Trainer übernimmt VfL Wildeshausen II 

Neu im Krandel: Höttges sieht sich als „Entwicklungshelfer“

Da ist er wieder: Nach knapp dreimonatiger Pause hat Andree Höttges ein neues Traineramt. Er übernimmt den VfL Wildeshausen II.

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Als Co-Trainer coachte Andree Höttges den Bremen-Ligisten Brinkumer SV, danach sechs Jahre den damaligen Oberligisten VfB Oldenburg. Als „Chef“ zeichnete der Sohn von Werder-Legende Horst-Dieter Höttges für den SV Tur Abdin Delmenhorst in der Bezirksliga sowie die Kreisligisten TSV Großenkneten und FC Huntlosen verantwortlich.

Als ihn jetzt Ottmar Jöckel ansprach, musste der Fußball-Abteilungsleiter des VfL Wildeshausen ihn nicht lange überreden, die U 23 in der 1. Kreisklasse zu übernehmen: „Für mich gibt es Wichtigeres als die Ligazugehörigkeit“, schildert Höttges: „Ich möchte nachhaltig arbeiten und junge Spieler weiterentwickeln.“ Bei Jöckel rennt er damit offene Türen ein: „Der Aufstieg ist nicht das vorrangige Ziel“, stellt der Spartenchef klar: „Vielmehr soll unsere Zweite möglichst nah an das Niveau der Ersten herangeführt werden.“

Als bestes Beispiel führt er die „sehr erfolgreiche Arbeit von Marcel Bragula“ an. Der hatte 2011 die Zweitvertretung zum Aufstieg in die Kreisliga geführt und sie dort gehalten, ehe ihn die VfL-Verantwortlichen 2014 zum Chefcoach der Ersten beförderten.

Vor geraumer Zeit saßen Bragula und Jöckel zusammen, um einen geeigneten Co-Trainer für das Kreisklassen-Team zu suchen, der Dirk Lenkeit unterstützen sollte. „Da schwebte uns eine interne Lösung vor“, berichtete Jöckel. Doch als Lenkeit vor gut zwei Wochen plötzlich seinen Ausstieg als Trainer verkündete (wir berichteten), stand der Spartenleiter unter Zeitdruck. „Dass Andree zu dieser Zeit noch zur Verfügung stand, war ein absoluter Glücksfall für uns“, freut sich Jöckel. Denn die Akribie und die Einstellung des 50-Jährigen passen zu dem Wunsch, den die Spieler Tim Albus, Florian Düser und Ole Willms gegenüber der Clubführung äußerten. „Sie haben sich im Namen der Mannschaft für mehr Disziplin ausgesprochen“, schilderte Jöckel. Lenkeit sei eher der Kumpeltyp gewesen, Höttges hingegen für seine Konsequenz bekannt.

Fast drei Monate Pause waren nicht geplant

Wohl wahr. Mangels Trainingsbeteiligung hatte der „Neue“ schon bei Tur Abdin aufgehört und in diesem Frühjahr auch bei den Huntlosern seinen Ausstieg zum Saisonende angekündigt. Wenige Wochen später trennte sich der FCH jedoch vorzeitig von dem Bremer. „Diese fast drei Monate Pause waren natürlich nicht geplant, aber Langeweile hatte ich zu Hause auch keine“, versichert Höttges.

Als dann allerdings der Anruf aus Wildeshausen kam, musste er nicht lange überlegen: „Der Verein ist sehr gut aufgestellt – im Herren- und im Jugendbereich“, weiß Höttges: Schon 2014 als Abdin-Trainer „hat mir imponiert, wie der VfL es geschafft hat, eine solche Bezirksliga-Mannschaft zu formen und zu halten – ohne Geld. Und mit diesem Unterbau haben junge Spieler hier die Chance, aufzurücken. Das sollte der Anspruch eines jeden Sportlers sein.“ Er würde sich freuen, wenn er Bragula mittelfristig den einen oder anderen Akteur an den Kader der Ersten übergeben könne: „Marcel und ich kennen uns schon lange – und bei den Gesprächen mit Ottmar war er auch dabei, ist doch klar.“

Nun will der Bankkaufmann keine Zeit mehr verlieren: „Anfang kommender Woche werden wir wohl mit der Vorbereitung beginnen. Der Kader scheint groß genug zu sein und auch über Qualität zu verfügen“, sagt Höttges über den Tabellenfünften der abgelaufenen Saison, der nach dem Kreisliga-Abstieg 2017 nur knapp den Wiederaufstieg verpasst hatte: „Was jetzt möglich ist, müssen wir sehen. Ich muss mich erst noch über die neue Liga informieren.“ Doch gänzlich neu ist die 1. Kreisklasse für den einstigen Spieler von Werder Bremen II und Atlas Delmenhorst nun auch nicht: „Großenkneten habe ich damals ja auch in der 1. Kreisklasse übernommen.“ Es folgte der Aufstieg. ..

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