START IN DIE SAISON Trainer Bragula sieht Wildeshausen gerüstet für Landesliga

Bereit für das „Haifischbecken“

Neuer Rechtsverteidiger: Alexander Dreher.

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Sonntag, Mittwoch, Sonntag, Mittwoch: Der Pflichtspiel-Start für die Fußballer des VfL Wildeshausen hält gleich zwei englische Wochen parat. Doch Marcel Bragula hat trotz dieser kurzen Regenerationsphasen keine Bedenken. „Die Mannschaft ist fit“, sagt der Trainer des Bezirksliga-Meisters vor dem Landesliga-Auftakt am Sonntag ab 15.00 Uhr bei BV Essen, dem Zweitrunden-Duell im Bezirkspokal am Mittwoch (19.00 Uhr) beim FC Hude sowie der Landesliga-Heimpremiere am 11. August gegen Germania Leer. „Die Vorfreude auf die Saison ist bei allen riesig, das merkt man an der guten Stimmung in der Truppe“, verdeutlicht der VfL-Coach. Dass das erste Derby beim nur gut 20 Kilometer entfernten Oberliga-Absteiger VfL Oythe schon für Mittwochabend, 14. August, ansteht, nährt die Euphorie. Defensivmann Alexander Dreher nennt einen weiteren Vorteil des eng gefassten Terminplans: „Jetzt spielen wir eben öfter – und das macht mehr Spaß, als nur zu trainieren. Dafür lieben wir doch alle diesen Sport.“

Bragula sieht die Inhalte, die er in den Übungseinheiten vermitteln wollte, als erledigt an: „Wir sind vorbereitet, haben eine klare Idee verinnerlicht und jetzt mehr Möglichkeiten, im Spiel noch flexibler reagieren zu können“, nennt er einen Fortschritt der fünfwöchigen Vorbereitungs-Schinderei: Ob Dreier-, Vierer- oder Fünferkette – der 44-Jährige ist mit allen Abwehrformationen zufrieden, die er und sein Co-Trainer Patrick Meyer seit Ende Juni einstudieren ließen. „Dafür haben wir jetzt auch das nötige Personal“, ergänzt der Übungsleiter.

Frischer Wind für vorn: Jan Taute. Fotos: Krüger

In Bezug auf die Abwehr gilt das vor allem für Alexander Dreher: Der 28-Jährige kam vom aus der Oberliga abgestiegenen BV Cloppenburg in den Krandel. „Wir haben selten das Glück, einen derart erfahrenen, gestandenen Mann zu bekommen – denn unser Verein zahlt nach wie vor keine Spielergehälter.“ Bragula steht hinter dieser Prinzipie: „Den Weg gehe ich voll und ganz mit.“ Zugute kam dem VfL, dass Dreher nach seinem Studium nun in Wildeshausen arbeitet – im Vertrieb der „C. D. Schmidt Aqua-Technik“. Auch sein früherer Teamkollege Marius Krumland fand offenbar die richtigen Worte. „Marius und ich sind gut befreundet“, sagt Dreher über den Innenverteidiger, der vor einem Jahr vom BVC zu Bragula kam.

Und den „Chef“ freut’s: „Durch Alex haben wir wieder einen gelernten Rechtsverteidiger, der auch sehr gute Offensivaktionen zeigt“, urteilt der B-Lizenz-Inhaber. Allerdings weiß Dreher: „Ein bisschen fehlt mir noch die Spritzigkeit.“ Beeindruckt zeigte er sich vom hohen Maß an Arbeit im taktischen Bereich – doch dies zahle sich aus: „Wir haben mittlerweile einen Plan B in der Tasche, falls sich auf dem Platz eine andere Situation ergibt.“

Neue Nummer eins: Keeper David Lohmann.

Ebenfalls ein neuer Kandidat für die Abwehr ist Innenverteidiger Mika Ostendorf, wie Dreher vom BV Cloppenburg, allerdings aus der U 19 in der Niedersachsenliga. „Er hat aber auch bei uns im Oberliga-Team mittrainiert und stand im Kader. Schön, dass er hier ist“, findet Dreher: „Manchmal müssen wir ihm aber noch sagen, dass er in dem Alter ruhig noch seine Fehler machen darf.“

Für Coach Bragula ist der 19-Jährige „einer, bei dem jedem Trainer das Herz aufgeht – ein junger, guter Fußballer, bisher mit einer Trainingsbeteiligung von 100 Prozent, immer hungrig und wissbegierig.“

Hinter der Defensivreihe steht auf jeden Fall ein Mann mit richtig viel Erfahrung zwischen den Pfosten: entweder Sebastian Pundsack (33), der wegen der schweren Verletzung von Keeper-Kollege Felix Dittrich sein Karriereende verschoben hat, oder Neu-Torwart David Lohmann (30), mit seinem bisherigen Club Atlas Delmenhorst viermal von der 1. Kreisklasse bis in die Oberliga aufgestiegen und davor unter anderem für den VfB Oldenburg aktiv. „Auf der Torhüter-Position habe ich die wenigsten Sorgen“, meint Bragula: „Beide sind richtig stark, coachen gut von hinten raus und sind mit vollem Einsatz dabei.“ Trotzdem hat sich der 44-Jährige festgelegt: „David geht als unsere Nummer eins in die Saison.“ Der junge Vater Pundsack könne aus familiären Gründen nicht immer mittrainieren, „und wir wollen David ja längerfristig an uns binden.“

Nicht wirklich neu ist Jan Lehmkuhl – sondern nach zwei Jahren beim Landesligisten SC Melle zurück im Krandel. „Jan hat in dieser Zeit enorm an Körperlichkeit dazugewonnen, arbeitet aggressiv gegen den Ball und wird uns mit seiner Erfahrung aus 120 Landesliga-Spielen weiterbringen“, weiß Bragula. Er sieht den Zwillingsbruder von Leistungsträger Ole Lehmkuhl im offensiven Mittelfeld – „zentral, aber auch auf den Flügeln“. Zudem freut sich der VfL-Coach über mehr Leben auf dem Platz: „Durch Jan, Alex Dreher und David Lohmann haben wir drei Leute zusätzlich, die Verantwortung übernehmen und mal lauter werden.“

Jetzt geht’s los! Aufsteiger VfL Wildeshausen startet in dieser Formation in die Landesliga-Saison (vorne von links): Robin Ramke, Maximilian Seidel, Kevin Kari, David Lohmann, Felix Dittrich, Sebastian Pundsack, Sebastian Bröcker, Elias Schröder und Alexander Dreher sowie (Mitte von links) Michael Eberle, Christopher Kant, Betreuer Thomas Kupka, Trainer Marcel Bragula, Torwarttrainer Eike Bothe, Christoph Stolle, Sascha Görke sowie (hinten von links): Ole Lehmkuhl, Thorben Schütte, René Tramitzke, Marius Krumland, Lennart Feldhus, Alexander Kupka, Mika Ostendorf, Lukas Schneider und Jan Lehmkuhl. Es fehlen Co-Trainer Patrick Meyer, Niklas Heinrich, Hauke Glück, Philipp Finger und Jan Taute. Foto: Krüger

Für große Töne ist Jan Taute nicht bekannt – kein Wunder angesichts seiner erst 20 Jahre. Der Offensivspieler weiß, dass er sich zunächst hinten anstellen muss – doch Bragula bewundert, dass er den großen Schritt von GW Kleinenkneten aus der 2. Kreisklasse zum vier Ligen höher spielenden VfL gewagt hat. „Eigentlich hatten wir Jan für unsere Zweite in der Kreisliga vorgesehen, die für ihn ja auch ein riesiger Sprung wäre. Aber er hat in der Vorbereitung sofort überzeugt, ist technisch gut und bringt ein sauberes Pass-Spiel mit“, lobt sein Coach. „Und ich finde es toll, dass ein Junge aus Wildeshausen von sich aus bei uns anklopfte.“

Mit diesen „Neuen“, aber auch dem Großteil seines spätestens seit der Meistersaison bewährten Personals, sieht sich der B-Lizenz-Inhaber gerüstet: „Von der Qualität her sind wir genauso gut aufgestellt wie in unserer ersten Landesliga-Saison“, sagt er mit Blick auf die Serie 2015/16. Gleichwohl weiß er nach bereits zwei Jahren in dieser sechsthöchsten deutschen Klasse: „Die Landesliga ist ein Haifischbecken. Drei bis fünf Mannschaften machen den Aufstieg unter sich aus, der Rest kämpft um den Klassenerhalt.“ Bei sage und schreibe sechs Abstiegsplätzen keine Schwarzmalerei – doch Wildeshausens Kollektiv geht diesen „Pionierauftrag“ (Bragula) entspannt an: „Der Verein setzt uns nicht unter Druck, den machen wir uns selbst. Aber es ist positiver Druck.“

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