Gebürtiger Dötlinger ist jetzt Bundestrainer der Beachhandball-Männer

DHB befördert Marten Franke

Da geht’s lang: Marten Franke gibt künftig bei der deutschen Beachhandball-Nationalmannschaft der Männer die Richtung vor.
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Da geht’s lang: Marten Franke gibt künftig bei der deutschen Beachhandball-Nationalmannschaft der Männer die Richtung vor.

Dötlingen – Vor dem Fest wird nochmal ordentlich geschwitzt. Zu Beginn dieser Woche absolviert die deutsche Beachhandball-Nationalmannschaft der Männer einen dreitägigen Lehrgang in Witten. Das Kommando im „Blue:Beach“ führt erstmals Marten Franke. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat den gebürtigen Dötlinger vor wenigen Tagen zum Chefcoach befördert. Der bisherige Bundestrainer Konrad Bansa wird beim DHB künftig im Beachhandball-Nachwuchsbereich tätig sein und sich um die Jahrgänge 2006 und 2007 kümmern.

Die Veränderung auf dem Übungsleiterposten sei das Ergebnis der gründlichen Aufarbeitung des vergangenen Sommers, schreibt der DHB auf seiner Internetseite. Unter Bansas Regie hatten sich die deutschen Beach-Männer für die Weltmeisterschaft 2020 qualifiziert. Pandemiebedingt wurde das Turnier aber nicht ausgetragen. Bei der Europameisterschaft 2021 in Bulgarien belegte das DHB-Team den enttäuschenden zwölften Platz. Allerdings fehlten aufgrund der langen Saison in der 1. und 2. Bundesliga auch zahlreiche Leistungsträger wie Fynn Hangstein (damals TBV Lemgo, jetzt ThSV Eisenach).

„Für die Herausforderungen der nächsten Jahre erhofft sich der DHB durch den Wechsel einen frischen Impuls“, rechtfertigt der Verband den Trainertausch. Bei der Suche nach einem neuen Chefcoach fiel die Wahl dann auf Marten Franke. „Wir haben in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht, fachlich starken Leuten aus dem Nachwuchs die Chance bei den Senioren zu geben. Deshalb öffnen wir Marten gerne diese Tür“, begründet DHB-Sportvorstand Axel Kromer die Entscheidung.

„Das ist mit Sicherheit eine große Aufgabe“, sagt Marten Franke im Gespräch mit unserer Zeitung. Der neue Mann auf der Kommandobrücke war bislang als Coach der männlichen U 17-Nationalmannschaft tätig, mit der er bei der EM in Bulgarien Platz fünf belegt hatte. Das in die U 18 aufgerückte Nachwuchsteam wird der 27-Jährige bis zum Sommer 2022 parallel weiterführen – im Idealfall bis zur Weltmeisterschaft im Juni auf Kreta. „Wir sind erster Nachrücker. Deshalb bin ich ganz guter Hoffnung“, meint Franke.

Für die deutschen Männer um ihren langjährigen Kapitän Jörn Wolterink (SG Neuenhaus/Uelsen) und den derzeit an Schulterproblemen laborierenden Wildeshauser Matthew Wollin (HC Bremen) steht im Juli 2022 in Moskau die Qualifikation zur Europameisterschaft 2023 an. Bis dahin wartet auf Franke und seine Crew viel Arbeit. „Ich habe eine etwas andere Philosophie als Konrad. Vor allem im Angriff bevorzuge ich einen anderen Spielstil. Während er viel Wert auf den Kempa legt, setze ich selbst mehr auf Pirouetten“, erläutert der neue Bundestrainer seine Prioritäten. Außerdem sieht es Franke als seine künftige Aufgabe an, „auch die Top-Hallenspieler mit in den Sand zu bekommen“.

In Witten geht es für den Coach nun erst einmal darum, „ein Gefühl für die Mannschaft zu bekommen“. Inhaltlich will Franke „ins Angriffsspiel einsteigen und das Tempospiel forcieren“. Außerdem steht eine Leistungsdiagnostik mit DHB-Athletiktrainer David Groeger auf dem Programm.

Zur Person

Marten Franke (27) ist gebürtiger Dötlinger und stammt aus einer Handballfamilie. Sein Vater Jörn trainierte unter anderem die Zweitliga-Frauen des Hastedter TSV, seine Mutter Vera spielte für Hastedt und den TV Neerstedt. Marten Frankes Schwester Pia ist aktuell für den Drittligisten TV Oyten Vamipres aktiv. In der Halle fungiert der B-Lizenzinhaber als Spielertrainer des Oberligisten HC Bremen. Im Beachhandball wurde er 2014 mit den „Nordlichtern“ in Wildeshausen deutscher Meister. Seit 2019 ist Marten Franke, der im Sand die DHB-Lizenz besitzt, Trainer der männlichen Jugend-Nationalmannschaft. Im Dezember 2021 wurde er zum Cheftrainer des Männer-Nationalteams ernannt. Der Wirtschaftsingenieur wohnt in Bremen-Findorff und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Automatisierungstechnik der Universität Bremen.

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