Zwei Brettorferinnen und zwei Ahlhorner spielen bei U 18-WM in Brasilien

Aufschlag am Rio do Testo

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Kreiszeitung Syke

Brettorf - Von Daniel WiechertKarneval, Fußball oder endlos weiße Strände – das schießt wohl jedem beim Stichwort Brasilien in den Sinn. Faustball verbinden dagegen wohl nur die Wenigsten mit dem südamerikanischen Land. Doch das ist der Grund, warum Karen Kläner und Rika Meiners vom TV Brettorf am 12. April in den Flieger Richtung Sao Paolo steigen. Ebenso an Bord: Die Ahlhorner Rico Lüdtke und Arne Grotelüschen. Die vier eint eine Mission: Gold bei der U 18-Weltmeisterschaft.

Von Sao Paolo geht es weiter Richtung Pomerode, dem Austragungsort der WM. Dort angekommen, werden sich die Athleten wohl erst einmal verwundert die Augen reiben. Weißer Sand und Palmen? Fehlanzeige. Die Stadt wurde um 1860 von pommerschen Siedlern gegründet und liegt etwa 50 Kilometer von der Atlantikküste entfernt im Landesinneren. Die am Hang stehenden Häuser vermitteln eher den Eindruck einer Alpen-Idylle – die deutsche Kultur bricht sich weiterhin Bahn. Das Stadtfest wird jährlich zünftig in Trachten und mit Blasmusik gefeiert. „Pomerode ist deutscher als Deutschland“, sagt Dirk Meiners schmunzeld über die Stadt im Tal des Rio do Testo.

Der U 18-Vereinstrainer von Rika und Karen reist ebenfalls mit, hält sich daher auch auf den Laufenden, was den Gesundheitszustand der Faustballerinnen angeht. Die beiden 17-Jährigen konnten kürzlich bei der DM kaum spielen – Kläner plagt sich mit einer Leistenverletzung herum, Meiners hat Probleme mit ihrem Oberschenkel. „Eigentlich sollten die beiden momentan fleißig trainieren, um sich nach der langen Hallen-Saison wieder an die Begebenheiten draußen einstellen, aber das können wir knicken“, so Dirk Meiners. Neben der körperlichen Belastbarkeit wird es auch darauf ankommen, wie die Nationalspielerinnen die Zeitumstellung wegstecken. „Wir fliegen am 12. April los und haben am 17. April schon das erste Spiel gegen Chile. Eigentlich ist das viel zu knapp, um sich daran zu gewöhnen“, so Rika Meiners. Doch trotz der Blessur, des befürchteten Jetlags und des Drucks, erstmals die deutschen Farben zu vertreten, ist Meiners die Ruhe selbst: „Ich glaube, ich werde es erst im Flieger realisieren, dass ich für Deutschland spielen werde.“

Im Gegensatz zu ihr hat Kläner schon Erfahrungen im National-Dress. Sie wurde 2013 Vize-Europameisterin. Die 17-Jährige kann daher auch die Hauptkonkurrenz einschätzen. „Die Teams aus Österreich (U 18-Titelverteidiger, Anm. d. Red.) und Schweiz kennen wir“, auf die gelte es zu achten, aber „auch die Gastgeberinnen sind richtig gut“, so Kläner. Brasilien gut im Faustball? Tatsächlich hat sich die Fußball-Weltmacht in der vergangenen Dekade auch einen Namen im Faustball gemacht, die Frauen sind amtierende Weltmeisterinnen.

Auch für die Ahlhorner Lüdtke und Grotelüschen gilt es, die Brasilianer zu schlagen. Die männliche U 18 der Gastgeber geht als Titelträger in die WM, doch die Ahlhorner gehen die „Mission Gold“ forsch an: „Wir wollen auf jeden Fall ins Finale“, sagt Lüdtke. Das gleiche Ziel gibt auch sein Teamkollege Grotelüschen an, der die Brasilianer als „große Unbekannte“ des Turniers beschreibt. Der Angreifer glaubt, dass es ein Erlebnis für die Ewigkeit wird: „Wenn die Hymne ertönt, bekommt man direkt Gänsehaut, dann ist man einfach nur stolz, den Adler auf der Brust zu tragen.“ Die Vorfreude wird durch das bereits im Schrank hängende National-Jersey genährt. „Das ist ja nicht irgendein Dress. Dass auf einem Deutschland-Trikot mein Name steht, erfüllt mich mit großem Stolz.“

Vielleicht kommt das Trikot ja auch noch beim Beach-Faustball zum Einsatz. Denn nach den Turnier-Tagen gönnen sich die Ahlhorner und die Brettorferinnen noch Strand-Urlaub in Florianopolis.

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