Landesliga-Aufsteiger VfL Wildeshausen beim stark aufgerüsteten BV Essen

Ein dickes Brett für Bragulas Kollektiv

Das riecht nach Arbeit: Wildeshausens Innenverteidiger Marius Krumland und Keeper David Lohmann (dahinter) könnten am Sonntag beim stark aufgerüsteten BV Essen einiges zu tun bekommen. Foto: Krüger

Wildeshausen – Es gibt angenehmere Aufgaben für einen Aufsteiger, als zum Auftakt in die neue Saison gleich bei einem derart aufgerüsteten Gegner anzutreten. Doch es hilft nichts – die Fußballer des VfL Wildeshausen müssen am Sonntag ab 15.00 Uhr als erstes Team beim BV Essen im Kreis Cloppenburg ran, der stolze 14 Akteure – darunter den Ex-Delmenhorster Lars Scholz vom TuS BW Lohne und Vafing Jabateh als zweitbesten Knipser von Bremen-Liga-Meister Bremer SV – ins Südoldenburgische lotste. Hinzu kommen unter anderem fünf Albaner mit höherklassigen Erfahrungen aus ihrem Heimatland und einige Talente aus der U 19 des JFV Nordwest.

Offenbar wollen die in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entronnenen Essener diesmal nicht unten zittern, sondern oben angreifen. „Es ist eine komplett runderneuerte Truppe mit hervorragenden Einzelspielern“, lobt Wildeshausens Trainer Marcel Bragula, der den Gegner während der Sommervorbereitung zweimal beobachtet hat. Etablierte Stammkräfte wie der bei Werder Bremen ausgebildete Stürmer Oliver Ihnken (später unter anderem bei den Landesligisten VfL Oythe und TSV Wetschen) mussten dabei noch gar nicht eingreifen.

Mohammad Nasari (30), selbst erst seit Ende Juni beim BVE als Trainer verantwortlich, hatte also einiges zu tun, um die Neuen zu integrieren – etwa den ebenfalls vom Bremer SV geholten Innenverteidiger Bakary Bojang, Sechser Mazlum Orke von Wildeshausens bisherigem Bezirksliga-Konkurrenten BW Bümmerstede oder Torwart Janne-Ole Kay von Oberliga-Absteiger BV Cloppenburg.

Bragula musste nur fünf Neulinge in sein Team einbauen – darunter Rückkehrer Jan Lehmkuhl nach zwei Jahren beim SC Melle. „Jan brauchte quasi keine Eingewöhnungsphase, weil er hier noch alles kennt und auch mit vielen Spielern befreundet ist“, sagt Bragula über den Mittelfeldmann. Diese mannschaftliche Geschlossenheit, gewachsen durch das behutsame punktuelle Verstärken über Jahre hinweg ohne finanzielle Lockmittel, sieht der VfL-Coach als Pluspunkt an: „So weit ich das überblicken kann, gibt es in dieser Landesliga nur noch den VfR Voxtrup, der den gleichen Weg geht wie wir“, schätzt der 44-Jährige. Verurteilen will er die teils hohen Summen, die bei Transfers und Aufwandsentschädigungen im Spiel sind, keineswegs: „Das ist alles legitim, aber ich persönlich halte es für das falsche Signal, wenn es schon in der Kreisliga anfängt.“

Nur gut für ihn, dass er seit Jahren auf treue Stützen bauen kann. Zwei von ihnen stehen ihm aber am Sonntag und wohl auch in den Wochen danach nicht zur Verfügung: Mittelfeldmann Sebastian Bröcker braucht wegen seiner langwierigen Achillessehnenprobleme noch Zeit, Stürmer René Tramitzke muss nach dem jüngsten MRT-Termin ebenfalls bis auf Weiteres passen: „Bei René handelt es sich um einen ganz leichten Knorpelschaden“, berichtet Bragula. Die Verletzung an sich stuft er als weniger problematisch ein als die Tatsache, dass seine Angriffs-Kante den Großteil der Vorbereitung verpasst habe.

Trotzdem ist der B-Lizenz-Inhaber zuversichtlich, was die ersten Aufgaben betrifft. In der Defensive sieht er Thorben Schütte, Marius Krumland und Neuzugang Mika Ostendorf als zentrale Innenverteidiger einer Dreier- oder Fünferkette, Alexander Kupka und Christoph Stolle könnten diese Position aber ebenfalls bekleiden. Als Backup des auffälligen neuen Rechtsverteidigers Alexander Dreher (wie Ostendorf vom BV Cloppenburg in den Krandel gewechselt) käme Niklas Heinrich in Betracht, der zuletzt auch im zentralen Mittelfeld Eigenwerbung betrieb. Kein Weg scheint hingegen an Michael Eberle in der Offensive vorbei zu führen, „der noch nie stärker war als jetzt“, verdeutlicht Bragula. Ebenfalls vorn wirbelte zuletzt der erst 19-jährige Elias Schröder, „der für mich aktuell auf jeden Fall zum 18er-Kader gehört“, verrät der VfL-Coach.  ck

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