Auch gegen Kickers Emden bleibt eine Wildeshauser Aufholjagd unbelohnt

Diekmann verpasst VfL eine eiskalte Dusche – 3:4

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Ole Lehmkuhl (v.l., gegen die Emder Heiko Visser und Andreas Flessner) lieferte die Flanke zum 1:1 durch Maximilian Seidel und holte den Foulelfmeter vor dem 2:3 heraus.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. „Was wollt ihr hören?“, fauchte Marcel Bragula in die Journalistenrunde. „Wieder das Gleiche wie in der letzten Woche?!“ Der Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen kann für seine Spielanalyse inzwischen eine Platte auflegen. Auch beim 3:4 (1:3) gegen den BSV Kickers Emden kämpften sich seine Aufsteiger nach einem katastrophalen Start zurück, um dann kurz vor Schluss doch den entscheidenden Gegentreffer zu kassieren.

„Ich bin maßlos enttäuscht“, sagte Bragulas Trainerpartner Marco Elia. „Wir haben wieder einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt, ohne uns zu belohnen – langsam wird’s langweilig.“ Beim 2:4 in Lohne hatten die Krandel-Kicker in der Vorwoche aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht, um nach krassen Fehlern am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. „Irgendwann reicht es auch zu sagen: Das ist eine junge Truppe, die noch lernen muss.“ Von den inzwischen 25 Gegentreffern in dieser Saison, überschlugen Bragula und Elia, „haben wir uns 15 selber reingemacht, weil wir ganz schlecht verteidigen – das ist amateurhaftes Verhalten“.

Einen Lerneffekt konnten die VfL-Trainer vor dem entscheidenden 3:4 bei Lennart Flege ausmachen. „Immerhin begeht er da schon mal ein taktisches Foul“, hielt Bragula seinem Abwehrchef, zugute der damit eine gefährliche Kontermöglichkeit unterband. Der gefoulte Manuel Suda ärgerte sich darüber so sehr, dass er Flege umstieß und dafür die Rote Karte sah (90.). Doch beim folgenden Freistoß träumten die Wildeshauser im Kollektiv, so dass Hendrik Diekmann den Ball ungehindert annehmen und einschießen konnten (90.+1). Wenig später war Schluss, und die Gastgeber sanken enttäuscht auf den Rasen.

Bragula und Elia hatten gegen den Tabellenvierten ein mutiges 4-2-3-1 gewählt, in dem Mittelfeldspieler Alexander Kupka überraschend den Rechtsverteidiger gab. „Wir hatten eine klare taktische Idee“, bekräftigte Elia. Doch der Plan war bereits nach zwei Minuten Makulatur: Linksverteidiger Lukas Schneider stand viel zu hoch. Dadurch hatte Heiko Visser jede Menge Platz, und VfL-Keeper Sebastian Pundsack lenkte dessen Hereingabe zum 0:1 ins Tor.

Zwar kam die Wittekind-Crew durch Maximilian Seidel, der eine Rechtsflanke von Ole Lehmkuhl unbedrängt einköpfte, zum 1:1 (11.), geriet aber postwendend wieder in Rückstand. Sebastian Bloem nutzte einen Ballverlust von Ole Lehmkuhl am VfL-Strafraum zum 2:1 (16.). Mit einem tollen Seitfallzieher erhöhte Bloem dann auf 3:1 (22.).

Weil ihre Startelf dem Gegner zu große Räume gewährt hatte, reagierten die VfL-Coaches notgedrungen und opferten ihren zentralen Angreifer Lennart Feldhus für den etatmäßigen Rechtsverteidiger Kai Meyer (33.). Kurz vor der Pause soll Meyer den Ball im Sechzehner mit der Hand gespielt haben. Schiedsrichter Tim Gutendorf (SF Oesede) zeigte auf den Punkt. Den Strafstoß setzte Tido Steffens an die Latte (43.). Bei einem 1:4 wäre die Partie wohl entschieden gewesen.

„Wir haben super ins Spiel gefunden und den VfL immer wieder zu Fehlern gezwungen, aber machen beim Elfmeter den Deckel nicht drauf“, sagte Rudi Zedi. „Durch passive Abwehrarbeit in der zweiten Halbzeit haben wir einen chancenlosen Gegner dann wieder aufgebaut“, ärgerte sich der Kickers-Coach. So kamen die bravourös kämpfenden Wildeshauser zum Ausgleich. Storven Bockhorn per Strafstoß nach Foul von Gökay Batbay an Ole Lehmkuhl (52.) und Jan Lehmkuhl mit einem tollen Schuss ins lange Eck (83.) stellten auf 3:3. Doch dann sorgte Hendrik Diekmann für die eiskalte Dusche.

„Wenn du in der 90. Minute den Siegtreffer machst, ist das immer glücklich. Obwohl wir mit drei Punkten nach Hause fahren, bin ich stinksauer“, meinte Rudi Zedi nach dem Abpfiff. Aus Wildeshauser Sicht jammern auf hohem Niveau. „Es nützt halt nichts, wenn du in dieser Liga eine Halbzeit lang toll Fußball spielst“, resümierte Marcel Bragula, der bei der mittlerweile vierten Pleite in Folge noch eine weitere bittere Pille schlucken musste: Mittelfeldspieler Jan Lehmkuhl sah seine fünfte Gelbe Karte und ist damit für das Nachholspiel gegen den SV Brake (Donnerstag, 20 Uhr) gesperrt.

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