Die Tabelle interessiert Tabke nicht

Auswärtsaufgaben für TV Brettorf und Ahlhorner SV

Erik Grotelüschen vom Ahlhorner SV beim Zuspiel.
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Fällt aus: Ahlhorns Allrounder Erik Grotelüschen hat sich in Hagen eine Knieverletzung zugezogen.

Brettorf/Ahlhorn – Die Tabelle gilt gemeinhin als Kontoauszug des Sportlers. Doch neben ihrem Punktesaldo müssen die Erstliga-Faustballer des TV Brettorf und Ahlhorner SV derzeit vor allem die Coronaverordnungen der einzelnen Bundesländer im Blick haben. Während die Ahlhorner an diesem Sonnabend, 15 Uhr, unter 2G-plus-Bedingungen beim VfK 01 Berlin antreten müssen, gilt für die Auswärtspartien des TV Brettorf beim Leichlinger TV in Nordrhein-Westfalen (Sonnabend, 14 Uhr) und beim VfL Kellinghusen in Schleswig-Holstein (Sonntag, 15 Uhr) jeweils 2G.

Ahlhorner SV

Da die Ahlhorner aufgrund des großen Ansturms keine Termine bei einer der offiziellen Stellen bekamen, wird sich die Auffahrt von Ulrich Meiners an diesem Sonnabend in ein provisorisches Testzentrum verwandeln. Der ASV-Faustballabteilungsleiter wird die Coronaselbsttests der Akteure überwachen und zertifizieren, bevor die Crew um Spielertrainer Tim Albrecht in die Hauptstadt aufbricht.

Der ASV-Bus wird an der Spree allerdings nicht wie sonst üblich den Bezirk Mitte ansteuern. Denn in der Sporthalle am Steinplatz, wo der Verein für Körperkultur für gewöhnlich seine Heimspiele austrägt, wird die Lüftungsanlage umgebaut. Zielort ist stattdessen die Onkel-Tom-Halle im Stadtteil Zehlendorf.

Die Gastgeber um Linkshänder Lukas Schubert führen das Klassement mit 12:0 Punkten an, während der ASV mit 4:6 Zählern an sechster Stelle rangiert. „Wir sind krasser Außenseiter“, sagt Tim Albrecht. Für den Weltmeister und seine Teamkollegen geht es in erster Linie darum, „an die guten Leistungen der letzten Spiele anzuknüpfen und so viele Sätze wie möglich zu holen“.

Schlagmann Jan Hermes, der beim jüngsten 3:5 in Hagen krankheitsbedingt gefehlt hatte, ist wieder fit. Dafür fällt nun Erik Grotelüschen aus. Wegen starker Knieschmerzen begab sich der Allrounder nach dem Hagen-Match in die Notaufnahme. Es besteht der Verdacht auf eine Innenbandverletzung – oder sogar Schlimmeres. „Aller Voraussicht nach wird Erik in diesem Jahr nicht mehr spielen“, meint Tim Albrecht. Neben Grotelüschen steht auch Jan Gißler nicht zur Verfügung. Dafür sind die drei Nachwuchsakteure Anton Brod, Luc Tran und Ole Wilke mit dabei.

TV Brettorf

Erst gut 200 Kilometer nach Südwesten, dann in etwa die gleiche Distanz in die entgegengesetzte Richtung – die Brettorfer werden für ihren Auswärts-Doppelpack an diesem Wochenende ordentlich Strecke machen. Die Fahrerei soll sich natürlich lohnen. Mit zwei Siegen könnte das Team von Klaus Tabke auf den dritten Tabellenplatz springen. Doch das interessiert den TVB-Coach erst einmal nicht. „Wichtig ist, dass wir den Schwung vom 5:0 gegen Hagen mitnehmen und unsere Leistung bringen“, meint er.

Mit dem Leichlinger TV haben die Brettorfer wegen der 2:3-Niederlage aus der Feldsaison „noch ein Hühnchen zu rupfen“, erklärt Tabke. Er hat den Tabellenvierten vor zwei Wochen beim 3:5 in Armstorf beobachtet. „Wir müssen gleich voll da sein und dürfen Leichlingen nicht ins Spiel kommen lassen“, warnt der 56-Jährige.

Auch in der Partie beim VfL Kellinghusen haben seine Mannen die Favoritenrolle inne. Die Schleswig-Holsteiner rangieren mit 0:12 Zählern abgeschlagen am Tabellenende. „Ohne Schlagmann ist es schwer“, weiß Tabke. Sascha Heidrich hatte sich beim 2:5 in Hannover verletzt und fehlt seitdem. „Es kommt darauf an, dass wir selbst keine Dummheiten machen“, erläutert Tabke.

Die Brettorfer haben in Kapitän Malte Hollmann, Hauke Rykena und Vincent Neu gleich drei starke Angreifer in ihren Reihen. Allerdings lässt der lädierte Ellenbogen von Neu weiterhin keine Angriffsschläge zu. Um nicht das gesamte Spielsystem ändern zu müssen, will Tabke den Linkshänder trotzdem aufbieten. Den Zweitschlag könnten dann die Abwehrspieler Tom Hartung oder Marcel Osterloh übernehmen. Sicherheitshalber werden sich auch die Brettorfer vor beiden Spielen auf Corona testen. „Nach meinem Stand gilt 2G. Trotzdem werden wir auch noch Schnelltests für alle mitnehmen“, kündigt Tabke an.

DFBL-Präsident Meiners will nicht kapitulieren

Zum wiederholten Mal hat die Coronapandemie fast den gesamten Amateursport zum Erliegen gebracht. Faustball ist eine der wenigen Ausnahmen, die (noch) nicht kapituliert haben. „Auch bei uns wird schwer diskutiert, was wir machen und wie wir uns verhalten sollen“, berichtet Ulrich Meiners. Aktuell plädiert der Präsident der Deutschen Faustball-Liga (DFBL) noch dafür, den Spielbetrieb zumindest in den Staffeln der 1. und 2. Bundesliga aufrechtzuerhalten – notfalls auch ohne Zuschauer. „Der Infektionszug hat ein hohes Tempo erreicht. Aber man muss die richtigen Bremsen drücken, wenn man ihn stoppen will. Wenn wir mit Faustball aufhören, ist der Bremseffekt so groß, als wenn ich die Hand aus dem Zugfenster halte“, verdeutlicht der 68-jährige Ahlhorner. Seine Sportart sei „sicherlich kein Infektionstreiber“ und könne mit den derzeitigen Vorgaben durchaus in Einklang gebracht werden, auch wenn diese von Bundesland zu Bundesland verschieden seien, findet Meiners: „Selbst 2G plus ist eine Maßnahme, die man mitgehen kann.“ An diesem Montag will das DFBL-Präsidium bei einer Onlinekonferenz über das weitere Vorgehen beraten.

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