Nur ein kleiner Fleck in weißer Weste

Bezirksliga-Meister Wildeshausen kassiert zum Saisonende erste Heimpleite

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Da ist das Ding! Staffelleiter Frank Schulte (l.) überreicht Jannik Wallner (M.) nach dessen letztem VfL-Erstherrenspiel und Wildeshausens Kapitän Sebastian Pundsack die Meistertrophäe. 

Der längste und lauteste Applaus des Sonntagnachmittags brandete gestern Nachmittag im Krandelstadion fünf Minuten vor dem Abpfiff auf. Jannik Wallner bekam durch seine Auswechslung noch einmal eine Extra-Szene der Würdigung – nach elf Jahren in der ersten Herren des VfL Wildeshausen. Der 29-Jährige lief zu Torwart Sebastian Pundsack, gab dem etatmäßigen Mannschaftsführer die für Wallners letztes Spiel überlassene Kapitänsbinde zurück, umarmte auf dem Weg zur Bank viele weitere Mitspieler und badete im Beifall. Zwar musste „sein“ Bezirksliga-Meister wenig später mit 2:3 (1:1) gegen BW Bümmerstede seine erste Heimniederlage der Saison quittieren, doch dies störte nur kurz. „Natürlich hätte ich mir vom Ergebnis her einen schöneren Abschied gewünscht“, gestand Wallner, „aber mit Blick auf unsere gesamte Saison war es doch der perfekte Zeitpunkt zum Aufhören.“

Wildeshausen - Dass der in Harpstedt aufgewachsene Rechtsverteidiger das dritte Gegentor nicht verhindern konnte, nahm ihm Trainer Marcel Bragula angesichts seiner guten Gesamtleistung nicht krumm: „Unsere Innenverteidiger verlassen das Zentrum, also musste Jannik ins Kopfballduell gegen den größeren Torschützen“, kommentierte er Julian Gläsers 3:1 (71.). Insgesamt sprach er von einem ansehnlichen Schlagabtausch zweier Teams, für die es um nichts mehr ging: „Wir haben heute keinen Schlafwagen-Fußball gesehen, sondern beide Seiten haben sich ordentlich beharkt.“

Die erste Chance des Spiels hatte der Meister: Einen 15-Meter-Schuss von Christoph Stolle lenkte Bümmerstedes Keeper Daniel Redemann gerade so an den Pfosten (6.). Es folgten recht ereignisarme Minuten, ehe die Oldenburger ihre bis dato einzige Möglichkeit zur Führung nutzten: Steve Köster nahm aus 23 Metern einfach mal Maß und überwand VfL-Schlussmann Sebastian Pundsack (23.). „Der Treffer fiel aus dem Nichts“, meinte Bragula. Doch seine Akteure fanden schnell die passende Antwort: Ein Freistoß von Lukas Schneider blieb zunächst in der Mauer hängen, doch den Abpraller versenkte Ole Lehmkuhl aus gut 20 Metern im Netz (26.). Köster prüfte danach Pundsack mit einem Flachschuss aus der Distanz (33.) – sichere Beute für den Capitano, sodass es mit dem 1:1 in die Kabine ging. Dort blieb Robin Ramke nach einem starken Auftritt im Wildeshauser Mittelfeld: Bragula wechselte ihn sicherheitshalber aus. „Ich habe seit einiger Zeit Hüftprobleme – eine reine Vorsichtsmaßnahme“, erklärte Ramke.

Landesliga, wir kommen! Die Fußballer des VfL Wildeshausen feierten gestern nach ihrer ersten Heimniederlage der Saison trotzdem ausgiebig die Bezirksliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg. 

Nach dem Wiederanpfiff hing dem 2:1 beim Kopfball von René Tramitzke nur der Querbalken im Weg (57.), Wallner zielte knapp daneben (62.). Bümmerstede agierte da abermals effizienter, als Timo Goldner einen Pass von rechts aufnahm, die VfL-Abwehr abhängte und per Flachschuss ins lange Eck abschloss (65.). „Ich konnte es von da hinten nicht genau sehen, aber meine Spieler sagten, dass das Abseits war. Egal: Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“, monierte der VfL-Coach. Ebenfalls Goldner zwang Pundsack noch zu einer Glanzparade (71.), doch 60 Sekunden später zappelte die Kugel nach eingangs geschildertem Kopfball von Julian Gläser zum 3:1 im Netz. Der eingewechselte Lennart Feldhus köpfte das 2:3 und brachte ein bisschen Spannung zurück: Wildeshausen wehrte sich gegen die erste Heimpleite, Stolle hatte mit einem Lupfer auf die Latte Pech, Thorben Schütte zielte per Kopf knapp vorbei (85.), und ein letztes Foul an Alexander Kupka in Strafraumnähe hätte noch einen aussichtsreichen Freistoß gebracht. Doch Schiedsrichter Clemens Evers pfiff stattdessen ab.

Dadurch ließen sich die Kreisstädter die Meisterparty nicht vermiesen. Staffelleiter Frank Schulte überreichte die gläserne Meistertrophäe – mit dem Wunsch, den künftigen Landesligisten nicht so schnell in der Bezirksliga wiederzusehen. Wenig später gab’s Freibier – und noch viele Umarmungen für Aussteiger Wallner, der sich in die vor der Wiederbelebung stehende vierte VfL-Mannschaft zurückzieht.

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