Christian Kläner hat auch nach dem Gewinn des EM-Titels noch große Ziele

„Ich würde gerne noch mal Weltmeister werden“

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Hat mit der Nationalmannschaft nun alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Christian Kläner vom TV Brettorf.

Brettorf - Von Sven Marquart. Die Durststrecke ist vorüber. 14 Jahre lang hatten die deutschen Faustballer auf ihren zwölften Europameistertitel warten müssen. Nachdem es für den amtierenden Weltmeister und World-Games-Sieger auf dem heimischen Kontinent zuletzt vier Mal nur zu Bronze gereicht hatte, stand das Team um Kapitän Christian Kläner (30) am vergangenen Sonntag nach einem 4:3 über Titelverteidiger und Gastgeber Schweiz ganz oben auf dem Treppchen. Wie viel ihm der Triumph bedeutet, erzählt der Abwehrspieler des TV Brettorf im Interview.

Herr Kläner, Hand aufs Herz! Was war anstrengender: das Finale über sieben Sätze oder die anschließende Siegesfeier?

Christian Kläner: Das ist schwer zu vergleichen. Es war schon sehr anstrengend, das Endspiel zu drehen. Die Feier war dessen absolut würdig. Wir waren in Olten in einer Kneipe und haben etwas gegessen und getrunken. Anschließend sind wir noch ein bisschen um die Häuser gezogen und waren so gegen 3 Uhr in der Unterkunft. Sonntagsabends ist in der Schweiz nicht so viel los...

Während des Endspiels sah es lange so aus, als sollte es wieder keinen Anlass zum Feiern geben. Die Schweizer führten bereits mit 3:1 nach Sätzen. Haben Sie trotzdem noch an den Sieg geglaubt?

Mir war jederzeit bewusst, dass es möglich ist. Die Schweizer waren vielleicht einen Tick besser und die Sätze alle relativ knapp. Deshalb hatte ich nach der Pause das Gefühl, dass wir es schaffen können, wenn alle ihre Leistung bringen.

Wie groß war die Erleichterung nach dem verwandelten Matchball?

Natürlich waren wir alle erleichtert, dass wir das gesetzte Ziel erreicht haben. Die Vorzeichen sprachen ja nicht unbedingt für uns. Umso stolzer sind wir, dass wir es geschafft haben.

Beim 3:1 in der Vorrunde hat sich Ihre Mannschaft gegen die Schweizer offensichtlich leichter getan. Warum?

Ich weiß nicht, ob wir uns da leichter getan haben. Vielleicht liefen die Sätze etwas besser für uns. Auf jeden Fall wollten wir unbedingt gewinnen, um direkt ins Halbfinale einzuziehen.

Welchen Stellenwert nimmt der EM-Titel in Ihrer Karriere ein?

Einen großen. Schließlich war das der letzte noch ausstehende Titel mit der Nationalmannschaft, wenn auch nicht ganz zu vergleichen mit dem Gewinn der WM 2011. Vor zwei Jahren sind wir bei der EM in Schweinfurt im Halbfinale mit Pauken und Trompeten an der Schweiz gescheitert. Nachdem wir damals unserer Favoritenrolle nicht gerecht geworden sind, waren diesmal alle bis in die Haarspitzen motiviert und haben keinen Gegner unterschätzt.

Sie haben es angesprochen: Mit der Nationalmannschaft haben Sie nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft und der World Games nun auch den letzten noch fehlenden Titel geholt. Zudem sind Sie mit dem TV Brettorf deutscher Meister geworden. Welche Ziele haben Sie noch?

Im kommenden Jahr möchte ich nach Argentinien fahren. Dort würde ich gerne noch mal Weltmeister werden und mich dann mit dem Titel aus der Nationalmannschaft verabschieden. Außerdem möchte ich mit dem TV Brettorf noch das Bestmögliche erreichen.

Sie sind jetzt 30. Wie lange kann man auf höchstem Niveau Faustball spielen?

Wenn einen die Knochen nicht im Stich lassen, kann man durchaus bis 35 mithalten. Aber in der Nationalmannschaft kommen gute junge Leute nach, und ich will niemandem den Weg verbauen.

Auch Bundestrainer Olaf Neuenfeld will im kommenden Jahr aufhören. Ist schon bekannt, wer sein Nachfolger wird?

Hier hat es eine Kehrtwende gegeben: Der Vertrag mit dem gesamten Trainerteam ist inzwischen bis 2017 verlängert worden. Olaf hat gesehen, dass er das Team nach wie vor erreicht und dass ihm die Sache noch Spaß macht.

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