5:4 im Derby gegen TV Brettorf

Ahlhorner SV gewinnt Faustballkrimi

Derbysieger: Die Faustballer des Ahlhorner SV feiern ihren 5:4-Erfolg über den TV Brettorf.
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Derbysieger: Die Faustballer des Ahlhorner SV feiern ihren 5:4-Erfolg über den TV Brettorf.

Ahlhorn – Exakt 721 Tage, also fast zwei Jahre, lag das bis dato letzte Hallenderby zwischen den Erstliga-Faustballern des Ahlhorner SV und TV Brettorf zurück. Nun standen sich die beiden Landkreis-Rivalen erstmals wieder unter dem Hallendach gegenüber. Doch die Fans, die einen Platz auf der Zuschauertribüne ergattert hatten, wurden für diese lange Wartezeit mehr als entschädigt.

Das Duell Blau-Weiß gegen Schwarz-Weiß hatte alle Zutaten, die ein packender Derbyabend benötigt: beeindruckende Angriffsschläge, spektakuläre Abwehraktionen und jede Menge Emotionen verteilt auf einen über neun Sätze andauernden nervenaufreibenden Faustballkrimi. Am Ende des rund zweieinhalbstündigen Spiels jubelte der Ahlhorner SV über einen 5:4 (12:10, 11:6, 10:12, 11:7, 12:14, 4:11, 12:10, 7:11, 11:8)-Erfolg und wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Dabei sah es zunächst so aus, als ob das Duell zwischen dem DM-Aspiranten Brettorf und den gegen den Abstieg kämpfenden Ahlhornern eine klare Angelegenheit werden könnte. Beide Teams waren ohne personelle Überraschungen ins Spiel gestartet. Beim TVB vertraute Klaus Tabke auf Hauke Rykena und Malte Hollmann im Angriff, dazu Hauke Spille, Tom Hartung und Marcel Osterloh in der Defensive. Bei Ahlhorn starteten Jan Hermes, Christoph Johannes (Angriff), Tim Albrecht (Zuspiel), Mats Albrecht und Andrej Macht (Abwehr).

Die ersten Angaben von Hermes entschärften die Gäste dabei problemlos, brachten über das direkte Zuspiel Hauke Rykena in perfekte Position, der den TVB mit seinen Punkten über die Wandseite 4:0 in Front brachte. Doch danach häuften sich die Eigenfehler im Brettorfer Spiel. Bei Ahlhorn übernahm zudem Christoph Johannes die Angabe und bereitete der gegnerischen Defensive damit mächtige Probleme. Sein Punkt beim Stand von 10:10 und der nachfolgende Rückschlag von Hermes bescherten den Hausherren die 1:0-Satzführung.

„Ahlhorn hat von Anfang an das gespielt, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten“, ärgerte sich Tabke. „Gegen Brettorf ist es immer ein besonderes Spiel“, sagte ASV-Angreifer Jan Hermes nach dem Spiel. „Nachdem wir etwas nervös waren, sind wir aber recht gut gestartet.“

Sein Team profitierte auch im zweiten Satz von den Brettorfer Eigenfehlern. Dadurch blieb der ASV erst in Schlagdistanz und baute dann später seine Satzführung aus. Ein Leinenball von Rykena sorgte für das doch recht deutliche 11:6.

Wesentlich enger wurde es im Anschluss. Zwei Satzbälle wehrte Ahlhorn ab, ehe sich der TVB den dritten erkämpfte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Coach Tabke bereits Hartung auf die Position vorne rechts beordert, Hollmann übernahm dafür den Posten in der Abwehr. Durch eine Ausangabe von Johannes verkürzten die Gäste auf 1:2. Danach aber gewann der ASV immer mehr Oberwasser. Die langen Ballwechsel gingen fast ausschließlich auf das Punktekonto der Gastgeber. Mit 10:6 führte Ahlhorn bereits, schien den vierten Satzgewinn vor Augen zu haben. Doch Brettorf kam nervenstark zurück, wehrte erst die vier, später noch einen weiteren Satzball ab. Rykena und Johannes lieferten sich zu diesem Zeitpunkt aus der Angabe ein beeindruckendes Duell – das der Brettorfer in diesem Satz mit 14:12 für sich entschied. „Wenn Ahlhorn den Satz gewonnen hätte, dann hätte das Spiel schon früher zu Ende sein können. Respekt an meine Mannschaft, dass sie den Satz noch gedreht hat“, lobte TVB-Coach Tabke.

Das 2:3 gab Brettorf Rückenwind. Beim deutlichen 11:6 für den TVB kam auf Ahlhorner Seite zwischenzeitlich Luc Tran zum Einsatz, um Schlagmann Hermes eine Pause zu gönnen. Das zahlte sich aus. Denn das Spiel, das zwischenzeitlich auf die Brettorfer Seite zu kippen schien, blieb dank des bärenstarken Auftretens der Defensivreihe in Ahlhorner Hand. Nach Brettorfer Satzball punkteten Albrecht und zweimal Hermes über die linke TVB-Seite zur erneuten Satzführung. „Nach dem 3:3 habe ich kurz geglaubt, dass sich das Spiel drehen könnte. Aber wir hatten uns nach der Satzpause vorgenommen, weiter konsequent zu spielen. Das ist uns gelungen“, sagte Hermes. Dennoch schafften die Schwarz-Weißen das 4:4. Es ging also in den Entscheidungssatz.

Um wie viel es in der Partie zum Abschluss der Hinrunde ging, wurde in den vielen Diskussionen deutlich, von denen es mit zunehmender Spieldauer immer mehr gab. Ahlhorns Betreuer Nils-Christoffer Carl tigerte die gesamte Zeit am Spielfeldrand auf und ab, um seine Mannschaft anzufeuern. Osterloh sah nach einer Diskussion die Gelbe Karte. „Emotionen gehören in so einem Derby einfach dazu“, sagte Tabke. Dazu hatte Hollmann nach einem Krampf behandelt werden müssen, spielte aber weiter. Und: Auch die 100 Zuschauer, die an diesem Abend unter 2G-plus-Bedingungen in die Ahlhorner Sporthalle gelassen worden waren, peitschten ihre Teams nach vorne.

Eng blieb es bis zum 5:5, ehe Johannes mit einem Ass den letzten Seitenwechsel herbeiführte. Diesen Vorsprung gab Ahlhorn dann nicht mehr aus der Hand und feierte nach dem letzten Punkt ausgelassen auf dem Spielfeld: Derbysieger.

„Spielerisch war das heute von uns die beste Saisonleistung“, freute sich Hermes nach der Partie. „Wir haben unheimlich stabil gestanden und uns somit den Sieg erkämpft.“ Brettorfs Trainer Klaus Tabke hätte sich dagegen einen etwas clevereren Auftritt seines Teams gewünscht. „Wenn du in gewissen Phasen mehr mit dem Kopf spielst, ist auf jeden Fall mehr möglich. Wir haben das gesamte Spiel über aber einfach zu viele Eigenfehler produziert“, sagte er – und zeigte sich als fairer Verlierer: „Ich gratuliere Ahlhorn zum Sieg. Sie haben einfach ein geiles Spiel abgeliefert.“

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