Bröcker trifft im ersten Pflichtspiel für Wildeshausen auf Ex-Club Dötlingen

„Er ist ein lieber Junge“

+
Ambitioniert: Sebastian Bröcker (am Ball) will sich beim VfL Wildeshausen durchsetzen.

Dötlingen/Wildeshausen - Von Sven Marquart. Seitdem die Erstrunden-Begegnungen des Fußball-Bezirkspokals ausgelost sind, blüht in der Wohngemeinschaft am Wildeshauser Bahnhof der Flachs: So musste sich Sebastian Bröcker von seinem Mitbewohner Gerrit Schüler schon „den einen oder anderen Spruch“ anhören. Wie es der Zufall will, stehen sich die beiden WG-Kumpels am Sonntag, 15 Uhr, mit ihren Mannschaften in Dötlingen gegenüber.

Dabei waren Sebastian Bröcker und Gerrit Schüler bis vor wenigen Wochen noch Teamkollegen beim Kreisligisten TV Dötlingen. Inzwischen trägt Bröcker das Trikot des Landesliga-Aufsteigers VfL Wildeshausen. „Ich wollte nochmal ambitionierter Fußball spielen“, erläutert Bröcker. Nachdem er sich bereits im vergangenen Jahr mit einem Wechsel in den Krandel beschäftigt hatte, machte er nun Nägel mit Köpfen.

Bei seinem neuen Verein wurde der 24-Jährige „sehr gut aufgenommen“ und gehörte prompt zu den positiven Überraschungen der Vorbereitung. Allerdings musste sich der Mittelfeldspieler auch nicht lange eingewöhnen: Bereits in der Jugend kickte der gebürtige Delmenhorster unter Peter Görke und Martin Stendal für den VfL, ehe er nach Dötlingen ging.

Dort reifte der angehende Dachdecker zu einem Leistungsträger, erreichte zwei Mal das Kreispokalfinale und trug zum Aufstieg in die Kreisliga bei. Entsprechend ungern ließ Trainer Georg Zimmermann den schnellen und torgefährlichen Linksfuß ziehen: „Aber ich kann verstehen, dass es ,Sebi‘ zwei Klassen höher probieren will. Ich werde ihn weiter in den Arm nehmen – er ist ein lieber Junge.“

Ein freundschaftliches Verhältnis pflegt Zimmermann auch zu seinem Wildeshauser Trainerkollegen Marcel Bragula. Fast schon traditionell verabreden sie in jeder Sommer- und Wintervorbereitung ein Testspiel. Diesmal fanden sie jedoch keinen geeigneten Termin. Statt des Freundschafts- gibt es nun eben ein Pflichtspiel. „Das ist doch was! Ich hoffe auf ein paar hundert Zuschauer“, freut sich Zimmermann.

Aus Respekt vor dem TV Dötlingen überlegte Bragula kurz, Sebastian Bröcker nicht in den Kader zu berufen, verwarf den Gedanken aber wieder. „Das ist eine besondere Situation, sollte aber für alle Beteiligten kein Problem sein“, meint der VfL-Coach. Was aber nicht automatisch heißt, dass sich Bröcker gegen seinen Ex-Club in der Startformation wieder findet. „Der einzige, der bei mir einen Stammplatz hat, ist Betreuer Thomas Kupka – bei uns wird nach Leistung aufgestellt“, sagt Bragula. Da Bröckers Trainingsbeteiligung bei 100 Prozent liegt, sei er jedoch „auf jeden Fall ein heißer Kandidat“.

Das sieht bei einer ganzen Reihe von Wildeshausern anders aus. Fehlen werden neben dem langzeitverletzten Majues Gebhardt-Bauer auch Storven Bockhorn (beide Bandscheibenvorfall), Lennart Flege (Kniebeschwerden), Janek Jacobs und Ole Lehmkuhl (beide muskuläre Probleme im Oberschenkel). Fraglich sind die angeschlagenen Jan Gusfeld-Ordemann (Wade), Niklas Heinrich (Knie), Alexander Kupka (Schienbein) und Maximilian Seidel (Grippe). Dafür ist Lukas Schneider nach seinem Bänderanriss im Sprunggelenk wieder einsatzbereit. „Trotzdem werden wir immer noch eine starke erste Elf haben, von denen jeder die Ambitionen hat, Landesliga zu spielen“, bekräftigt Bragula.

Dagegen muss Georg Zimmermann nur auf die urlaubenden Maximilian Struve und Tim Meiners verzichten. Mittelfeldabräumer Joole Bredehöft, auf den Bragula große Stücke hält, steht wegen einer Zerrung auf der Kippe. „Außerdem macht bei uns eine Erkältungswelle die Runde – das ist aber nichts, was einen Einsatz verhindert“, berichtet Zimmermann.

Die Gäste sind natürlich haushoher Favorit. „Den Leistungsunterschied können wir nicht wegdiskutieren“, meint Zimmermann. Sein Tipp: ein 1:4. „Unser Ziel ist es ganz klar, in die nächste Runde einzuziehen“, betont Bragula, warnt aber auch: „Es gibt im Pokal unzählige Beispiele, dass der Kleine den Großen geärgert hat.“ Dann müsste sich Sebastian Bröcker bestimmt einiges von seinem Mitbewohner anhören. Aber erst einmal freut er sich auf die sportliche Auseinandersetzung: „Ich glaube, das wird ein gutes Spiel.“

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Hoch auf den "Hundeknochen": 50 Jahre Ford Escort

Ein Hoch auf den "Hundeknochen": 50 Jahre Ford Escort

Weniger Senioren und mehr Suiten: Flusskreuzfahrten-Trends

Weniger Senioren und mehr Suiten: Flusskreuzfahrten-Trends

Klappe zu, Hardtop tot: Cabrios setzen wieder aufs Stoffdach

Klappe zu, Hardtop tot: Cabrios setzen wieder aufs Stoffdach

Blubbernd und alkoholfrei: Kombucha selber machen

Blubbernd und alkoholfrei: Kombucha selber machen

Meistgelesene Artikel

TV Dötlingen zeigt eine „ganz starke Charakterleistung“

TV Dötlingen zeigt eine „ganz starke Charakterleistung“

TSV Ippener will TuS Heidkrug erste Saisonniederlage beibringen

TSV Ippener will TuS Heidkrug erste Saisonniederlage beibringen

TV Neerstedt gegen Wilhelmshavener HV II Favorit

TV Neerstedt gegen Wilhelmshavener HV II Favorit

Bragula warnt vor Standards der Rasteder „Löwen“

Bragula warnt vor Standards der Rasteder „Löwen“

Kommentare