Saisonfortsetzung spätestens Ostern

Auf- und Abstiegsrunde in der Fußball-Landesliga entfallen

Sascha Görke, Christopher Kant und Timo Goldner vom Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen beglückwünschen den Torschützen Michael Eberle zu seinem 1:1 im Heimspiel gegen Frisia Wilhelmshaven.
+
Geduld ist gefragt: Die Landesliga-Fußballer des VfL Wildeshausen werden wohl frühestens im März wieder einen Treffer bejubeln können. Hier beglückwünschen Sascha Görke (v.l.), Christopher Kant und Timo Goldner den Torschützen Michael Eberle (verdeckt) zu seinem 1:1 im Heimspiel gegen Frisia Wilhelmshaven.

Die Fußball-Landesligisten haben während einer virtuellen Konferenz erörtert wie die Saison fortgesetzt werden könnte. Spätestens am Oster-Wochenende 2021 soll der Ball wieder rollen. Allerdings spielen die beiden Staffeln nur noch ihre Hin- und Rückserie. Für die eigentlich geplanten Auf- und Abstiegsrunden bleibt keine Zeit mehr.

  • Der ursprünglich geplante Modus der Fußball-Landesliga ist aus Termingründen nicht mehr haltbar.
  • Die beiden Staffeln sollen stattdessen eine Hin- und Rückserie spielen, die vorgesehenen Auf- und Abstiegsrunden entfallen.
  • Der Spielbetrieb soll spätestens Ostern 2021, also am ersten April-Wochenende, wieder aufgenommen werden.

Wildeshausen – Das Jubiläum ist nicht mehr fern. Seit der Amtsübernahme von Trainer Marcel Bragula am 1. Juli 2014 hat die erste Herrenmannschaft des VfL Wildeshausen 189 Pflichtspiele bestritten – 174 in der Liga, 15 im Pokal. In der aktuell unterbrochenen Saison könnte der Coach mit seinem Team die 200 vollmachen, auch wenn mittlerweile klar ist, dass der ursprünglich geplante Modus der Fußball-Landesliga aus Termingründen nicht mehr haltbar ist und abgespeckt werden muss.

Nach der bitteren 1:5-Heimpleite gegen Aufsteiger TuRa 07 Westrhauderfehn am 25. Oktober hatte der Fußballbezirk Weser-Ems den Spielbetrieb wegen der gestiegenen Coronafallzahlen ausgesetzt. Eigentlich hätte die Crew um VfL-Kapitän Sascha Görke bis zum Jahresende noch vier Liga-Begegnungen plus das Drittrunden-Pokalspiel beim VfL Oythe absolvieren sollen. Laut aktuellem Spielplan ginge es für die Wildeshauser am 28. Februar mit der Auswärtspartie beim SV Bevern weiter.

Auch das Wetter muss mitspielen

„Das halte ich für utopisch“, sagt VfL-Teammanager Sebastian Pundsack. „Nicht nur, weil fraglich ist, ob die Pandemie das zulässt. Auch das Wetter muss mitspielen. Außerdem muss den Mannschaften eine vernünftige Vorbereitung zugestanden werden“, erläutert der 34-Jährige. Zumindest bis zum 10. Januar untersagt die Coronaverordnung Amateurteams das Mannschaftstraining.

Die Frage, wie die Saison fortgesetzt werden kann, erörterten die Clubs beider Landesliga-Staffeln am Montagabend gemeinsam mit Staffelleiter Stefan Brinker während einer virtuellen Konferenz. „Konkrete Planungen lassen sich derzeit nicht aufstellen. Wer weiß, wie lange der Lockdown noch geht und wann Amateursport wieder stattfinden darf?“, berichtet Pundsack, der den VfL Wildeshausen bei der Schalte vertrat.

Re-Start im März?

Trotz aller Unwägbarkeiten ist aber schon jetzt sicher, dass aus der geplanten Auf- und Abstiegsrunde nichts wird. „Das war absehbar“, findet Pundsack. Stattdessen sollen sowohl in der Nord- als auch in der Südstaffel lediglich Hin- und Rückrunde ausgespielt werden. „Wenn alles optimal läuft, Kontaktsport wieder zugelassen ist und die Mannschaften mindestens zwei Wochen Vorbereitung hatten, könnte man Ende März für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ins Auge fassen“, überschlägt Pundsack. Spätestens soll der Re-Start jedoch an Ostern, also am ersten April-Wochenende, erfolgen. „Wenn es die Politik und die Infektionszahlen zulassen, natürlich gerne auch früher“, sagte Staffelleiter Brinker gegenüber dem Internetportal „OM online“.

Brinker, der auch Spielausschussvorsitzender des Fußballbezirks Weser-Ems ist, will die Saison bis Mitte Juni 2021 zu Ende bringen. „Das wird eine große Herausforderung. Dazu sind auch Wochenspieltage nötig“, verdeutlicht Pundsack. Denn während die Wildeshauser als Tabellendritter der Nordstaffel bereits sechs Partien absolviert haben, gibt es andernorts reichlich Nachholbedarf. So waren der SV Bevern und Hansa Friesoythe erst je zweimal im Einsatz und müssten demzufolge noch 14-mal antreten. Tatsächlich muss Bevern sogar noch 15-mal ran. Denn das 1:1 gegen den BV Essen wird nach dessen freiwilligem Rückzug Anfang November aus der Wertung genommen.

Zwei Absteiger stehen schon fest

Neben dem BV Essen steht in der Nordstaffel mit dem insolventen BV Cloppenburg bereits ein zweiter Absteiger fest. Somit müsste von den neun dort verbliebenen Mannschaften nur noch eine weitere den direkten Gang in die Bezirksliga antreten, der Vorletzte in die Relegation. „Das ist der aktuelle Stand“, bestätigt Pundsack. Was jedoch den Clubs in der Südstaffel nicht besonders schmeckt, wo es demnach drei sportliche Absteiger geben würde. Brinker hat angekündigt, der Rechtsabteilung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) den Sachverhalt zur Klärung vorzulegen.

In Sachen Aufstieg läuft es aller Voraussicht nach darauf hinaus, dass die beiden Staffelsieger um das Oberliga-Ticket spielen werden. Der Vorschlag, eine verkürzte Aufstiegsrunde auszutragen, ist aus Termingründen kaum umsetzbar.

Entscheidung fällt Ende Januar

Die Vereinsvertreter seien sich einig gewesen, „dass unter den gegebenen Umständen alle die Rahmenbedingungen gut eingehalten haben“, erzählt Pundsack. Wie es konkret weitergehen soll, wollen die Landesligisten Ende Januar verabreden. „Wenn Amateursport bis dahin nicht zugelassen ist, wird schnell die Frage aufkommen, wie wir mit der Saison umgehen“, blickt der ehemalige Torwart und frühere VfL-Kapitän voraus. Staffelleiter Brinker sei jedoch fest davon überzeugt, dass die Spielzeit – wie auch immer – gewertet wird.

Quotientenregelung

Laut Sonderbestimmung in der Ausschreibung kann der Bezirksspielausschuss im Spieljahr 2020/2021 „bei Unterbrechung sowie bei Abbruch der Saison wegen behördlicher Verfügungslage, abweichende Beschlüsse bezüglich Spielsystem sowie Auf- und Abstieg ... treffen“. Demzufolge könnte in der Landesliga – wie schon in der vergangenen Serie – erneut die Quotientenregelung zur Anwendung kommen. „Das ist eine Option“, stellt Sebastian Pundsack, der Teammanager des VfL Wildeshausen, fest. Nach dieser Wertung kämen die Huntestädter als Tabellendritter der Nordstaffel mit acht Punkten aus sechs Spielen auf einen Quotienten von 1,333. Würde heute abgerechnet, wäre die Wittekind-Crew Sechster – und hätte den direkten Klassenerhalt in der Tasche.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

„Es geht in erster Linie darum, die Klasse zu halten“

„Es geht in erster Linie darum, die Klasse zu halten“

„Es geht in erster Linie darum, die Klasse zu halten“
Huntlosen reaktiviert Andreas Logemann

Huntlosen reaktiviert Andreas Logemann

Huntlosen reaktiviert Andreas Logemann
Puchler: „Shqipron ist eine Stürmer-Granate“

Puchler: „Shqipron ist eine Stürmer-Granate“

Puchler: „Shqipron ist eine Stürmer-Granate“
„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“

„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“

„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“

Kommentare