Trainer ist noch lange nicht fertig

Thomas Baake geht beim Fußball-Bezirksligisten VfL Stenum bereits in seine neunte Saison

Thomas Baake, Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Stenum, beobachtet das Spielgeschehen.
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Gehört beim VfL Stenum fast schon zum Inventar: Thomas Baake kam 1992 als Spieler an den Kirchweg. Seit acht Jahren trainiert er die erste Herrenmannschaft des Vereins.

Stenum – An seine ersten Erfahrungen im Herrenfußball kann sich Thomas Baake noch lebhaft erinnern. Frisch aus der A-Jugend des TuS Hasbergen, wo er mit Torjäger Ralf „Schoko“ Faulhaber ein kongeniales Duo gebildet hatte, wechselte der Delmenhorster Ende der 80er-Jahre zum VfL Wildeshausen. Dort trat der Spielmacher gleich ziemlich forsch auf. Zu forsch für den Geschmack von Klaus Ebel. Der damalige VfL-Coach schloss den Youngster direkt mal vom Training aus. Baake musste warten, bis die Übungseinheit beendet war, denn der Teamkollege, der ihn mit nach Hause nehmen sollte, stand ja noch auf dem Rasen. „Das war die Höchststrafe! Trotzdem hatte ich in Wildeshausen eine ganz tolle Zeit“, sagt der 51-Jährige und lacht.

Nach drei Spielzeiten im Krandel folgte Baake dem Ruf des viertklassigen SV Atlas Delmenhorst. Doch beim Verbandsligisten wurde er nicht glücklich. Nach nur einer Saison packte er wieder seine Sachen und schloss sich dem VfL Stenum an. Der Verein aus der Gemeinde Ganderkesee ist seit 1992 Baakes sportliche Heimat. Zunächst als Spieler, später stieg er in die Jugendarbeit ein. Inzwischen trainiert er am Kirchweg seit acht Jahren die erste Herrenmannschaft – mit Erfolg. 2015 führte er seine Crew zum Double aus Kreisliga-Meisterschaft und Kreispokalsieg. Anschließend etablierte er den VfL in der Bezirksliga. Mittlerweile ist er gemeinsam mit Önder Caki vom SV Baris Delmenhorst dienstältester Übungsleiter der Spielklasse.

Thomas macht sehr gutes Training und ist so engagiert wie kaum ein anderer. Er kümmert sich um alles. Wir sind sehr zufrieden mit ihm.

Klaus Panzram, Fußballobmann des VfL Stenum

„Thomas macht sehr gutes Training und ist so engagiert wie kaum ein anderer. Er kümmert sich um alles. Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, sagt Klaus Panzram. Deshalb war es für den Fußballobmann keine Frage, den jetzt auslaufenden Dreijahresvertrag mit Baake erneut zu verlängern. Die mündliche Zusage hat ihm der Coach bereits gegeben. Das Schriftliche soll folgen, „wenn wir uns wieder zusammensetzen dürfen“, sagt Baake. Für die neue Vereinbarung liebäugelt er mit einer 24-monatigen Laufzeit. „Ich würde die zehn Jahre gerne vollmachen“, erklärt der Industriemechaniker. Zudem könne er nach den beiden Corona-Spielzeiten nicht einfach so aufhören. „Ich bin noch lange nicht fertig“, betont Baake.

Im Gegensatz zu ihm ziehen sich Co-Trainer Werner Bruns und Torwarttrainer Holger Willms zurück. Ihre Aufgaben übernehmen Rouven Heidemann und Marco Scheffler. „Das passt gut zusammen. Außerdem hätten wir noch gerne Tim Müller dabei gehabt, aber er hat sich leider für eine andere Sache entschieden“, bedauert Baake den Weggang des bisherigen A-Junioren-Coaches. Müller trainiert künftig die U 17 des Regionalligisten FC Oberneuland.

Genau wie für sein „großes Vorbild“ Manfred Klatte sind für Baake „Spieler nicht nur Spieler, sondern auch Menschen“. Klatte habe „immer gemerkt, wenn es einem schlecht geht“. Dies ist vielleicht auch ein Grund, weshalb der VfL-Kader komplett beisammen bleibt. Lediglich Angreifer Jakob Korfmann wird berufsbedingt kürzertreten. „Er bleibt uns aber trotzdem erhalten“, unterstreicht Baake.

Auch weiterhin kann er sich aus einem schier unerschöpflichen Reservoir bedienen. Denn die Stenumer Nachwuchsabteilung ist glänzend aufgestellt. Die A- und die B-Junioren spielen in der Landesliga und liefern immer wieder neue Talente für den Herrenbereich. „Wenn man jedes Jahr zwei, drei neue Spieler integrieren kann, ist das ein Traum“, sagt Baake. Viele von ihnen hat er selbst mit ausgebildet. Zur neuen Saison sollen sogar vier hoffnungsvolle Akteure nachrücken. Die Mittelfeldspieler Marlon Rusch und Marc Wilmsen sowie Flügelflitzer Nils Greulich sind fest dabei. „Der Vierte hat sich noch nicht geäußert“, sagt Baake. Zudem holt er Innenverteidiger Marten Kämena, Kapitän des Stenumer Kreisliga-Teams, in sein Aufgebot. Die VfL-Reserve wird auch weiterhin von Maurice Kulawiak, Hannes Krummen und Reiner Birke trainiert.

Darüber hinaus ist Baake noch an einer externen Verstärkung dran. „Das ist genau der Spielertyp, der uns noch fehlt, um den nächsten Schritt zu machen“, meint der 51-Jährige und verweist auf die 2:5-Pleite gegen den SV Atlas II: „Da hatten wir zwar viel Ballbesitz, haben aber zu wenig daraus gemacht. Stattdessen haben wir uns den Schneid abkaufen lassen – da müssen wir noch lernen.“ Hier sind auch die erfahrenen Spieler wie Julian Dienstmaier, Maximilian Klatte, Daniel Götz und die Matta-Brüder gefordert.

Es muss in der nächsten Saison unser Ziel sein, unter die ersten Vier zu kommen, um dann in der Aufstiegsrunde zu spielen.

Thomas Baake, Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Stenum

Selbst wenn der erfahrene Defensivmann nicht kommen sollte, geht Baake mit einer „extrem spannenden Mannschaft“ in die neue Saison. Wahrscheinlich wird die Bezirksliga 2 Weser-Ems erneut in zwei Staffeln unterteilt. „Es muss unser Ziel sein, unter die ersten Vier zu kommen, um dann in der Aufstiegsrunde zu spielen“, sagt Baake.

Um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen, trainieren seine Schützlinge bereits jetzt wieder auf dem Platz – coronakonform in Zweiergrüppchen. „Vorher habe ich immer donnerstags ein Online-Workout angeboten“, berichtet der Trainer. Zudem zeigen die Spieler ein „hohes Maß an Eigeninitiative“ wie er anhand einer Lauf-App beobachten kann. Besonders Maximilian Bradler, Fynn und Silas Dohrmann entpuppten sich dabei als wahre „Kilometerfresser“.

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