Aufstiegsheld Schmale hört auf: „Not am Mann gibt es in dem Team nicht mehr“

Die Ikone bleibt dabei: Das war’s

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Küsschen für die Liebste: Kai Schmale, Held des Abends vom VfL Wildeshausen, lässt sich von Ehefrau Sarah herzen.

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Endlich. Nachdem Kai Schmale schon gefühlt die Hälfte der Wildeshauser Bevölkerung umarmen musste, stand plötzlich seine Ehefrau Sarah vor ihm. Ein inniger Kuss auf dem Rasen des Krandelstadions inmitten der tobenden Fans und Teamkollegen – den hatte sich der Schütze zum 1:1 vom VfL Wildeshausen wahrlich verdient. Vater Martin schossen Tränen in die Augen, sein Torwart Sebastian Pundsack strahlte. „Dass ausgerechnet Kai, diese Ikone unseres VfL, das Tor zum Aufstieg macht, ist das Genialste überhaupt“, meinte Pundsack.

Und Schmale selbst, der Joker dieses atemberaubend spannenden Abends, genoss einfach. „Ich hatte den ganzen Tag das Gefühl, dass wir es schaffen“, verriet der 32-Jährige, der erst nach dem 0:1-Rückstand in die Schlacht durfte. „Wir haben Kai eingewechselt, weil wir uns sicher waren, dass er das Ding macht“, schilderte VfL-Trainer Marcel Bragula hinterher. Unter der Woche hatte der Coach ihm seine Taktik verraten: „Der Trainer sagte mir, dass wir es da vorn erst mit unseren drei kleinen, schnellen Leuten Leuten versuchen wollen. Das konnte ich nachvollziehen, denn ich bin ja nicht mehr der Jüngste.“

Einer dieser drei kleinen, schnellen Leute heißt Maximilian Seidel – und der war nach dem Abpfiff erleichtert, dass Schmale nach einer Ecke von Storven Bockhorn goldrichtig stand. „Ja, ich hatte auch meine Chancen“, gestand Seidel, „aber es ist umso schöner, dass Kai unser Held ist. Er war damals mein Trainer in der C-Jugend und hat mir Fußball beigebracht. Dass ich mal mit ihm in einer Mannschaft spielen durfte, hätte ich damals nie gedacht.“

Schmale schob die Entdecker-Rolle allerdings von sich: „Ganz so war das auch nicht. Maxi hat zwar erst in der C-Jugend angefangen, aber wir haben sein Talent unterschätzt und ihn ins defensive Mittelfeld gesteckt.“

Jetzt, da ließ sich der Routinier nicht mehr umstimmen, ist Schluss mit der Ersten: „Das war mein letztes Spiel. Selbst, wenn mal Not am Mann ist. Aber Not am Mann gibt es in diesem geilen Team nicht mehr. Und meine Knochen machen auch nicht mehr mit.“ Bis heute mussten sie aber noch irgendwie halten: „Wir machen jetzt 24 Stunden Freitagabend. Meine Frau sieht mich erst am Sonntag wieder.“

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