Tischtennis-Asse begrüßen Saisonunterbrechung / Rückrunde vor dem Aus

„Das hat sich niemand ausgesucht“

Schnürt nun öfter seine Joggingschuhe: DHI-Kapitän Stefan Röbbeling.
+
Schnürt nun öfter seine Joggingschuhe: DHI-Kapitän Stefan Röbbeling.

Wildeshausen – Vorzeitige Winterpause für die Tischtennis-Aktiven in Niedersachsen: Aufgrund der Coronapandemie hat der niedersächsische Tischtennisverband (TTVN) beschlossen, dass im Jahr 2020 keine Punktspiele mehr absolviert werden dürfen. Außerdem planen die TTVN-Verantwortlichen nach Informationen unserer Zeitung offenbar, dass die Ende Oktober zunächst bis zum Jahresende unterbrochene Saison früher endet als erwartet. Im neuen Jahr (wenn irgendwann wieder gespielt werden darf) soll demnach nur noch die angefangene Hinrunde zu Ende gebracht, die Rückserie nicht mehr ausgetragen werden. Die richtigen Entscheidungen? Oder gehen die Maßnahmen zu weit?

Für Helmut Rang vom Bezirksoberligisten VfL Wildeshausen ist die Sache sonnenklar: „Für mich ist das alles komplett nachvollziehbar. Die Infektionszahlen sind ja derart in die Höhe geschossen, dass reagiert werden musste.“ Auch zum Thema Saisonfortsetzung hat Rang eine eindeutige Meinung: „Eine reguläre Serie mit Hin- und Rückspielen wird es wohl nicht geben können. Alle jetzt ausfallenden Spiele nachzuholen, halte ich für utopisch. Selbst wenn die Saison bis in den Juli hinweg verlängert werden würde, dürften sich die Vereine nicht auf derart viele Termine einigen.“ Deshalb rechnet Rang damit, dass nur eine verkürzte Runde ohne Rückspiele ausgetragen wird.

Womit der VfL-Tischtennisabteilungsleiter auch bestens leben kann: „Die Situation hat sich ja niemand ausgesucht. Im Augenblick halte ich es für sinnvoll, auf Kontakte zu verzichten. Und beim Sport ist das ja nicht vermeidbar. Also setzen wir beim Tischtennis vorerst aus und hoffen auf bessere Zahlen. Fit halten kann ich mich ja zum Glück auch mit laufen und Rad fahren.“

Mehr Sorge bereitet Rang indes, dass dem Tischtennis durch den Lockdown Nachwuchskräfte verloren gehen könnten: „Gerade im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren hatten wir vor Corona einen richtig schönen Zulauf. Ich fürchte, es wird schwierig, künftig alle bei der Stange zu halten. Hoffentlich verlieren die Kids während der Pandemie nicht den Spaß am Tischtennis.“

Silke Meyerholz vom Bezirksligisten TTV Klein Henstedt hofft dies ebenfalls: „Aber ich habe dabei kein gutes Gefühl. Insbesondere neue Kinder für Tischtennis zu begeistern, dürfte in den kommenden Monaten sehr schwer werden.“ Ähnlich wie Rang begrüßt die TTV-Mannschaftsführerin aber dennoch die getroffenen Entscheidungen: „Wir hatten schon vor dem Lockdown innerhalb des Teams beschlossen, dieses Jahr nicht mehr an den Tisch zu gehen. Für uns stehen ja eindeutig der Spaß und die Geselligkeit im Vordergrund, und die gingen durch die dramatisch hohen Infektionszahlen zuletzt ziemlich verloren.“

Ganz auf Sport will Meyerholz bis Weihnachten jedoch trotzdem nicht verzichten: „Ich walke sehr gerne oder unternehme längere Spaziergänge. So kann man auch fit bleiben, bis Tischtennis wieder zu vertreten ist.“ Da auch sie davon ausgeht, dass im neuen Jahr nicht mehr alle noch ausstehenden Spiele absolviert werden können, plädiert sie dafür, es „bei einer Hinrunde zu belassen“.

Stefan Röbbeling, der Kapitän der TTG DHI Harpstedt aus der 2. Bezirksklasse, befürchtet für die nächsten Wochen sogar noch einen Anstieg der Infektionen: „Dank der Maßnahmen sinken die Zahlen vielleicht erst etwas, aber durch die Feiertage geht dann wohl wieder alles hoch. Eine komplette Saison bekommen wir deshalb niemals durch. Vielleicht eine halbe, mehr bestimmt nicht.“

Für Röbbeling allerdings kein Weltuntergang: „Sport treibe ich ja weiterhin, indem ich öfter jogge. Und der Rest des Teams hält sich ähnlich fit – bis auf meinen Bruder Peter“, fügt Röbbeling mit einem Schmunzeln hinzu: „Der hat auf seinem Pferdehof ja immer genug Bewegung.“ Sorgen macht sich Harpstedts Mannschaftsführer indes um den Nachwuchs: „Es könnten uns durch Corona viele Talente verloren gehen, und dann wird es äußerst schwer, diese später zurückzugewinnen.“

Von Carsten Drösemeyer

Sorgt sich um den Nachwuchs: Klein Henstedts Mannschaftsführerin Silke Meyerholz.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“

„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“

„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“
Strumpski verstärkt TV Dötlingen

Strumpski verstärkt TV Dötlingen

Strumpski verstärkt TV Dötlingen
„Punktspielverweigerin“ Grünewald holt DM-Titel

„Punktspielverweigerin“ Grünewald holt DM-Titel

„Punktspielverweigerin“ Grünewald holt DM-Titel
Bragulas Plan mit Stolle ist geplatzt

Bragulas Plan mit Stolle ist geplatzt

Bragulas Plan mit Stolle ist geplatzt

Kommentare