START IN DIE SAISON Marcel Bragula setzt bei der Mission Klassenerhalt auf Heißgetränke und Obst

Die Kaffeerunde mit „Kani“ ist heilig

Pure Leidenschaft! Trainer Marcel Bragula lebt den VfL Wildeshausen wie kaum ein anderer. Die Uhr an seiner Hauswand hat er von Bundeswehrkameraden geschenkt bekommen.
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Pure Leidenschaft! Trainer Marcel Bragula lebt den VfL Wildeshausen wie kaum ein anderer. Die Uhr an seiner Hauswand hat er von Bundeswehrkameraden geschenkt bekommen.

Wildeshausen – Auch vor seiner siebten Saison als Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen sind bei Marcel Bragula „Spaß und Motivation unverändert hoch“. Allerdings hat der 46-Jährige erkannt, „dass es schwieriger wird, die Mannschaft auf diesem Niveau zu halten“. Vielen Spielern war die lange Coronazwangspause anzumerken. Auch aufgrund zahlreicher Verletzungen gestaltete sich die Vorbereitung ziemlich holprig. Zudem gilt es, sechs Neuzugänge „auf und neben dem Platz“ zu integrieren. Ob Tempoläufe da das geeignete Mittel sind? Jedenfalls hofft Bragula, dass seine Crew fit ist für die Mission Klassenerhalt, der dann – so es denn wieder möglich ist – gebührend im Vereinsheim gefeiert werden soll.

Die neue Saison

Mit welcher Stimmung gehen Sie nach monatelanger Coronazwangspause den Fußballneustart an?

Mit einer komischen Stimmung. Einerseits freue ich mich, dass es endlich wieder losgeht, denn der Fußball hat mir unheimlich gefehlt. Andererseits ist die Pandemie immer noch allgegenwärtig.

Worauf oder auf wen freuen Sie sich am meisten?

Auf den sportlichen Wettkampf und darauf, meine Mannschaft endlich wieder auf dem Fußballplatz zu sehen. Auf unsere Zuschauer und auf das Feeling, Pflichtspiele zu bestreiten und nach Siegen voller Adrenalin nach Hause zu fahren.

Welche war oder ist die fieseste Übung in der Vorbereitung?

An einem Tag hat es stark geregnet, und die Plätze waren gesperrt. Da haben wir Tempoläufe gemacht: sechsmal einen Kilometer mit unterschiedlichen Zeitvorgaben. Das war schon eine knackige Einheit, aber ich tue mich schwer, das als fies zu bezeichnen. Sowas ist manchmal notwendig.

Wer aus Ihrem Team trifft zweistellig?

Tore erwartet man in erster Linie von Stürmern, aber letztlich ist es egal, wer die Tore schießt.

Wer schafft die meisten Kopfballtore?

Wir haben einige gute Kopfballspieler. Dazu zählen Lennart Feldhus, Marius Krumland, Lukas Schneider und Thorben Schütte.

Wer muss am meisten in die Mannschaftskasse zahlen – und wofür?

Das weiß ich nicht, und das interessiert mich auch nicht. Ich habe mich bisher nur eingeschaltet, wenn es massive Disziplinprobleme gab, und das ist höchst selten passiert. Den Rest regelt die Mannschaft unter sich.

Wie oft spielt Ihr Torwart zu null?

Hoffentlich oft. Aber dafür sind nicht alleine die Keeper verantwortlich. Tore verhindern ist Aufgabe der ganzen Mannschaft.

Angenommen, Sie dürfen sich einen Spieler eines Liga-Konkurrenten aussuchen: Wen würden Sie nehmen? Und warum?

Da gibt es sogar zwei: Janek Jacobs und Marcel Hesselmann vom VfL Oythe. Beide sind mir ans Herz gewachsen. Sie tragen immer noch das Wildeshausen-Gen in sich, und es liegt mir sehr viel daran, sie wieder nach Hause zu holen.

Wer wird Vorrundenmeister – und wie lautet Ihr Saisonziel?

Es ist sehr schwierig einen Favoriten auszumachen. In unserer Staffel werden Firrel und Bevern sicher vorne dabei sein, und auch Hansa Friesoythe ist kein normaler Aufsteiger. In der anderen Staffel muss man Melle und Holthausen-Biene nennen. Bei sieben Absteigern ist unser Ziel der Klassenerhalt – wie für fast alle anderen Mannschaften auch.

Die Mannschaft

Was darf an einem Spieltag auf keinen Fall bei euch fehlen? Bestimmte Rituale, besondere Glücksbringer?

Unsere treuen Zuschauer – auch auswärts! Und das von unserem Betreuer Thomas Kupka hergerichtete Obstbüfett mit Müsliriegeln und Traubenzucker.

Was ist in der Kabine verboten? Was passiert bei Verstößen?

Eingeschaltete Handys und die Kabine dreckig zu hinterlassen. Bei Verstößen freut sich die Mannschaftskasse.

Welche ist die Lieblingslocation für Teamabende und Siegesfeiern?

Das Vereinsheim im Krandel! Das ist unsere Homebase. Ich hoffe, dass wir da bald wieder feiern dürfen.

Welches Vereinslied wird im Mannschaftskreis am häufigsten gesungen?

Auf der Weihnachtsfeier müssen die Neuzugänge traditionell das Wildeshauser Lied singen.

Welches Lied darf vor oder nach Spielen in der Kabine nicht fehlen?

Der Musikgeschmack meiner Mannschaft deckt sich nur einmal im Jahr mit meinem: wenn wir auf Mallorca sind. Nach Siegen wünsche ich mir gerne „Über sieben Brücken musst du gehn“ von Peter Maffay und „Ich liebe das Leben“ von Vicky Leandros – die beiden Lieder gönnt man mir meistens auch.

Der Trainer

Wer war das Vorbild als Spieler? Wer ist das Vorbild als Trainer?

Ich bin aus dem Alter raus, mir Vorbilder im Profifußball zu suchen. Es sind Leute wie Ulli Bohrer, Ottmar Jöckel, Peter Görke, Hans Gralla und Martin Schmale, die mich geprägt haben.

Welche Fan-Artikel Ihres Vereins besitzen Sie?

Sämtliche! Schal und Wimpel hängen auch bei mir im Dienstzimmer in der Kaserne.

Welche Marotte haben Sie als Trainer?

Bei Heimspielen bin ich eine Stunde vor der Mannschaft im Krandel und trinke einen Kaffee mit unserem Vereinswirt Martin „Kani“ Weber. Diese Runde ist mir sehr wichtig.

Was muss passieren, damit Ihnen die Hutschnur reißt?

Mangelhafte Einstellung geht gar nicht! Wir machen alle Fehler. Wenn Fehler aus Leidenschaft passieren, ist das eher positiv. Aber wenn Fehler aus Faulheit oder Dummheit passieren, kriege ich Schnappatmung. Außerdem hasse ich Unpünktlichkeit!

Wenn wir unser Saisonziel erreichen, werde ich als Trainer . . .

. . .  zufrieden sein.  mar

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