Auftaktgegner Vorwärts Nordhorn beeindruckt VfL-Coach beim 11:0 im Pokal

Spion Elia warnt: „Da kommt ein Brocken auf uns zu!“

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VfL-Coach Marco Elia kehrte beeindruckt von seiner Spielbeobachtung aus der Grafschaft Bentheim zurück.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Grummelnd hockte Marcel Bragula nach dem Bezirkspokal-Aus beim Fußball-Kreisligisten TV Dötlingen auf seiner Trainerbank. Wohlgemerkt: allein. Während der Coach des Landesliga-Aufsteigers VfL Wildeshausen die Blamage beim 3:6 (2:2, 0:0) nach Elfmeterschießen hautnah miterleben musste, blieb seinem Partner Marco Elia das Debakel erspart. Alles richtig gemacht, oder?

„Ich habe alles falsch gemacht!“, entgegnet Elia. „Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass wir keine Probleme in Dötlingen bekommen werden – aber vielleicht habe ich den Gegner unterschätzt“, erklärt der 39-Jährige. Stattdessen war er am Sonntag auf Spionagetour in der Grafschaft Bentheim, um den SV Vorwärts Nordhorn zu beobachten. Der Meister der Bezirksliga-Staffel III gastiert am Sonntag, 15 Uhr, zum Saisonstart im Krandel.

„Wir waren letzte Saison auch erfolgreich, weil wir die Gegner beobachtet haben“, erläutert Elia. An diesem Konzept will das VfL-Trainerduo auch in der neuen Spielzeit festhalten. „Leider hatten wir keine andere Möglichkeit, Nordhorn zu sehen“, bedauert Elia. Dagegen hatten die Grafschafter die Wittekind-Crew bereits unter die Lupe genommen, und zwar beim 5:0-Testspielerfolg über den Bezirksligisten TSV Ganderkesee. Dadurch hatte Vorwärts-Coach Henning Schmidt einen Wissensvorsprung.

Bei seinem Trip an die niederländische Grenze bekam Elia Anschauungsunterricht, wie souverän sich ein Landesliga-Aufsteiger gegen einen Kreisligisten durchsetzen kann: Vorwärts fertigte den Bentheimer Kreispokalsieger SV Klausheide mit 11:0 (6:0) ab und zog ungefährdet in die zweite Runde ein. Die elf Treffer verteilten sich auf nicht weniger als acht verschiedene Akteure. Elia hatte bereits nach 60 Minuten genug gesehen und trat merklich beeindruckt die anderthalbstündige Heimfahrt an. Seine Erkenntnis: „Da kommt ein Brocken auf uns zu!“

Den Torreigen auf dem Sportplatz an der Heideschulstraße eröffnete Goalgetter Tobias Daalmann, der es in der Aufstiegssaison auf 17 Treffer gebracht hatte, per Strafstoß. „Daalmann war der überragende Akteur. Ein spielender Neuner, pfeilschnell und technisch stark“, berichtet Elia. Von der Spielweise sei der Angreifer mit Janek Jacobs vergleichbar. „Und dazu kommt noch ein ausgeprägter Torriecher.“

Im Mittelfeld der Nordhorner zieht in Dennis Nyhuis „ein klassischer Zehner“ die Fäden. Der Regisseur lasse sich anspielen, halte die Bälle und schiebe sie dann gekonnt in die Schnittstellen der Verteidigung. „Das macht Nordhorn perfekt“, erzählt Elia. Und genau dort schwächelte das Wildeshauser Abwehrverhalten bei der Pleite in Dötlingen.

Auch wenn Klausheide „nicht ansatzweise auf Augenhöhe“ gewesen sei, habe Vorwärts Nordhorn konsequent seinen Spielstil durchgezogen und immer wieder über die flinken Außen angegriffen. „Aber defensiv wurden sie überhaupt nicht gefordert – das wird in der Landesliga anders sein“, meint Elia. Eine vermeintliche Schwachstelle machte der B-Lizenzinhaber im zentralen defensiven Mittelfeld des Auftaktgegners aus: „Sie sind läuferisch anfällig – da können wir sie knacken.“ Allerdings müssen die Krandel-Kicker in puncto Laufbereitschaft ebenfalls eine Schippe drauflegen.

Um bestmöglich vorbereitet zu sein, schoben Marcel Bragula und Marco Elia am Montag noch eine außerplanmäßige Übungseinheit ein. „Das ist aber kein Straftraining!“, betonte Elia. Vielmehr ging es darum, präzise zu analysieren und „durch sauberes Taktiktraining die Schnittstellen in der Viererkette dichtzukriegen“.

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