A-, B- und C-Junioren schwächeln / Jöckel: „Da haben wir einige Probleme“

Wildeshauser Unterbau hinkt hinterher

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Fünf vor zwölf? Nein, so schlimm ist es noch nicht. Aber die Jugendteams des VfL Wildeshausen liefen in der abgelaufenen Saison der Musik in ihren Bezirksligen hinterher. Es gibt Optimierungsbedarf, das weiß auch Fußballabteilungsleiter Ottmar Jöckel.

Wildeshausen - Von Daniel Wiechert. Das „VfL-Herz“ pumpt derzeit behäbig: Die A-Jugend rettete sich mit Ach und Krach in der Bezirksliga, die B-Jugend landete auf einem Abstiegsplatz im Bezirk, und auch die C-Jugend bekleckerte sich als Drittletzter in der Bezirksliga nicht gerade mit Ruhm. Kein guter Unterbau für die Landesliga-Herren. „Wir haben immer gesagt, dass die Jugend das Herzstück des Vereins sein muss“, sagt Fußballabteilungsleiter Ottmar Jöckel: „Aber im Moment haben wir da wirklich einige Probleme.“

Auch Marcel Bragula, Trainer der ersten Mannschaft, beschäftigt dieser Negativtrend. „Ich bin VfLer durch und durch. Und deshalb mache ich mir natürlich darüber Gedanken. Denn die Jugend ist der Fundus, aus dem wir auch oben zehren wollen, das ist ganz klar unsere Philosophie.“

Deshalb seien alle im Verein gefragt, Ursachenforschung zu betreiben „und dann anschließend eine Schippe draufzulegen, was die Jugendarbeit betrifft. Da sind aber wirklich alle gemeinsam im Verein gefragt“, erklärt Bragula.

In erster Linie müssten sich die Spieler selbst hinterfragen, sich an die eigene Nase fassen. „Sie müssen mehr investieren. Manche sollten weniger vor der Playstation sitzen, sondern sich stattdessen auf den Fußballplatz begeben“, sagt der 40-Jährige.

Diese Entwicklung hat auch Martin Stendal ausgemacht. Er trainierte zuletzt die B-Jugend, wird zur kommenden Saison die A-Jugend unter seine Fittiche nehmen. „Die ganzen medialen Möglichkeiten für die Jugendlichen haben zugenommen“, sagt Stendal. Deshalb würde der Fußball oft nicht mehr an erster Stelle stehen. Kurzzeitig hatte er auch überlegt, aus der Jugendtrainerarbeit auszusteigen. „Zuletzt fehlte mir etwas der Spaß, weil die Einstellung der Spieler nicht gestimmt hat, aber: Neue Saison, neuer Anlauf, neues Glück.“ Mit wem Stendal diesen Neustart macht, steht noch nicht fest. Der zweite Trainer in der A-Jugend fehlt noch genauso wie in der jüngeren Klasse. Bisher ist nur klar, dass sich Bastian Flege der B-Jugend annimmt. Für die C-Jugend zeichnen Selcuk Keyik, Kai Schmale und Fabian Kemper verantwortlich. Ein hoffnungsvolles Gespann, glaubt Jöckel: „Unser langfristiges Ziel ist es, dass die A-, B- und C-Jugend schon fußballerisch das verinnerlicht, was wir später im Herrenbereich wollen. Und dafür ist es natürlich perfekt, jemanden wie Kai Schmale zu haben, der dies aus dem Effeff kennt.“

Schmale, nicht nur wegen des Treffers im Saisonfinale gegen Atlas einer der Aufstiegshelden, beschreibt die VfL-Identität: „Man muss immer die absolute Leidenschaft dafür aufbringen, was man macht. Es geht darum, sich immer voll reinzuhauen – wenn der Gegner am Ende besser war, okay. Aber eine Scheißegal-Einstellung darf es niemals geben. Das versuchen wir den Jungs einzuimpfen.“

Auch Keyik, der gleichzeitig die Koordinatorfunktion für die drei C-Jugendteams inne hat, soll mehr und mehr Verantwortung übernehmen. „Er weiß absolut, wie wir im Verein arbeiten wollen. Selcuk ist voller Tatendrang“, sagt Jöckel. Der 28-jährige Keyik macht gerade die Uefa-B-Lizenz, wenn er diese hat, sei das ein Riesen-Fortschritt für alle, glaubt Bragula, der genau wie sein Trainerpartner Marco Elia Inhaber dieser Lizenz ist: „Das ist kein Zuguck-, sondern ein Mitmach-Lehrgang. Das wird ihm einiges bringen. Und Selcuk bringt eh ein absolutes Trainertalent mit.“

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