„Die einzig richtige Entscheidung“

Tischtennisspieler sind nach dem Saisonabbruch erleichtert

Aus der Pause wird ein Abbruch: Die Tischtennisspieler absolvieren diese Saison keine Punktspiele mehr.
+
Aus der Pause wird ein Abbruch: Die Tischtennisspieler absolvieren diese Saison keine Punktspiele mehr.

Wildeshausen – Die nächste Sportart hat vor der Coronapandemie kapituliert: In Nidersachsen wird bereits kein Volleyball, Handball, Tennis und Badminton mehr gespielt, und auch der Deutsche Tischtennis-Bund hat inzwischen die Reißleine gezogen. Unterhalb der 1. Bundesliga der Damen und Herren werden in dieser Saison keine Punktspiele mehr bestritten.

Die Serie 2020/2021 wird annulliert und für ungültig erklärt. Es gibt keine Aufsteiger, keine Absteiger, keine Relegation und keine zurückgezogenen Mannschaften. Alle Teams von der Kreis- bis zur Verbandsebene erhalten in der kommenden Spielzeit das Startrecht in derselben Klasse, der sie zu Beginn der Saison 2020/2021 angehörten.

Der Beschluss gilt selbstredend auch für den Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN). „Angesichts der zur Verfügung stehenden Zeit und der großen Unsicherheiten hinsichtlich der pandemischen Entwicklung halten wir es für richtig, die Saison abzubrechen“, begründete TTVN-Präsident Heinz Böhne die Entscheidung. Vor September wird es also keine Punktspiele mehr geben – und damit dürften die meisten Aktiven wohl gut leben können.

So bezeichnete Felix Lingenau vom Oberligisten TV Hude den Entschluss als die „einzig richtige Entscheidung. Gerade als Hobbysportler sollte man sich nicht zu wichtig nehmen. Die Gesundheit muss einfach immer an erster Stelle stehen. Deshalb habe ich bei einem Meinungsaustausch mit dem TTVN als Vorsitzender des Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst auch klar für einen Abbruch und eine Annullierung der Saison gestimmt.“

Einziger Wermutstropfen für Lingenau: Er konnte seine vorerst letzte Serie im Huder Oberliga-Team nicht mehr ordentlich zu Ende spielen, wie der langjährige Leistungsträger bedauernd anmerkt: „Das ist schon etwas schade, aber in der kommenden Spielzeit sinkt in der Oberliga die Sollstärke von sechs auf vier Spieler. Also werde ich wohl in die Zweite rücken. Deshalb hätte ich mir natürlich einen etwas anderen Abschied aus der Ersten gewünscht.“

Trotzdem trägt Lingenau den Beschluss klar mit – und befindet sich dabei in bester Gesellschaft. Auch Helmut Rang vom Bezirksoberligisten VfL Wildeshausen reagierte erleichtert über das Saisonaus: „Ich finde das sehr vernünftig. Vielleicht sind einige Mannschaften verärgert, die in ihrer Staffel weit vorne gelegen haben, aber solche Härtefälle gehören dann leider dazu.“

Ähnlich äußerte sich Stefan Röbbeling. Der Mannschaftsführer der TTG DHI Harpstedt aus der 2. Bezirksklasse wollte auf keinen Fall „die Serie um jeden Preis durchpeitschen. Das hätte keinen Sinn gemacht. Außerdem wäre es wohl für viele Teams schwierig geworden, ihre Mannschaften vollzubekommen. Viele Spieler hätten aus Angst vor einer Corona-Infektion bestimmt pausiert.“ Auch gegen die komplette Annullierung der Spielzeit hat Röbbeling nichts einzuwenden: „Das ist doch die fairste Lösung.“

Findet Silke Meyerholz vom Bezirksligisten TTV Klein Henstedt ebenfalls: „Wie hätte sonst entschieden werden sollen? Viele Vereine hatten doch gerade erst angefangen. So bereiten wir uns lieber in Ruhe vor, wenn die Hallen wieder öffnen und holen die Saison hoffentlich ab September nach. Aus gesundheitlichen Gründen kann ich das absolut nur begrüßen.“

TTVN-Präsident Böhne kündigte an, dass sich der Verband ab sofort voll darauf konzentrieren werde, die Vereine bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes bestmöglich zu unterstützen. Dabei hofft er auf die Mitwirkung des Landes und des Landessportbundes. Laut Verbandsmitteilung kündigte TTVN-Geschäftsführer Heinz Löwer die Enwicklung eines „alternativen“ Mannschaftsspielbetriebs an, der es interessierten Spielerinnen und Spielern ermöglichen soll, die tischtennisfreie Zeit vor den Sommerferien zu überbrücken.

Bei Nachwuchs und Senioren bleibt die Hoffnung auf Saisonfortführung weiter bestehen

Während der TTVN die Saison bei den Erwachsenen abgebrochen hat, gibt es Ausnahmen für die Nachwuchsspielklassen, bei denen es sich in der Regel um reine Meldeligen (ohne Auf- und Abstieg) handelt und den Seniorenspielbetrieb (ab 40 Jahre), der an zwei sogenannten Blockspieltagen abgewickelt wird. In beiden Altersgruppen besteht aufgrund kleinerer Gruppengrößen als bei Damen und Herren die Hoffnung auf eine Austragung aller noch offenen Spiele. Die dazu erforderlichen Entscheidungen werden Anfang April getroffen. Bis dahin wird in den beiden Altersgruppen die Unterbrechung des Punktspielbetriebs zunächst fortgesetzt.

Neben dem abgebrochenen Mannschaftsspielbetrieb im Erwachsenenbereich werden auch die Landesindividualmeisterschaften der Damen/Herren und Nachwuchsklassen nicht nachgeholt. Lediglich für die Senioren bleibt ein Hintertürchen offen. „Der DTTB plant die Durchführung der nationalen Seniorenmeisterschaften im Juli. Wir haben von zahlreichen Aktiven die Rückmeldung erhalten, dass sie sich gerne auf sportlichem Weg für die Veranstaltung qualifizieren möchten. Falls es die Regelungen des Landes Niedersachsen zulassen und wir einen Ausrichter finden, würden wir demnach die Landesindividualmeisterschaften der Seniorenklassen im Juni durchführen wollen“, sagte Ressortleiter Hilmar Heinrichmeyer.

Von Carsten Drösemeyer

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Kommentare