Jan Lehmkuhl wechselt vom VfL Wildeshausen erneut zum SC Melle 03

„Diesmal ist es einfacher“

War das schon seine Abschiedsvorstellung? Im Vorbereitungsspiel gegen den TSV Ganderkesee trug Jan Lehmkuhl (M.) möglicherweise zum letzten Mal das Trikot des VfL Wildeshausen. Der Mittelfeldspieler wird sich wieder dem Landesliga-Rivalen SC Melle 03 anschließen. Foto: Marquart

Wildeshausen – Seit seiner Rückkehr zum Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen im vergangenen Sommer hat Jan Lehmkuhl jede Menge Zeit auf der Autobahn 1 verbracht. Meistens benötigte der in Osnabrück wohnende und arbeitende Mittelfeldspieler für den rund 90 Kilometer langen Weg zum Training eine gute Stunde. Wenn nichts dazwischen kam. Doch das war gerade im September und Oktober nur selten der Fall. „Da habe ich mehrfach im Stau gestanden. Einmal habe ich für die Strecke sogar zweieinhalb Stunden gebraucht“, berichtet der 27-Jährige. Der enorme Aufwand, um bei den Spielen und mindestens zwei der drei wöchentlichen Trainingseinheiten dabei sein zu können, „kostet Kraft“, musste sich Jan Lehmkuhl eingestehen. Diese Energie möchte der Klein Henstedter künftig anders einsetzen. Deshalb wird er die Krandel-Kicker nach nur einem Jahr wieder verlassen und sich erneut dem Ligarivalen SC Melle 03 anschließen, für den er bereits von 2017 bis 2019 seine Stollenschuhe schnürte (48 Partien/vier Treffer).

„Wenn ich vor Ort spiele, bin ich flexibler“, erläutert der im Einsatz- und Streifendienst eingesetzte Polizeikommissar. Zwar absolvierte er auch ein Probetraining beim Bezirksligisten SSC Dodesheide, doch schnell stand für ihn fest: „Melle war eigentlich alternativlos. Ich habe mich dort zwei Jahre lang sehr wohl gefühlt. Deshalb ist der Wechsel die logische Konsequenz.“ Um sich „nicht im nächsten Sommer wieder Gedanken machen zu müssen“, hat er beim derzeitigen Tabellenzweiten gleich bis zum 30. Juni 2022 zugesagt.

Wie schon vor drei Jahren verlässt Jan Lehmkuhl den VfL Wildeshausen, bei dem auch sein Zwillingsbruder Ole spielt, erneut nur schweren Herzens: „Der Wechsel fällt mir nicht leicht. Der VfL hat ein tolles Umfeld. Aber ich weiß auch, was mich in Melle erwartet. Deshalb ist es diesmal ein bisschen einfacher.“

Bei der Crew von SC-Coach Roland Twyrdy ist Jan Lehmkuhl nach Abwehrspieler Rene Heitkamp (SV Rödinghausen II) und Defensivallrounder Damian Hülsmann (SV Bad Rothenfelde) der dritte Neuzugang für die kommende Spielzeit. Aus dem aktuellen Meller Aufgebot hat nun auch Mittelfeldmann Malte Moß bis zum 30. Juni 2021 zugesagt. „Jan ist menschlich und sportlich sehr wertvoll für uns. Wir haben immer Kontakt zu ihm gehalten. Ich habe ihn bei Spielen besucht. Unsere Bemühungen haben sich ausgezahlt“, freut sich SC-Teammanager Detlev Drobeck über Lehmkuhls Jawort.

Dass der SC Melle 03 den bevorstehenden Wechsel in dieser Woche auf seiner Internetseite publik machte, irritiert Marcel Bragula. „Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist unglücklich. Keiner weiß, wie sich die Situation um Corona entwickelt und was mit der unterbrochenen Saison passiert. Mir wäre es lieber gewesen, wenn der Wechsel erst bekannt gemacht worden wäre, wenn die Würfel gefallen sind“, meint der Trainer des VfL Wildeshausen.

Bragula weiß um den hohen Wert von Jan Lehmkuhl für den Tabellenachten. „Wir verlieren unseren konstantesten Leistungsträger. Vor allem seine körperliche Verfassung geht weit über das normale Maß anderer Landesliga-Spieler hinaus“, sagt der B-Lizenzinhaber über seinen laufstarken Mittelfeldmotor, der „auch kämpferisch ein absolutes Vorbild“ sei und von Beginn an „eine tragende Rolle gespielt“ habe.

Dennoch kann Bragula die Entscheidung von Jan Lehmkuhl nachvollziehen. „Beruf und Hobby müssen miteinander vereinbar sein. Deshalb habe ich Verständnis dafür, und es überwiegt der Dank, dass Jan diese Saison bei uns gespielt hat“, betont der Übungsleiter.

In Anbetracht der Coronakrise und eines möglichen Saisonabbruchs rechnet Jan Lehmkuhl nicht damit, dass er seinen 15 Landesliga-Einsätzen und fünf Treffern vor dem erneuten Abschied noch weitere hinzufügen wird. Somit dürfte das Vorbereitungsspiel beim Kreisligisten TSV Ganderkesee (9:1) sein letztes im VfL-Trikot gewesen sein. Zumindest vorerst. Denn obwohl er und seine Freundin Hanna Hübner, die als Lehrerin an einer Schule in Damme arbeitet, sich erst im vergangenen Jahr eine Wohnung in Osnabrück gekauft haben, zieht es sie „zumindest perspektivisch wieder in Richtung Wildeshausen“. Nicht ausgeschlossen also, dass Jan Lehmkuhl, der in der Winterpause der Saison 2012/2013 vom Harpstedter TB zum damaligen Bezirksligisten gekommen war, noch ein drittes Mal im Krandel anheuert.  mar

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