Die jungen Wilden sind zu ungestüm

VfL Wildeshausen verliert nach Seidel-Doppelpack mit 2:3 gegen Germania Leer

Nach diesem Laufduell mit Leers Lukas Berghaus (links) ging es für Wildeshausens Doppeltorschützen Maximilian Seidel nicht mehr weiter.
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Letzte Aktion: Nach diesem Laufduell mit Leers Lukas Berghaus (links) ging es für Wildeshausens Doppeltorschützen Maximilian Seidel nicht mehr weiter.

Wildeshausen – Knapp elf Monate ist es her, da führte Fußball-Landesligist VfL Wildeshausen im Heimspiel gegen den VfL Germania Leer durch einen Doppelpack von Maximilian Seidel mit 2:0, musste sich am Ende aber mit einem 2:2 begnügen. Am sechsten Spieltag der Saison 2021/2022 hätte es fast eine Kopie der Partie aus dem Vorjahr gegeben. Wieder legten die Krandel-Kicker durch zwei Seidel-Treffer ein 2:0 vor – diesmal standen sie nach dem 2:3 (2:1) aber mit gänzlich leeren Händen da.

Mit dem Selbstvertrauen von drei Auswärtssiegen in Folge legten die Wildeshauser gleich gut los. Lucas Abel flankte von rechts, Mattes Hehr ließ passieren, doch Michael Eberle traf den Ball nicht richtig (3.). Nur wenig später fälschte Max Schrock-Opitz einen Schuss von Seidel ans Außennetz ab (5.). Dann tat sich zunächst aber nicht mehr viel. „Insgesamt ein bisschen galliger“, forderte Wildeshausens Trainer Marcel Bragula. Seine Crew ging wieder energischer zur Sache. Marco Nakelski brachte einen Freistoß von der linken Außenlinie in den Strafraum, Seidel ließ den Ball über seinen Kopf rutschen, und schon hieß es 1:0 (23.). Beim nächsten guten Angriff hatte Abel den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel eigentlich schon verpasst. Trotzdem erlief Seidel den Ball und vollstreckte zum 2:0 (27.).

Keine 60 Sekunden später bekam Eberle frei vor Joachim Groenewold den Ball nicht am Germania-Schlussmann vorbei (28.). „Da muss er das 3:0 machen!“, ächzte Bragula. Stattdessen zappelte das Netz im direkten Gegenzug auf der anderen Seite: Christopher Kant unterband Leers Angriff über die rechte Seite nicht, und Arlind Jonjic traf zum 1:2 (29.).

Dann der nächste Nackenschlag für die personell gebeutelten Wildeshauser: Seidel fasste sich nach einem Laufduell mit Lukas Berghaus an den linken Oberschenkel und konnte nicht mehr weitermachen (37.). Zuvor hatte bereits Steven Müller-Rautenberg nach einem Pressschlag mit Schmerzen im linken Sprunggelenk passen müssen (19.). „Das sind alles Sachen, die einer jungen Mannschaft wehtun. Irgendwann sind dann auch keine Ressourcen mehr da“, meinte Bragula. Mit Alexander Kupka und Jan Stubbmann wechselte er zwei Akteure ein, die ebenfalls nicht vollständig fit sind. Aufgrund der Personalnot saß sogar Lukas Schneider auf der Bank, der sich eigentlich in die dritte Herren verabschiedet hatte.

Aber auch die Gäste waren nicht eben üppig bestückt und nur mit 14 Akteuren ihres 20-Mann-Kaders angereist. Trotzdem gaben die „Germanen“ nach Wiederanpfiff immer stärker den Ton an. „Wildeshausen hat in der zweiten Halbzeit stark nachgelassen, und wir konnten immer mehr Druck aufbauen“, sagte Leers Co-Trainer Thorben Dirks. Bragula schmeckte allem die Art und Weise nicht, wie seine Elf den Sieg aus der Hand gab. „Wir haben die Gegentore definitiv zu einfach hergeschenkt“, ärgerte sich der 47-Jährige. Hehr ging im Strafraum gegen Jonjic ungeschickt zu Werke, und Berghaus nutzte den fälligen Foulelfmeter zum 2:2 (60.). Wildeshausens Torhüter Nico Prieto-Falk war zwar im richtigen Eck, doch der Schuss war zu platziert.

Eine Viertelstunde später attackierte Mika Ostendorf viel zu ungestüm Julian Jauken. Erneut zeigte Schiedsrichter Rainer Wulftange (TuS Haste 01) zu Recht auf den Punkt. „Das war vermeidbar! Vorher muss Alex Kupka ein taktisches Foul ziehen“, schimpfte Bragula. Wieder trat Berghaus an. Diesmal wählte er die andere Seite, verwandelte aber nicht weniger sicher zum 3:2 (76.).

In der Schlussoffensive brachte René Tramitzke in aussichtsreicher Position keinen Abschluss zustande (87.). Ein Kopfball von Youngster Luke Berger wurde kurz vor der Linie geklärt (90.), und Stubbmann zielte genau auf Leers Ersatzkeeper Frank Beekmann (90.+2). So blieb es beim 2:3. „Unter Strich haben wir verdient gewonnen – das war eine Willensleistung“, erklärte Dirks.

Stenogramm

VfL Wildeshausen – VfL Germania Leer 2:3 (2:1)

VfL Wildeshausen: Prieto-Falk - Rothe (64. Tramitzke), Nakelski, Hehr, Abel, Müller-Rautenberg (19. Stubbmann), Seidel (37. Kupka), Kant, Eberle, Ostendorf (89. Berger), Dreher

VfL Germania Leer: Groenewold (86. Beekmann) - Begemann, Diekmann, Kaßmann, Jauken (82. Böhling), Berghaus, Schrock-Opitz, Koets, Werner (90.+2 Kurt), Poppenga, Jonjic

Tore: 1:0 (23.) Maximilian Seidel, 2:0 (27.) Maximilian Seidel, 2:1 (29.) Arlind Jonjic, 2:2 (60./Foulelfmeter) Lukas Berghaus, 2:3 (78./Foulelfmeter) Lukas Berghaus

Schiedsrichter: Rainer Wulftange (TuS Haste 01)

Zuschauer: 180

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