Gastgeber holt beim Champions Cup Silber

TV Brettorf versucht alles: Kläner-Comeback im Finale

Brettorfs Tobias Kläner (l.) fehlte im Duell mit Pfungstadts Steve Schmutzler etwas die Durchschlagskraft. - Foto: Marquart
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Brettorfs Tobias Kläner (l.) fehlte im Duell mit Pfungstadts Steve Schmutzler etwas die Durchschlagskraft.

Brettorf - Von Sven Marquart. Blankes Entsetzen stand Tim Lemke ins Gesicht geschrieben. Mit aufgerissenen Augen und ausgebreiteten Armen sank der Spielertrainer des Faustball-Erstligisten TV Brettorf auf die Knie. Der 30-Jährige wollte es nicht glauben, dass sein Angriffsschlag im Aus gelandet sein sollte.

Doch mit einem Kopfnicken bestätigte der Schweizer Schiedsrichter Daniel Müller seine Entscheidung. Lemkes Traum vom Europapokalsieg in eigener Halle war in diesem Moment geplatzt. Mit 2:4 (9:11, 11:6, 11:5, 5:11, 4:11, 8:11) mussten die Brettorfer Seriensieger TSV Pfungstadt den Vortritt lassen, der nun schon zum fünften Mal in Folge den Champions Cup gewann.

„Schade! Vielleicht waren wir zu zufrieden, dass wir 2:1 geführt haben. Aber Pfungstadt war auch richtig, richtig gut. Auch ohne Patrick Thomas ist das mit fünf Nationalspielern eine absolute Spitzenmannschaft. Dafür haben wir uns sehr gut verkauft“, sagte Lemke unmittelbar nach dem Matchball.

Steve Schmutzler zerstörte die Brettorfer Hoffnungen

Da der Titelverteidiger auf Weltklasse-Angreifer Thomas (Aufbautraining nach Schultereckgelenksprengung) verzichten musste, hatten sich die Gastgeber mit dem Heimvorteil im Rücken gute Chancen ausgerechnet. Doch Thomas’ Vertreter Steve Schmutzler zerstörte die Brettorfer Hoffnungen. „Steve hat mit der Angabe sehr gut variiert“, lobte Lemke den zu Saisonbeginn vom MTV Rosenheim zu den Südhessen gewechselten World-Games-Sieger, Welt- und Europameister. Der 33-jährige Routinier ging ein höheres Risiko als Brettorfs Schlagmann Tobias Kläner. Zwar unerliefen Schmutzler auch einige Fehler, doch insgesamt ging seine Rechnung auf.

Den ersten Satz tütete allerdings Schmutzlers Angriffspartner Johannes Jungclaussen ein. Doch von ihren lautstarken Fans angefeuert, schlugen die Gastgeber zurück und sicherten sich die Durchgänge zwei und drei. Anschließend verloren die Schwarz-Weißen den Faden, lagen schnell mit 0:5 zurück und mussten den Satzausgleich hinnehmen.

Der Faustballrentner kann es immer noch

Auch nach der zehnminütigen Pause fanden die Brettorfer nicht wieder zu ihrem Spiel. Sie ließen aber nichts unversucht: Beim Stand von 3:6 im fünften Satz gab Christian Kläner überraschend sein Comeback. Der langjährige Kapitän hatte im Frühjahr 2017 eigentlich seine aktive Faustballkarriere beendet. „Wir waren zusammen Golf spielen, als ich den Anruf bekam, dass wir den Champions Cup ausrichten. Christian hat gesagt, dass er da nochmal spielen würde. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Man hat gesehen, dass es der Faustballrentner immer noch kann“, sagte Lemke schmunzelnd. Doch es half alles nichts: Wenig später war die Niederlage besiegelt.

Viel hatte nicht gefehlt und das Endspiel wäre ohne das Team des Ausrichters über die Bühne gegangen. Beim 4:2 (7:11, 9:11, 11:6, 11:7, 11:4, 11:7) im Halbfinale gegen den SVD Diepoldsau-Schmitter aus der Schweiz drehte der Dritte der Hallen-DM einen 0:2-Satzrückstand. Pfungstadt hatte den österreichischen Meister Union Compact Freistadt mit 4:2 (11:6, 9:11, 4:11, 11:6, 11:6, 11:5) bezwungen. Union-Angreifer Jaime Andrioli hatte sich bereits im ersten Durchgang bei einer Blocksituation verletzt, hielt aber unter Verwendung von reichlich Eisspray bis zum Ende durch. Wie sich später herausstellen sollte, hatte sich Andrioli die Speiche seines rechten Schlagarms gebrochen.

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