„Mannschaft darf zufrieden sein“

VfL Wildeshausen blickt auf erfolgreiche Saison zurück

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Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist Defensivallrounder Christoph Stolle inzwischen Stammspieler.

Wildeshausen - Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Bezirksliga-Fußballern des VfL Wildeshausen nicht. Bereits am 30. Juni beginnt beim Vizemeister die Vorbereitung auf die neue Spielzeit – gerade einmal vier Wochen, nachdem die Krandel-Kicker die Saison 2017/2018 erfolgreich zu Ende gebracht haben. Trotzdem gestattet sich VfL-Coach Marcel Bragula einen kurzen Rückblick.

Und der fällt durchweg positiv aus. Nicht nur wegen des zweiten Tabellenplatzes hinter Meister SV Brake und vor Teams wie dem VfB Oldenburg II, dem SV Wilhelmshaven, dem TuS Obenstrohe und dem VfL Stenum. „Außerdem haben wir die beste Offensive und 20 Tore mehr geschossen als Meister Brake. Wir haben die zweitbeste Defensive, stellen in René Tramitzke den Torschützenkönig und haben die Fairnesswertung gewonnen“, zählt Bragula auf und betont: „Das ist aller Ehren wert!“ Zumal dieses Abschneiden nicht unbedingt zu erwarten war.

Denn nach dem Abstieg aus der Landesliga musste der VfL den Verlust mehrerer Leistungsträger verkraften, darunter Mittelfeldmotor Jan Lehmkuhl, Angreifer Lennart Feldhus und Eigengewächs Tom Schmidt. Als Ersatz kamen sechs Kreisliga-Spieler: Christoph Stolle, Michael Eberle, Felix Dittrich (alle TSV Ganderkesee), Ole Willms, Timo Höfken und Philipp Finger (alle VfL Wildeshausen II). „Deshalb hatten wir als Saisonziel erstmal die Konsolidierung ausgegeben“, erläutert Bragula.

Doch schon während der Saisonvorbereitung registrierte der Übungsleiter Außergewöhnliches: „Ich habe selten erlebt, dass sich ein Team so schnell findet und so Gas gibt“, erzählt Bragula. Das spiegelte sich dann auch in der fast perfekten Hinrunde wider. Von 15 Spielen gewannen die Wildeshauser 13. „Aber wir hatten auch mal Glück wie beim 3:2 gegen Obenstrohe, und auch das Abdin-Spiel hätte anders laufen können“, gibt Bragula zu. Die einzige Niederlage setzte es ausgerechnet im Spitzenspiel beim SV Brake (1:2). Trotzdem schnappte sich der VfL mit drei Punkten Vorsprung die Herbstmeisterschaft.

Die witterungsbedingt äußerst mäßige Wintervorbereitung wirkte sich dann auch auf die zweite Saisonhälfte aus. Weit größeren Einfluss hatte jedoch der Ausfall von Lennart Flege. Wegen schwerwiegender Knieprobleme musste der Abwehrchef seine aktive Laufbahn beenden. „Das tat mir persönlich am meisten weh. Kaum ein anderer Spieler identifiziert sich so mit dem Verein wie Lennart – er war schon so etwas wie das Herzstück der Mannschaft“, bekennt Bragula. Erschwerend kam hinzu, dass Linksverteidiger Lukas Schneider, den der Coach besonders wegen seines unbändigen Siegeswillen schätzt, nur noch eingeschränkt zur Verfügung stand.

„In der Rückrunde gab es drei Spiele, die mir überhaupt nicht gefallen haben“, erinnert sich Bragula nur ungern an die Partien gegen den SV Eintracht Wiefelstede (2:2), bei BW Bümmerstede (0:2) und gegen den FC Rastede (1:1): „Das war fernab unserer Leistungsstärke.“ Doch mit dem 4:0 über den VfB Oldenburg II befreite sich die Wittekind-Crew dann eindrucksvoll aus ihrer Krise. Den Titel konnten sie dem in der Zwischenzeit enteilten SV Brake jedoch nicht mehr streitig machen. Dafür gewannen die Wildeshauser das Duell mit dem VfB Oldenburg II um die Vizemeisterschaft. „Im Sport sollten auch zweite Plätze was wert sein. Ich persönlich kann damit nichts anfangen, aber die Mannschaft darf zufrieden sein“, resümiert Bragula.

Während Brandon-Lee Durano und Ole Willms, dessen Knie die Bezirksliga-Belastung nicht toleriert, in der nächsten Saison zum Kader der Wildeshauser U 23 gehören werden, hat Bragula in Marius Krumland (BV Cloppenburg) und Hauke Glück (Harpstedter TB) auch schon zwei Neuzugänge an Land gezogen. Mit zwei weiteren Spielern ist er im Gespräch. „Dadurch werden wir dann hoffentlich etwas breiter aufgestellt sein“, sagt der 43-Jährige.

Auch in der Serie 2018/2019 – Punktspielauftakt ist am ersten August-Wochenende – peilt Bragula mit seinen Mannen das obere Tabellendrittel an. „Wir wollen wieder eine gute Rolle spielen“, bekräftigt er. Doch das dürfte ungleich schwerer werden. „Das wird von der Qualität und Leistungsdichte eine ganz andere Bezirksliga. Ich glaube jedenfalls nicht, dass wieder zwei Mannschaften vorneweg marschieren“, sagt Bragula. Der SV Wilhelmshaven, BW Bümmerstede und der WSC Frisia Wilhelmshaven haben sich kräftig verstärkt. Hinzu kommen die beiden Landesliga-Absteiger Heidmühler FC und TSV Oldenburg. „Die Fans können sich auf eine spannende Saison einstellen“, verspricht Bragula.

Die Saisonvorbereitung

Rund 20 Trainingseinheiten umfasst der Vorbereitungsplan des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen. Auftakt ist am Sonnabend, 30. Juni. Außerdem hat VfL-Coach Marcel Bragula ein dreitägiges Trainingslager in der Delmenhorster Kaserne (27. bis 29. Juli) organisiert und fünf Freundschaftsspiele vereinbart. 

Der Vizemeister testet gegen den Bezirksligisten TuS Frisia Goldenstedt (Sonnabend, 7. Juli, 16 Uhr), beim Oberligisten SV Atlas Delmenhorst (Donnerstag, 12. Juli, 19 Uhr), beim Bezirksligisten TuS Sudweyhe (Sonnabend, 21. Juli, 15 Uhr), in Einen gegen Bezirksliga-Aufsteiger BW Langförden (Sonntag, 22. Juli, 15 Uhr) sowie im Rahmen des Trainingslagers gegen den Kreisligisten TuS Heidkrug (Freitag, 27. Juli). 

Darüber hinaus treten die Krandel-Kicker als Titelverteidiger beim „Schmidt+Koch-Cup“ des Osterholzer Kreisligisten SV Löhnhorst an (28./29. Juli). Die erste Bezirkspokalrunde steigt am Mittwoch, 1. August. Punktspielauftakt ist am darauffolgenden Wochenende (3. bis 5. August).

mar

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