Erst Quarantäne, dann beinhartes Programm: Harpstedter TB II unter Dauerdruck

„Der Sport stand nie im Vordergrund“

Schnell angekommen: Rückkehrer Roman Seibel (M.) ist mit bislang drei Treffern bester HTB-Torschütze.
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Schnell angekommen: Rückkehrer Roman Seibel (M.) ist mit bislang drei Treffern bester HTB-Torschütze.

Harpstedt – Nein, richtig Spaß machte den Kickern des Harpstedter TB II ihre Saison in der 1. Kreisklasse bis zum Coronaabbruch nicht: Aufgrund der hohen Infektionszahlen stoppte die Serie bekanntlich Mitte Oktober und wird erst im März mit einer einfachen Runde ohne Rückspiele fortgesetzt, wie der Kreisspielausschussvorsitzende Thomas Luthardt verkündet hat.

Zuvor konnte zwar dem runden Leder nachgejagt werden, aber irgendwie war bei der HTB-Reserve laut Spielertrainer Christian Goritz von Beginn an „der Wurm drin. Schon nach dem ersten Punktspiel mussten wir aufgrund eines Coronafalls in Quarantäne und sind danach nie mehr richtig in Schwung gekommen.“

Was auch an dem beinharten Programm lag. „Durch die Quarantäne waren wir ja zwei Wochen im Verzug und mussten dann in zwölf Tagen vier Spiele absolvieren“, ächzt Goritz: „Eigentlich hätten es sogar fünf sein sollen, aber eins ist zum Glück ausgefallen. Das ging schon an die Substanz.“

Womit sich der mäßige Saisonstart des Tabellenneunten mit nur sechs Zählern aus fünf Partien ziemlich relativiert. Zumal Fußball für Goritz und Co. ohnehin schon länger nicht mehr die allerhöchste Priorität genießt. „Leider stand der Sport durch die ständig steigenden Infektionszahlen nie im Vordergrund“, seufzt Goritz: „Man hatte immer ein ungutes Gefühl im Hinterkopf. Deshalb unterstütze ich den Lockdown auch voll und ganz. Die Gesundheit muss einfach an erster Stelle stehen.“

Selbst ein Vollblutkicker wie der 48-jährige Torjäger kann also für einige Zeit auf Fußball verzichten? „In diesem Fall natürlich“, bestätigt Harpstedts Spielertrainer: „Selbstverständlich vermisse ich die Arbeit und den Spaß mit den Jungs, doch wir können froh sein, wenn wir im nächsten Jahr wieder normal auf den Platz zurück dürfen. Völlig sicher ist das nämlich noch nicht.“

Kein Wunder also, dass Goritz den Modus mit einer verkürzten Runde ausdrücklich begrüßt: „Alles andere hätte ich völlig unrealistisch gefunden. Es weiß doch momentan niemand, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Aber man sollte nach der Saison kein Team absteigen lassen. Das wäre ungerecht, da der Modus in der laufenden Spielzeit geändert wurde. Aufsteiger ja, aber keine Absteiger.“

Mit beiden Konstellationen dürfte der HTB nichts zu tun bekommen, weshalb Goritz seinen Schützlingen in der fußballfreien Zeit auch gar nicht erst ausgefeilte Trainingspläne an die Hand gibt. „Mal ehrlich: Wir spielen in der 1. Kreisklasse und nicht für Geld. Ich hoffe schon, dass sich die Jungs fit halten, aber ich ordne kein tägliches Laufpensum an. Daran hält sich doch in unseren Klassen eh kaum einer.“

Von Carsten Drösemeyer

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