Beim ASV herrscht vor den Spielen in Leichlingen und Hagen „personeller Notstand“

Arne Grotelüschen kramt die Turnschuhe wieder raus

Angreifer Arne Grotelüschen springt für die Auswärtsspiele gegen den Leichlinger TV und den TSV Hagen 1860 beim Faustball-Erstligisten Ahlhorner SV ein. - Foto: Marquart

Ahlhorn - Ein ganz entspanntes zweites Adventswochenende liegt vor den Erstliga-Faustballern des TV Brettorf. Der ungeschlagene Tabellenführer hat spielfrei, während die Konkurrenz schuften darf. Der Ahlhorner SV muss sogar doppelt ran: am Sonnabend, 16 Uhr, beim Leichlinger TV und am Sonntag, 11 Uhr, beim TSV Hagen 1860.

Vor dem Trip nach Nordrhein-Westfalen hat Karsten Bilger den „personellen Notstand“ ausgerufen. Der ASV-Coach und Allrounder Sören Dahms sind am Sonnabend privat verhindert und fehlen in Leichlingen. Das Coaching des Tabellendritten übernimmt dort Co-Trainer Nils-Christoffer Carl. Abwehrspieler Erik Grotelüschen verpasst berufsbedingt sogar beide Partien. Ob der operierte Mats Albrecht in dieser Saison überhaupt noch einmal auflaufen wird, ist mehr als ungewiss. Deshalb dürfen sich Andrej Macht und Rafael Drenske einige Spielanteile ausrechnen. Am Sonntag werden die beiden Youngster dann im Ahlhorner Regionalliga-Team gebraucht. Bilger war also gehörig in der Bredouille. Deshalb ist er froh, dass er Angreifer Arne Grotelüschen, der in Düsseldorf eine Ausbildung absolviert, überreden konnte, „seine Turnschuhe rauszukramen und auszuhelfen“.

Unter normalen Umständen und mit voller Besetzung wäre die Zielsetzung für Bilger „kein Thema“. Auf dem Weg zur DM-Qualifikation wären für seine Crew zwei Siege Pflicht. „Jetzt können wir nur hoffen, dass wir die beiden Spiele gut über die Bühne bringen.“

Aufsteiger Leichlingen spielt bislang eine ordentliche Saison und belegt mit 4:8 Zählern den fünften Tabellenplatz. „Sie zeigen, dass sie zurecht in der 1. Bundesliga spielen. Trotzdem müssen wir von der Papierform die Favoritenrolle annehmen“, sagt Bilger. Sein Team trifft in der Blütenstadt auf einen jungen, spiel- und kampfstarken Gegner. „Da müssen wir kompakt auftreten, gleich die Kontrolle übernehmen und aus einer sicheren Abwehr Christoph Johannes ins Spiel bringen“, erläutert Bilger seinen Matchplan.

Zur Partie beim TSV Hagen 1860 am folgenden Tag reisen Bilger und Dahms dann nach. Die Gastgeber haben keines ihrer bisherigen sechs Spiele gewinnen können und sind Tabellenschlusslicht. „Dass Hagen solche massiven Probleme hat, überrascht mich. Vor der Saison hatte ich sie im oberen Drittel erwartet“, staunt Bilger. Die Mannen um Kapitän und Doppelweltmeister Olaf Machelett stehen also mit dem Rücken zur Wand, was die Aufgabe für die Ahlhorner nicht einfacher macht. „Hagen ist zum Siegen verdammt und wird mit aller Macht versuchen, uns mit den Fans im Rücken ein Bein zu stellen“, ahnt Bilger. Die Westfalen gelten traditionell als abwehrstark. Dafür fehlte ihnen ohne den verletzten Angabenschläger Andre Hahn die Durchschlagskraft im Angriff. Das war auch im Hinspiel, das der ASV glatt mit 5:0 gewann, deutlich zu sehen.

Am vergangenen Wochenende mussten die Ahlhorner einen wesentlich höheren Aufwand betreiben. Im Heimspiel gegen den VfL Kellinghusen legten sie zunächst eine 3:0-Satzführung vor, gerieten dann mit 3:4 in Rückstand, um am Ende doch noch als 5:4-Sieger vom Feld zu gehen. „Jeder von uns weiß, dass die Phase nach der ersten Satzpause nicht berühmt war. Aber Kampfgeist und Wille haben gestimmt – das könnte eine entscheidende Erkenntnis für die restlichen Saisonspiele sein“, meint Bilger. - mar

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