Bundesliga: Ahlhorner SV bezwingt TV Brettorf nach neun nervenaufreibenden Sätzen mit 5:4

Denkwürdige Faustballschlacht

Karsten Bilger vom Ahlhorner SV lässt seinen Emotionen freien Lauf. · Fotos (3): Hiller
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Karsten Bilger vom Ahlhorner SV lässt seinen Emotionen freien Lauf. · Fotos (3): Hiller

Ahlhorn - Von Michael HillerDass die Derbys zwischen dem Ahlhorner SV und TV Brettorf schon immer ihre besonderen Reize hatten und überdurchschnittlich guten Faustballsport mit reichlich Emotionen boten, ist hinlänglich bekannt. Was die beiden Topklubs aus dem Landkreis Oldenburg allerdings gestern Nachmittag in der Sporthalle der Ahlhorner Graf-von-Zeppelin-Schule den rund 500 Zuschauern – die Krach für 5 000 machten – alles boten, bedarf neuer Superlativen.

Am Ende des fast dreistündigen Krimis hätten es beide Trainer sogar begrüßt, wenn die Regularien der Faustball-Bundesliga in solchen Spielen ein Unentschieden vorsehen würden. Da dies jedoch nicht der Fall ist, jubelten die Ahlhorner über einen an Dramatik nicht zu überbietenden 5:4-Erfolg (13:11, 7:11, 7:11, 11:6, 11:8, 11:7, 11:13, 10:12, 11:7) – der ihnen gleichzeitig zu 99,9 Prozent das Ticket zur Deutschen Meisterschaft beschert.

„Ich bin sprachlos“, fiel es selbst einem „alten Hasen“ wie Ulrich Meiners, Abteilungsleiter der Ahlhorner und Präsident der Deutschen Faustball-Liga, sichtlich schwer, das in Worte zu fassen, was sich auf dem Feld abgespielt hatte. „Es war wohl das beste Spiel, das ich jemals in dieser Halle gesehen habe“, erklärte Meiners. ASV-Trainer Thomas Neuefeind musste sich ebenfalls erst einmal ein paar Minuten sammeln, hielt dann aber fest: „Es war ein Spiel auf allerhöchstem Niveau, in dem Kleinigkeiten am Ende entscheidend waren. Vielleicht haben wir im letzten Satz einfach etwas mehr Dampf gehabt.“

Auf der anderen Seite saß der Stachel der Enttäuschung tief. „Heute hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen“, sagte TVB-Trainer Klaus Tabke, richtete den Blick dann aber schnell nach vorne. „Wir müssen uns jetzt auf nächste Woche und den MTV Hammah konzentrieren. Das ist ein weiteres Endspiel für uns, und wenn wir an die Leistung von heute anknüpfen können, brauchen wir keine Angst zu haben.“

In der Tat: Das Leistungsniveau, das beide Teams unter der Beobachtung von Bundestrainer Olaf Neuenfeld zeigten, war überragend. Um jeden Ball wurde verbissen gekämpft. Spektakuläre Abwehraktionen, bei denen sich auf Ahlhorner Seite vor allem Tim Albrecht mehrfach den Szenenapplaus der Zuschauer sicherte, wechselten sich mit sehenswerten Angriffen ab.

Die Brettorfer erwischten einen guten Start im ersten Satz, mussten diesen aber trotz einer 9:7-Führung abgeben. Schon zu diesem Zeitpunkt war zu ahnen, dass dieser Faustball-Klassiker nichts für schwache Nerven werden sollte.

Im zweiten und dritten Satz lagen die Gäste dann erneut von Anfang an vorne und brachten dieses Mal ihren Vorsprung auch nach Hause. Doch Ahlhorn meldete sich zurück und gewann die nächsten drei Sätze. Thomas Neuefeind war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Vulkan der Emotionen. Die Explosion deutete sich im siebten Satz an, als sein Team beim 10:8 zwei Matchbälle hatte. Doch jetzt kehrte Brettorf nervenstark zurück, wehrte zwei Mal ab und nutzte den eigenen zweiten Satzball zum 13:11, was die TVB-Fans zum Anlass nahmen, die Halle endgültig in einen Hexenkessel zu verwandeln. Und die Stimmung kochte weiter. Satz acht war ein ständiges Hin und Her, ehe Brettorf erneut in der Verlängerung das glücklichere Ende hatte.

Doch diese Aufholjagd schien (zu viel) Kraft gekostet zu haben. „Im neunten Satz haben wir gleich zu Beginn zu viele Punkte liegen gelassen“, bedauerte Klaus Tabke. Auf der anderen Seite hingegen schien Schlagmann Christoph Johannes noch einmal Dynamit in den Ärmel zu bekommen. Seine Schlagkraft bescherte Ahlhorn eine schnelle 6:2-Führung, die nach dem Seitenwechsel auf 8:2 anwuchs. Bis auf 9:5 kam Brettorf noch heran, ehe Ahlhorn seinen insgesamt fünften Matchball nutzte und damit eine denkwürdige Faustball-Schlacht beendete.

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