Saisonabbruch ist für Bezirksspielausschussvorsitzenden noch kein Thema

Brinker will Wertung hinbekommen

Alleinstellungsmerkmal: Der VfL Wildeshausen um Miguel Förster (v.l.), Lukas Schneider und Thorben Schütte brachte dem inzwischen zum Tabellenführer aufgestiegenen WSC Frisia Wilhelmshaven (hier Hugo Magouhi) beim 1:1 den einzigen Punktverlust in der aktuell unterbrochenen Saison bei.
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Alleinstellungsmerkmal: Der VfL Wildeshausen um Miguel Förster (v.l.), Lukas Schneider und Thorben Schütte brachte dem inzwischen zum Tabellenführer aufgestiegenen WSC Frisia Wilhelmshaven (hier Hugo Magouhi) beim 1:1 den einzigen Punktverlust in der aktuell unterbrochenen Saison bei.

Wildeshausen – Kürzlich hat sich in der Tabelle der Fußball-Landesliga mal wieder etwas getan. Nein, der Spielbetrieb ruht immer noch. Dafür hat Staffelleiter Stefan Brinker den lange angekündigten Rückzug des BV Essen nun auch offiziell vollzogen und den Club aus dem Cloppenburger Südkreis aus der Wertung genommen.

Dabei wurden auch die beiden absolvierten Partien des BVE annulliert, darunter das 1:1 gegen den SC BW Papenburg. Der bisherige Spitzenreiter büßte dadurch nicht nur einen Punkt, sondern auch die Tabellenführung in der Nordstaffel ein. Neuer Klassenprimus ist jetzt Aufsteiger WSC Frisia Wilhelmshaven. Für den VfL Wildeshausen änderte sich nichts – die Krandel-Kicker rangieren mit acht Zählern weiterhin an dritter Stelle.

Neben dem BV Essen steht in der Nordstaffel mit dem insolventen BV Cloppenburg bereits ein zweiter Absteiger fest. Somit müsste von den neun verbliebenen Mannschaften nur noch eine weitere den direkten Gang in die Bezirksliga antreten, der Vorletzte in die Relegation. Sehr zum Missfallen der Teams in der Südstaffel, wo es demnach drei sportliche Absteiger geben würde. Deshalb hatte Brinker angekündigt, der Rechtsabteilung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) den Sachverhalt zur Klärung vorzulegen. Bisher ist er diesbezüglich aber noch nicht aktiv geworden.

„Aktuell haben wir andere Sorgen. Die Frage ist, wann wir überhaupt wieder spielen dürfen“, verdeutlicht Brinker, der auch Spielausschussvorsitzender des NFV-Bezirks Weser-Ems ist. Eigentlich sollte am kommenden Wochenende in der Landesliga der erste Spieltag nach der Winterpause über die Bühne gehen. Doch daraus wird nichts, trotz des derzeit frühlingshaften Wetters. Denn nach der momentan gültigen Coronaverordnung gilt mindestens noch bis zum 7. März ein Amateursportverbot – und es deutet sehr wenig darauf hin, dass es bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen gelockert wird.

„Wir haben schon einige Schubladen zugemacht, weil es einfach nicht mehr funktionieren würde“, sagt Brinker. Damit meint der Werlter unter anderem den Wegfall der ursprünglich geplanten Auf- und Abstiegsrunde in der Landesliga. Stattdessen hält er allenfalls noch die Beendigung von Hin- und Rückrunde sowie ein Aufstiegsspiel zwischen den beiden Staffelsiegern für realistisch.

Doch was, wenn es nicht bald weitergeht? „Fragen über Fragen! Ich will nicht Hoffnung wecken, wo es keine Hoffnung gibt. Deshalb halte ich mich lieber zurück“, meint Brinker. Sein Amtskollege Jörg Zellmer wurde da schon konkreter. Der Spielausschussvorsitzende des Bezirks Braunschweig hatte in der vergangenen Woche gegenüber der „Wolfsburger Allgemeinen“ den 25. April als spätestmöglichen Termin für den Re-Start genannt. Ansonsten sei die „Beendigung der Serie problematisch bis unmöglich“.

So weit will Brinker nicht gehen. Im Nordwesten seien die Bezirksliga-Staffeln 3 und 5 bisher „gut gelaufen“ und auch in den Staffeln 1 und 2 sehe es „teilweise ganz gut“ aus. „Da könnte es auch funktionieren, wenn man Anfang Mai wieder beginnt.“ Im Gegensatz zu Brinkers Sorgenkind, der Landesliga-Nordstaffel, in der der SV Bevern erst eine Partie absolviert hat. „Bevern muss also noch 15 Spiele machen. Dafür braucht man mindestens zweieinhalb Monate – aber danach gehen die auch auf dem Zahlfleisch“, sagt Brinker. Er kann die Saison inzwischen auch über den Stichtag 30. Juni hinaus verlängern. Ende Januar hatte der NFV-Vorstand den jeweils zuständigen Ausschüssen gestattet, die Spielzeit „bis maximal an den Beginn der Sommerferien (21. Juli 2021) heran“ auszudehnen. Dadurch ließen sich im Optimalfall sechs Spieltage gewinnen. „Aber so lange wir nicht wissen, wann es wieder losgehen kann, bleibt es ein Stochern im Nebel“, findet Brinker.

Dagegen hält der Spielausschusschef weiter an dem Vorhaben fest, eine Wertung der Serie mit Auf- und Absteigern hinzubekommen. „Das ist der Status quo“, bestätigt er. Dazu könnte wie schon in der coronabedingt abgebrochenen Vorsaison erneut die Quotientenregelung herangezogen werden. „Das Instrument ist da“, unterstreicht Brinker. Einen Saisonabbruch, wie er kürzlich im Handball, Tischtennis, Tennis, Badminton und Basketball vollzogen worden ist, schließt Brinker momentan noch aus: „Das wäre viel zu früh! Wir gucken, wo die Reise hingeht, und können dann immer noch entscheiden.“

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