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Volleyball-Oberligist VfL Wildeshausen wehrt 14 Matchbälle ab

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Wildeshausens Spielertrainer Jakub Brys bei der Ballannahme.
Ungewohnte Aufgabe: Wildeshausens Diagonalspieler Jakub Brys musste im Annahmeriegel aushelfen. © Tamino Büttner

Wildeshausen – Das war nichts für schwache Nerven! 2:46 Stunden schenkten sich die Oberliga-Volleyballer des FC Schüttorf 09 II und des VfL Wildeshausen nichts und kämpften verbissen um jeden Ball. Schließlich nutzte die Schüttorfer Zweitliga-Reserve ihren 15. (!) Matchball, um den Volleyballkrimi mit 3:2 (25:23, 27:25, 21:25, 35:37, 17:15) zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Verloren die Wildeshauser die ersten beiden Sätze recht unglücklich, hielten sie dem Druck der Grafschafter im vierten Durchgang stand und wehrten allein in diesem Abschnitt elf Matchbälle ab, um mit ihrem dritten Satzball den Tiebreak zu erzwingen. Im Entscheidungssatz entschärften die Huntestädter erneut drei Matchbälle des Gegners, während sie selbst keine Chance bekamen, den Sack zuzumachen.

In der Woche vor der Partie reihte sich bei den Gästen eine Hiobsbotschaft an die nächste. Coronabedingt fielen drei Akteure aus. Dadurch musste der VfL ohne Libero agieren und Diagonalspieler Jakub Brys mit in den Annahmeriegel nehmen. Deshalb benötigte der Tabellenfünfte einige Zeit, um sich in dieses System einzufinden. Beim 9:16 schien der erste Satz gelaufen. Doch dann gelangen die Abwehraktionen, und die Wildeshauser kämpften sich auf 16:18 heran. Anschließend war Schüttorf aber wieder stabil im Side-Out, holte sich beim 24:21 drei Satzbälle und nutzte den dritten zum 25:23.

Der gesamte zweite Durchgang war hart umkämpft. Keine der beiden Mannschaften konnte sich mit mehr als zwei Punkten absetzen, bis Schüttorf beim 24:22 zwei Satzbälle hatte. Nervenstark wehrte der VfL beide ab und hätte beim 25:24 den Satzausgleich herstellen können. Allerdings waren die nächsten beiden Angriffe der Wittekind-Crew zu durchsichtig, so dass Schüttorf mit 27:25 erneut die Nase vorn hatte.

Die Wildeshauser gaben sich trotz des 0:2-Satzrückstandes nicht auf. Andreas Fortmann ersetzte Spielertrainer Jakub Brys, der eine Pause brauchte. Durch ein Schüttorfer Konzentrationsdefizit zog der VfL auf 19:13 davon und holte sich den dritten Abschnitt mit 25:21.

„Der Start in den vierten Satz ging leider daneben“, bedauerte Wildeshausens spielender Co-Trainer Frank Gravel. Nach dem 4:9 kam Brys wieder aufs Feld und konnte den Rückstand mit seinen Angriffen verringern (21:22). Es wurde hochdramatisch: Nach drei abgewehrten Match- und zwei vergebenen Satzbällen stemmten sich die Wildeshauser achtmal in Serie erfolgreich gegen den Matchverlust und erzwangen mit drei Punkten in Folge zum 37:35 schließlich den Entscheidungssatz.

Zu Beginn des Tiebreaks unterliefen den Gästen einige Angriffsfehler. Über 5:9 und 10:11 hieß es dann 12:14. Insgesamt drei weitere Matchbälle konnten die Wildeshauser noch abwehren, ehe die Schüttorfer ihre 15. Gelegenheit nutzten und das denkwürdige Spiel mit 17:15 für sich entschieden.

„Unter diesen Umständen, mit den Ausfällen und ohne Libero, war das eine Wahnsinnsleistung“, bilanzierte Gravel. Immerhin durfte sich sein Team mit einem Punkt trösten. „Wir hätten aber durchaus mehr verdient gehabt“, meinte der Co-Trainer.

Am kommenden Sonnabend, 30. April, treffen die Wildeshauser in Oldenburg auf den Tabellensechsten SG Ofenerdiek/Ofen (13 Uhr) und den Vorletzten VG Delmenhorst/Stenum (15 Uhr).

VfL Wildeshausen: Frank Gravel, Jakub Brys, Marcel Junel, Linh Nguyen, Andreas Fortmann, Manuel Meyer, Marek von der Mehden.

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