VfL Wildeshausen kann befreit aufspielen

Bragula muss blechen, Görke gegen FC Rastede zusehen

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Die Gelbsperre von Mittelfeldspieler Sascha Görke (r.) verschärft die ohnehin schon angespannte Personalsituation beim VfL Wildeshausen noch weiter.

Wildeshausen - Die 2:3-Niederlage gegen den SV Brake hatte für Marcel Bragula ein Nachspiel. Schiedsrichter Henrik Bramlage (VfL Oythe) verfasste nach der Partie einen Sonderbericht. Darin vermerkte er, dass der Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen in der 79. Minute aufs Feld gestürmt und anschließend des Innenraums verwiesen worden war. Für dieses Vergehen belegte Staffelleiter Frank Schulte den VfL-Coach mit einer Geldstrafe in Höhe von 75 Euro.

„Das geht in Ordnung. Ich akzeptiere die Strafe. Das war ein Fehler von mir, der mir nicht passieren darf“, zeigt sich Bragula einsichtig und betont: „Ich arbeite jetzt seit acht Jahren als Trainer beim VfL und bin erstmals des Feldes verwiesen worden.“ Doch angesichts der „Showeinlage von Patrick Lizius“ konnte er seine Empörung nicht unterdrücken. Der Braker hatte im Rücken von Referee Bramlage zunächst gegen Sascha Görke nachgetreten und sich beim anschließenden Tête-à-Tête theatralisch fallen lassen. Während Verursacher Lizius gänzlich ungestraft blieb, sah Görke wegen Meckerns die Gelbe Karte. Es war seine fünfte in der laufenden Saison. Damit ist er für das Heimspiel gegen den FC Rastede (Sonntag, 15 Uhr) gesperrt.

Auch Thorben Schütte handelte sich bei der Niederlage gegen den Spitzenreiter eine Verwarnung ein, die jedoch ohne Folgen blieb. Der Innenverteidiger hatte etwas zu vehement einen Eckstoß gefordert. „Aus so einem Spiel kannst du durchaus mal mit fünf Gelben Karten rausgehen, wenn du im Zweikampf vernünftig guten Tag gesagt hast – aber nicht wegen Laberns!“, ärgert sich Bragula. Stattdessen sei seine Elf so brav aufgetreten wie eine Schülermannschaft. „Wir haben viel zu wenig dagegen gehalten“, moniert der Übungsleiter. Überhaupt ist er in der aktuellen Situation in Sachen Einstellung und Mentalität „nicht mit jedem Spieler zufrieden“.

So bitter die Niederlage auch war – sie hatte auch etwas Gutes. Mit nun elf Punkten Rückstand auf Brake sind die Titelchancen der Krandel-Kicker auf ein Minimum gesunken. „Die Messe ist gelesen“, bestätigt Bragula. Der Druck des Gewinnenmüssens ist weg. „Die Mannschaft kann befreit aufspielen.“ Zumal der VfL Wildeshausen in der derzeitigen Verfassung ohnehin nicht landesligatauglich wäre. „Das muss man auch mal ganz realistisch sehen“, unterstreicht Bragula. Ob sein Team letztlich Zweiter oder Vierter werde, sei nicht entscheidend.

Vielmehr geht es dem 43-Jährigen schon jetzt darum, die Mannschaft im Hinblick auf die kommende Saison weiterzuentwickeln. Deshalb könnten nun verstärkt jene Akteure zum Zug kommen, die bislang nicht so viel Einsatzzeit hatten. „Bei Philipp Finger war zuletzt im Training eine deutliche Steigerung zu sehen – er hätte es verdient zu spielen“, erläutert Bragula.

Durch den Ausstieg von Lennart Flege und Lukas Schneider in der Winterpause ist der Wittekind-Crew nicht nur viel Qualität verloren gegangen. Durch die gegenwärtige Verletzungsmisere fehlt es dem Kader zudem an der notwendigen Breite. So kann Bragula gegen die Rasteder „Löwen“ abzüglich des gesperrten Görke wieder nur auf dasselbe schmale Aufgebot zurückgreifen wie in den jüngsten drei Partien.

Auch der Tabellenelfte aus dem Ammerland hatte phasenweise mit großen Personalsorgen zu kämpfen. „Aufgrund ihrer Qualität in der Offensive hätte ich sie trotzdem etwas weiter vorne erwartet“, meint Bragula. Das Ensemble seines Trainerkollegen Jens Wolters war mit dem 1:0-Heimerfolg über den SV Baris Delmenhorst gut aus der Winterpause gestartet, holte sich seither aber fünf Niederlagen in Serie ab. 

mar

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