Bungee-Run ist der Renner

Inklusive Sportfeste bringen Menschen mit und ohne Einschränkungen zusammen

Ein junger Mann und eine junge Frau beim Bungee-Run.
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Gegen den Widerstand: Beim Bungee-Run werden die Sportler permanent durch ein Gummiseil zurückgezogen.

Sandkrug – „Mit den beiden Veranstaltungstagen möchten wir den Teilnehmern wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, sagte Leonie Schulte, die Inklusionskoordinatorin des Projekts Hatten-Inklusiv (HAI). In Zusammenarbeit mit dem Delmenhorster TV und der TSG Hatten-Sandkrug hatte die Sportregion Delmenhorst/Oldenburg-Land unter dem Motto „Go Sports – Go inclusive“ am vergangenen Wochenende zwei inklusive Sportfeste ausgerichtet.

Die Veranstaltungen waren Teil der Vielfaltswoche vom Landessportbund (LSB) Niedersachsen und wurden dabei durch die Bundesfreiwilligendienstleistenden vor Ort organisiert. Für die Sportregion Delmenhorst/Oldenburg-Land hatte sich Jonas Brandt im Rahmen eines Projekts mit den Tagen beschäftigen dürfen. „Den ersten Austausch zu meiner Projektidee habe ich mit Leonie Schulte im Dezember vergangenen Jahres geführt“, berichtete Brandt und ergänzte: „Im Januar sind wir dann stärker in die Planungen eingestiegen.“ Neben Schulte und Brandt gehörten auch Sportreferentin Inga Marbach und die Inklusionsbeauftragte Anke Marien vom Kreissportbund (KSB) im Landkreis Oldenburg zum Planungsteam.

Mit rund 300 registrierten Anmeldungen war der Sporttag in Sandkrug ein großer Erfolg. „Noch im April und Mai habe ich mir Sorgen um die zwei Tage gemacht“, offenbarte Brandt. Die größte Herausforderung in der Planungsphase waren die unterschiedlichen Inzidenzen im Landkreis Oldenburg und der Stadt Delmenhorst. „Die beiden Veranstaltungstage gehören einfach zusammen“, erläuterte Brandt. Durch die unterschiedlichen Zahlen wurde die Planung im Vorfeld weiter erschwert. Dennoch fiel Brandts Bilanz positiv aus: „Die Sportfeste in Delmenhorst und in Sandkrug liefen besser als erwartet.“ Und auch Leonie Schulte war begeistert: „Wir haben eine gute Mischung von Teilnehmern aus den eingeladenen Wohnheimen, Jugendhäusern und Schulen dabei gehabt.“

Ungewohnte Perspektive: Auch Rollstuhltennis konnten die Sportfestbesucher ausprobieren.

Auf der Sportanlage in Sandkrug gab es viel zu erleben. Besonders anziehend war das Aerotrim, bei dem Interessierte durch die Körpergewichtsverlagerung in alle Richtungen ein Gefühl von Schwerelosigkeit erleben konnten. Auch bekannte Sportarten wie Handball, Tennis und Basketball wurden inklusiv angeboten. So konnten Gäste ohne körperliche Einschränkungen erleben, wie Rollstuhlfahrer ihre Sportart wahrnehmen. An weiteren Stationen konnten die Teilnehmer üben, wie Hindernisse und Erhöhungen mit dem Rollstuhl überwunden werden können. Die Lieblingsstation von Jonas Brandt war eindeutig der Bungee-Run. Dabei mussten sich zwei Sportler im Duell gegen den Widerstand eines Gummiseils nach vorne kämpfen.

Die Judoka der TSG Hatten-Sandkrug sowie die Showakrobatikgruppe „Green Spirits“ stellten nicht nur ihre Sportarten vor, sondern banden die Interessierten direkt mit ein. Die mehrfach ausgezeichneten „Green Spirits“ begleiteten die Besucher bei unterschiedlichen Übungen auf einer Airtrack-Matte.

Ab auf die Matte: Die Judoka der TSG Hatten-Sandkrug stellten ihre Sportart vor.

Auch die Sportjugend, die KSB-Nachwuchsorganisation, beteiligte sich am Sportfest. Unter anderem betreute Vorstandsmitglied Frederike Gärtner zwischenzeitlich die Showdown-Platte. Diese Sportart wird von blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen ausgeübt. Gärtners Vorstandskollege René Förster war als Springer eingesetzt. Er beantwortete die Fragen der Besucher und stellte die Jugendarbeit in den Sportvereinen vor.

Wer hoch hinaus wollte, konnte an der sieben Meter hohen Kletterwand ganz neue Bewegungserfahrungen sammeln. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Barmer Krankenkasse und der Sportorganisation Special Olympics, die als größte Sportbewegung für Menschen mit geistigen Behinderungen und Mehrfachbehinderungen gilt. „Heute sind sich Jung und Alt sowie Menschen mit und ohne körperlichen beziehungsweise geistigen Einschränkungen wieder einmal näher gekommen“, freute sich Marien.

Von Tamino Büttner

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