Linksaußen traut sich die Oberliga zu

Marcel Behlmer schließt sich der HSG Schwanewede/Neuenkirchen an

Marcel Behlmer vom Handball-Verbandsligisten TV Neerstedt beim Torwurf.
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Nimmt die Herausforderung an: Marcel Behlmer spielt in der kommenden Saison für die HSG Schwanewede/Neuenkirchen in der Oberliga.

Neerstedt – Irgendwie klar: Nachdem Marcel Behlmer seinen Ausstieg beim Handball-Verbandsligisten TV Neerstedt erklärt hatte, musste der torgefährliche Linksaußen nicht lange warten, bis sich bei ihm die ersten Interessenten meldeten. Das passende Angebot war auch schon dabei. Seit Sonntag steht fest, dass Behlmer in der neuen Saison für die HSG Schwanewede/Neuenkirchen in der Oberliga auflaufen wird. An diesem Donnerstag will sich HSG-Coach Henning Schomann mit dem 27-Jährigen treffen, um die letzten Details zu klären.

Behlmer war im Sommer 2019 vom TV Langen zum TV Neerstedt gekommen und hatte gleich voll eingeschlagen: In insgesamt 22 Partien für die Grün-Weißen gelangen dem Rechtshänder 135 Treffer. Damit war er in den beiden coronabedingt abgebrochenen Spielzeiten 2019/2020 und 2020/2021 erfolgreichster Neerstedter Werfer. Allerdings wurden die gut 100 Kilometer zwischen seinem Wohnort Bremerhaven und dem Dötlinger Ortsteil für Behlmer „zunehmend zur Belastung“. Trotzdem fiel ihm der Abschied aus Neerstedt nicht leicht.

Strecke und Fahrtzeit zu seinem neuen Verein sind nur noch halb so lang. Als Schomann von seinem spielenden Co-Trainer Torben Lemke erfuhr, dass Behlmer frei ist, griff er sofort zum Telefon. „Wir sind nicht hart auf der Suche gewesen, aber wenn du Qualität dazu bekommen kannst, darfst du nicht Nein sagen“, erläutert der HSG-Coach. Zwar könne er „aktuell niemanden zum Training einladen und sehen wie er sich bewegt“. Doch was er an Informationen über Behlmer zusammentragen konnte, ließen den 43-Jährigen zu dem Schluss kommen, „dass Marcel ein superguter Griff für uns ist“.

Bei den „Schwänen“ hat Behlmer auf dem linken Flügel in Rune Becker und vor allem Karlo Orosz zwei bärenstarke Mitbewerber. „Aber ich kann nicht nur auf linksaußen, sondern auch im Rückraum spielen. Schon in Neerstedt habe ich 40 Prozent der Spiele auf halblinks gemacht, als Eike Kolpack ausgefallen ist“, erklärt Behlmer. Tatsächlich plant Schomann mit ihm auch in der zweiten Reihe: „Die Geschwindigkeit und den Körper dazu hat er.“ Mit seiner Größe von 1,85 Metern und etwa 100 Kilogramm Kampfgewicht ist der gelernte Tischler nach eigenem Bekunden nicht unbedingt der Spieler, der über den Abwehrblock wirft, „sondern eher der Typ, der durchgeht“.

Die Oberliga ist für Behlmer echtes Neuland. Trotzdem traut er sich den Schritt in die vierthöchste Spielklasse zu. „Ich scheue keine Herausforderung. Nur so entwickelt man sich weiter“, sagt er. Schomann mag diese Einstellung. „Marcels Ehrgeiz und Mentalität gefallen mir supergut. Wer in der Verbandsliga leistungsmäßig zum oberen Drittel gehört, der kann auch in der Oberliga mithalten. Ich bin guter Dinge, dass er den Sprung schafft, auch wenn es nun ein bisschen schneller wird – aber das ist nur eine Frage des Trainings“, meint der B-Lizenzinhaber.

Reger Austausch

Zwischen der HSG Schwanewede/Neuenkirchen und dem TV Neerstedt ging es in den vergangenen Jahren munter hin und her. Aus dem Landkreis Oldenburg wechselten beispielsweise Torben Kolpack, Niklas Planck und Andrej Kunz zu den „Schwänen“. Niko Ahrens nahm den umgekehrten Weg. Nach jeweils einer Saison tauschten Kunz und Ahrens wieder die Weserseiten. Über die Zwischenstation HC Bremen kam Julius Timm aus Neerstedt zur HSG – berufsbedingt hat der Keeper seine Handballlaufbahn nun beendet. Marcel Behlmer setzt den Reigen fort. Er trifft beim Oberligisten auf einen weiteren Ex-Neerstedter: Tizian von Lien, der in der Serie 2013/2014 zum Kader der Grün-Weißen gehörte. Allerdings wird der Mittelmann nach zwei schweren Schulteroperationen laut HSG-Coach Henning Schomann „tendenziell keinen Handball mehr spielen“, sondern Aufgaben im Trainerstab übernehmen.

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