten Foulelfmeter zum Ausgleich (88.). Menke hatte den Strafstoß wiederholen lassen, weil Keeper Hazimeh beim ersten Versuch nicht die Torlinie berührte. Nach Vorarbeit von Bohrer krönte Drozdowski in der turbulenten Schlussphase die Dötlinger Aufholjagd (90.+4).  mar

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