Tennisvereine hoffen auf baldige Freigabe ihrer Plätze durch die Behörden

„Alle scharren mit den Hufen“

Verwaist: Die Tennisanlage des TC Altona Wildeshausen ist (noch) gesperrt. Foto: Büttner

Wildeshausen/Harpstedt - Von Sven Marquart. Kein charakteristisches Ploppen ist zu hören. Stattdessen: Stille. Aufgrund der behördlichen Verfügungen wegen der Coronapandemie dürfen Tennisplätze in Niedersachsen und Bremen vorerst bis zum 4. Mai nicht betreten werden.

Auch die Anlage des TC Harpstedt hinter dem Rosenfreibad ist verwaist. Dabei ist alles bereit. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt der TCH-Vorsitzende Mathias Maurer. Noch bevor das öffentliche Leben heruntergefahren wurde, hatten die Vereinsmitglieder den obligatorischen Frühjahrsputz erledigt, und auch die beauftragte Firma sei schon Mitte März mit der Herrichtung der sechs Plätze fertig gewesen, berichtet Maurer. Im Normalfall wären sie Mitte April für den Spielbetrieb freigegeben worden. Offiziell hätte der Club die Saison am 2. Mai mit seinem traditionellen Kuddelmuddelturnier eröffnet. „Aber das entfällt natürlich“, bedauert Maurer.

Auch beim TC Altona Wildeshausen muss der ursprünglich schon für den 18. April geplante Start noch eine Weile warten. „Dabei scharren alle mit den Hufen und würden bei diesem tollen Tenniswetter lieber heute als morgen anfangen“, erklärt der TCA-Vorsitzende Axel Sartor. Während mehrerer Arbeitsdienste hatten die Clubmitglieder die sechs Plätze vorbereitet. Mit Ausnahme eines Details: „Wir haben die Netze nicht aufgespannt, damit niemand spielen kann. Wir wollen kein Bußgeld riskieren“, erläutert Sartor.

Die Aktiven des Ippener TC wollten eigentlich an diesem Sonnabend ihre drei Plätze an der Dorfstraße in Beschlag nehmen. Der Untergrund ist hier bereits ebenfalls seit März präpariert. „Es müssen nur noch die Netze gespannt und die Stühle rausgestellt werden“, erzählt der ITC-Vorsitzende André Weber. Auch der 44-jährige Ippeneraner hat die „Hoffnung, dass es bald losgehen kann“.

Und so wie es aussieht, müssen sich die Freunde des weißen Sports nicht mehr allzu lange gedulden. Denn in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz sind Tennisplätze bereits seit Beginn dieser Woche wieder freigegeben, in Bremen und Niedersachsen (noch) nicht. Zum Unverständnis von Raik Packeiser. „Das Vorpreschen einiger Bundesländer ist kein glückliches Signal. Ich hätte mir ein einheitliches Vorgehen gewünscht. Wir verstehen, dass die niedersächsische Politik kein unnötig hohes Risiko eingehen will und hoffen natürlich, dass wir bald wieder spielen können. Tennis ist als kontaktlose Freiluftsportart prädestiniert dafür, als eine der ersten Sportarten wieder ausgeübt werden zu können“, schreibt der Präsident des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen (TNB) in einem offenen Brief. Der TNB bemühe sich bei der Politik um Lockerungen.

„Mit ein bisschen Glück können wir ab dem 5. Mai spielen, so dass uns gar nicht so viel Zeit verloren geht“, sagt Weber. Selbst wenn das Clubhaus geschlossen bleiben müsse – „Hauptsache, wir können wieder spielen“, wünscht sich der ITC-Boss. Dass das Vereinsheim, die Umkleiden und Duschen wohl zunächst dichtbleiben werden, ist auch Sartor klar. „Wir werden gleich nach dem Spiel ohne Geselligkeit nach Hause gehen“, ahnt der 62-jährige Wildeshauser.

Das Einhalten der Abstandsregeln sollte auf dem Tennisplatz – zumindest beim Einzel –  keine Schwierigkeiten machen. „Ein Problem könnte es eventuell bei den Bällen geben, die ja von allen Spielern angefasst werden“, überlegt Maurer. Er setzt aber darauf, dass der TNB eine „Guideline“ mit entsprechenden Hygienevorschriften entwickelt.

Ob die vier gemeldeten Mannschaften seines Vereins in einigen Wochen auch Punktspiele austragen können, ist für TCH-Chef Maurer indes zweitrangig. „Hauptsache, wir können wieder Sport treiben. Das ist wichtig für die Gesellschaft“, meint der 55-jährige Klein Köhrener. Bereits im März hatte der TNB den Ligastart um einen Monat auf das Wochenende 6./7. Juni verschoben. „Ich bin mir aber nicht sicher, ob es bei dem Termin bleibt. Das könnte knapp werden“, fürchtet Sartor, der mit den Herren 50 des TCA in der 1. Regionsklasse aufschlagen will. Die Sommersaison an sich sieht der Mannschaftsführer nicht gefährdet.

„Aber selbst, wenn ein Jahr mal kein Punktspielbetrieb stattfindet, wäre das nicht tragisch“, glaubt Maurer. „Stress“ erwartet sein Wildeshauser Kollege Sartor jedoch, falls die Tennisschläger noch monatelang ganz und gar ungenutzt in der Sporttasche bleiben müssten: „Dann könnte es zu Kündigungen kommen.“ Bislang halten die Mitglieder dem TC Altona Wildeshausen (133), dem Ippener TC (104) und dem TC Harpstedt (94) die Treue.

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