„Die einzig richtige Entscheidung“

Nordwestdeutscher Volleyball-Verband erklärt Saison 2020/2021 für beendet

Ausgeschmettert: Für Linh Nguyen (M.) und den Oberligisten VfL Wildeshausen ist die Saison vorbei.
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Ausgeschmettert: Für Linh Nguyen (M.) und den Oberligisten VfL Wildeshausen ist die Saison vorbei.

Der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband hat die Saison 2020/2021 von den Oberligen bis zu den Kreisklassen für beendet erklärt. Auf- und Abstieg wurden ausgesetzt.

  • Der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband hat die Saison 2020/2021 für beendet erklärt.
  • Es gibt keine Auf- und Absteiger.
  • Die Staffelzusammensetzungen bleiben bestehen.

Wildeshausen – Der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband (NWVV) hat Nägel mit Köpfen gemacht. Während in vielen Sportarten im Amateurbereich noch darauf gehofft wird, dass die derzeit coronabedingt unterbrochene Saison möglichst bald im neuen Jahr fortgesetzt werden kann, hat der NWVV nun einen Schlussstrich gezogen. Während einer Videokonferenz beschloss das Verbandspräsidium wegen der aktuell immer noch dynamischen Infektionslage, „den Spielbetrieb auf Landesebene für die Saison 2020/2021 auszusetzen und auf den Auf- und Abstieg zu verzichten“.

Im Vorfeld hatte sich das NWVV-Präsidium mit den Vorsitzenden der 17 Volleyballregionen und den Fachbereichen abgestimmt. Dabei wurde die Fortsetzung eines geordneten Spielbetriebes als „perspektivisch nicht durchführbar“ eingestuft. „Die Entscheidung fiel einstimmig, und das ist auch vollkommen in Ordnung so“, sagt Lothar Schulz, Vorsitzender der NWVV-Region Oldenburg und Volleyballabteilungsleiter des VfL Wildeshausen.

Spielzeit wird nicht gewertet

Laut Beschluss wird die Saison 2020/2021 von den Kreisklassen bis zur Oberliga nicht gewertet. Gleiches gilt für den Jugendspielbetrieb. „Die Staffeln der Ligen bleiben für die Saison 2021/2022 so bestehen“, erläutert Schulz. Ob und wie es in den Regionalligen und 3. Ligen weitergeht, soll Ende Januar vereinbart werden.

„Aus meiner Sicht war das die einzig richtige Entscheidung – so haben alle Mannschaften Planungssicherheit“, erklärt Frank Gravel, der Spielertrainer des Männer-Oberligisten VfL Wildeshausen. Durch die aktuelle Coronaverordnung ist mindestens bis zum 10. Januar kein Mannschaftstraining möglich. „Und selbst wenn wir am 11. Januar wieder in die Halle könnten, brauchen wir mindestens drei bis vier Wochen, um uns auf den Wettkampf vorzubereiten. Bestenfalls wäre das dann Mitte Februar“, überschlägt Gravel. Um eine einfache Runde zu absolvieren, müssten die Teams bis Ostern an jedem Wochenende spielen, sagt der 54-Jährige: „Das wäre eine Mammutaufgabe für alle Vereine! Während Corona so viele Hallenzeiten zu bekommen, halte ich schlichtweg für unmöglich.“ Eine Saisonverlängerung würde mit den Planungen im Beachvolleyball kollidieren.

Belastung wäre groß gewesen

Die Saison „auf Biegen und Brechen durchzuprügeln“ hätte Gravel als Wettbewerbsverzerrung empfunden. „Das wäre ein ziemliches Lotteriespiel gewesen. Wegen der hohen Belastung wäre es nicht unwahrscheinlich, dass sich Leistungsträger verletzen“, meint der VfL-Coach. „Deshalb ist es mir lieber, man trifft eine klare Entscheidung.“

Nachwuchs braucht Wettkampferfahrung

Leid tut es Gravel vor allem um den ambitionierten Nachwuchs. „Wir hatten angefangen, Spielerinnen und Spieler aus der Jugend in den Frauen- und Männerbereich hochzuziehen. Die brauchen eigentlich unbedingt Wettkampferfahrung. Jetzt treten sie auf der Stelle, und das tut weh“, bedauert Gravel, der zugleich Jugendwart der Wildeshauser Volleyballabteilung ist.

Nach dem Saisonabbruch dürfte sich Gunther Wieking nun bestätigt fühlen. Schon zu Beginn der Serie im September hatte sich der Coach der Wildeshauser Landesliga-Frauen skeptisch gezeigt, dass die Spielzeit planmäßig über die Bühne gehen würde. „So wie die Infektionszahlen im Sommer waren, war es aber durchaus sinnvoll zu starten. Dass es sich im Winter so heftig entwickelt, konnte keiner ahnen, auch wenn allen klar gewesen sein dürfte, dass es einen Bruch geben kann“, findet Gravel.

Hoffnung auf „normale“ Saison 2021/2022

Die Hoffnungen von Lothar Schulz ruhen nun darauf, dass das Pandemiegeschehen soweit eingedämmt werden kann, dass zumindest Freundschaftsspiele wieder möglich sind. „Und vielleicht bekommen wir im Frühjahr noch eine Jugendspielrunde hin“, wünscht er sich. „Ansonsten hoffe ich, dass es mit der Saison 2021/2022 dann normal weitergeht.“

Das wäre auch in Gravels Sinne. Angst, dass aus seinem Team „jemand aufgrund von Corona die Volleyballschuhe an den Nagel hängt“, habe er nicht. Dafür treibt ihn etwas anderes um. Vor dem Virusausbruch verzeichnete der VfL Wildeshausen vor allem in der Jugend und bei den Damen einen guten Zulauf. „Die Neuen hatten gerade Blut geleckt. Ich hoffe sehr, dass sie dabei bleiben und Lust haben, wieder anzufangen“, sagt Gravel.

Kreative Ideen gesucht

Der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband hat zudem bekannt gegeben, dass die Jugendmeisterschaften in den Juni gelegt werden. Die Landesmeisterschaften sollen unter Berücksichtigung des aktuellen Infektionsgeschehens und der Landesverordnung vorbehaltlich im April/Mai ausgetragen werden. Die jeweiligen Bezirksmeisterschaften beziehungsweise Meldungen müssen bis zum Frühjahr durchgeführt worden sein. Unter Voraussetzung fallender Inzidenzwerte und der Freigabe der Landespolitik bestehe die Möglichkeit, in einen geregelten Wettkampfbetrieb zurückzukehren. „Eine Szenarienentwicklung erfolgt auf Regions- und Landesebene. Kreative Ideen können mit den jeweiligen Spielwarten oder Vorsitzenden der Regionen geteilt werden“, teilte das NWVV-Präsidium mit.

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